Trump und die Klimakrise: Statt Fakten nur noch „Error“
Trumps Behörden entfernen von staatlichen Websites Artikel, die mit Klima zu tun haben. Unterdessen erhitzen die Treibhausgase die Erde weiter.
US-Behörden haben begonnen, klimawandelbezogene Inhalte auf offiziellen Regierungswebseiten einzuschränken oder ganz offline zu nehmen. Wo sich bis Januar noch Informationen zu Waldbrandbekämpfung, Klimaschutz und den Folgen von Treibhausgasen finden ließen, erscheinen nun Error-Meldungen oder Hinweise, dass die gesuchte Site nicht auffindbar sei. Diese Maßnahmen passen zu Präsident Donald Trumps Skepsis gegenüber dem menschengemachten Klimawandel. Gleich nach Amtsantritt hatte der Republikaner per Dekret den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angewiesen.
Bereits in Trumps erster Amtszeit von 2016 bis 2020 verschwanden fast 40 Prozent der Inhalte mit dem Begriff „Klimawandel“ von den Webseiten der US-Umweltbehörden, die später von Präsident Joe Biden rekonstruiert und erweitert wurden. Nun sind zahlreiche weitere wichtige Ministerien betroffen, wie etwa das Verteidigungsministerium, das Landwirtschaftsministerium oder die offizielle Seite des Weißen Hauses.
Auf der Webseite des Verkehrsministeriums ist ein gesamter Abschnitt über Klima und Nachhaltigkeit verschwunden. Stattdessen orderte die neue Leitung des Ressorts die „Elimierung“ aller Programme, die mit Themen wie Klimawandel und Treibhausgasemissionen, aber auch Geschlechtsidentität oder Gleichberechtigung verknüpft sind. Ein US-amerikanischer Arzt berichtete auf der Plattform Inside Medicine, dass die zentrale US-Gesundheitsbehörde CDC noch nicht veröffentlichte Forschungsmanuskripte auf „verbotene Begriffe“ untersuche und diese streichen ließe. Geschlecht, Transgender, schwangere Menschen, LGBT, nichtbinär seien einige der Stichworte.
Erde heizt sich weiter auf
Forscher*innen zeigen sich von diesen Entwicklungen besorgt. US-Klimawissenschaftler Michael Mann von der Universität Pennsylvania sagte dem britischen Guardian, man solle sich „auf das Schlimmste gefasst machen“. David Ho, Klimaforscher an der Universität of Hawaii, fürchtet, dass die Einschränkungen auch das Vertrauen in die US-amerikanische Forschung untergraben könnten.
Währenddessen erhitzen die menschengemachten Treibhausgase die Erde immer weiter. 2024 war das erste Jahr, das die 1,5-Grad-Grenze geknackt hat. In Los Angeles hat der Klimawandel die verheerenden Waldbrände Anfang des Jahres laut Studien um 35 Prozent wahrscheinlicher gemacht. Grönlands Gletscher bekommen gleichzeitig immer mehr Risse, sie schmelzen noch schneller und lassen damit den globalen Meeresspiegel ansteigen.
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