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Sport bei HitzeGefährlich, es zu tun, gefährlich, es zu lassen

Bei hohen Temperaturen treiben Menschen seltener Sport. Allein dadurch wird es durch den Klimawandel zu Millionen früheren Todesfällen kommen.

Wie oft haben Sie in den vergangenen Tagen Sport getrieben? Gar nicht? Nur vereinzelt? Etwas weniger als sonst? Falls das auf Sie zutrifft, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Denn auch eine Studie hat längst gezeigt: Sind die Temperaturen hoch, betätigen sich die Menschen seltener sportlich – und bewegen sich auch generell weniger im Alltag.

Das ist naheliegend: Durch die Hitze ist der Körper ohnehin schon überhitzt, ergo muss er sich kühlen. Das erhöht die Herzfrequenz sowie den Sauerstoff- und Wasserbedarf. Kommt dann noch intensive körperliche Bewegung dazu, wird es richtig anstrengend. Und auch gefährlich, Stichwort Hitzschlag. Nicht umsonst zählen Sport­le­r:in­nen neben älteren Menschen, Kindern und Kranken zu den Risikogruppen des Klimawandels.

Nur: Wer keinen Sport treibt, riskiert ebenfalls seinen frühzeitigen Tod. Denn Sport senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs – und beugt Depressionen und Demenz vor.

Weil Menschen wegen zunehmender Hitzeperioden aufgrund des Klimawandels weniger Sport treiben können, wird es laut einer im Fachjournal The Lancet Global Health veröffentlichten Studie ab 2050 jährlich 470.000 bis 700.000 vorzeitiger Todesfälle geben.

Die For­sche­r:in­nen verglichen die absolvierten Sporteinheiten von Menschen in 156 Ländern im Zeitraum von 2000 bis 2022 mit den gemessenen Temperaturen vor Ort. Die Erkenntnis: In Monaten, in denen die Temperaturen durchschnittlich 27,8 Grad überschritten, sank die Bewegungszeit der Menschen im Verhältnis zur Inaktivitätszeit um 1,5 Prozentpunkte. Global führt dies bis 2050 zu einem Bewegungsrückgang von 1,75 Prozentpunkten.

Arme und Frauen stärker betroffen

Noch deutlicher zeigte sich der Effekt in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen: Dort bewegten sich die Menschen sogar um 1,85 Prozentpunkte weniger. Denn klimatisierte Sporträume sind dort weniger vorhanden oder für die meisten Menschen nicht bezahlbar.

Auch ein Geschlechtsunterschied lässt sich erkennen: Bei Frauen führen Hitzemonate zu einem Anstieg der Inaktivität um 1,69 Prozentpunkte, wohingegen er bei Männern nur 1,18 Prozentpunkte beträgt. Das lässt sich sozial und physiologisch erklären. Frauen sind zeitlich weniger flexibel, sodass sie ihre Sporteinheiten nicht auf kühlere Tageszeiten verlegen können, und sie haben seltener Zugang zu klimatisierten Studios. Zudem schwitzen Frauen weniger stark, wodurch sie Sport bei hohen Temperaturen schneller als anstrengend empfinden.

In Deutschland sind die Menschen durchschnittlich 34 Minuten pro Tag sportlich aktiv. 15 Millionen treiben wöchentlich Sport im Freien. Generell findet ein erheblicher Anteil der Trainingseinheiten draußen statt.

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6 Kommentare

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  • Interessanter Ansatz, trotzdem übertrieben dargestellt. Selbst ein nicht klimatisiertes Gym kann bei Hitze noch gut genutzt werden, immerhin setzt man sich nicht der vollen Kraft der Sonne aus. Radfahren geht auch, mit viel Wasser im Rucksack und weniger starken Belastung. Schwimmen wäre auch und gerade eine sportliche Betätigung bei Hitze die einen fit macht und sogar noch abkühlt.

  • Ich liebe das Radeln bei 35 C, sportliches Rennrad fahren macht da wirklich viel Spaß, ein weißer Helm wirkt Wunder.

    Letzte Woche habe ich von Montag - Freitag 5*60km Einheiten jeweils mittags gemacht, ich denke Hitzeakklimatisierung ist einer der Wege die man sich antun sollte um langfristig mit dem Klimawechsel besser zurecht zukommen.

  • Ich glaube auch nicht, dass ein aktiver Amateursportler, der sein Training an Hitzetagen reduziert oder gar ausfallen lässt, deswegen eine kürzer Lebenserwartung hat. Der hat meist eine ausreichende Grundkondition, da ändert sich erstmal gar nichts.



    Ich mach seit ca. 30 Jahren Ausdauersport (Laufen & Radfahren im Wechsel) und bin letzte Woche auch nur 2x am frühen Morgen gejoggt (sonst 4x die Woche) und habe das letzte WE das Radprogramm einfach mal ganz sein gelassen. So viel richtige Hitzetage haben wir hier zum Glück noch nicht, dass die wenigen Pausen eine antrainierte Kondition nachhaltig schwächen könnte

  • "15 Millionen treiben wöchentlich Sport im Freien."



    Merkwürdig, ich bin (beinahe) täglich eineinhalb Stunden mit meinen Nordic-Walking-Stöcken in Richtung Stadtwald unterwegs und sehe wenig sich sportlich betätigende Leute. Nur hin und wieder begegnet mir ein Dauerläufer oder ein "Frauchen" mit Hund.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein durchschnittlicher Rückgang von sportlichen Aktivitäten um < 2% während Hitzeperioden einen wesentlichen Einfluss auf die langfristige Gesundheit von Menschen hat, der so dramatisch ist, dass er zum früheren Tod führen kann. Wahrscheinlich ist ein Rückgang von sportlichen Aktivitäten während Hitze schlicht vernünftig. Entscheidend wird sein, dass man seine sportlichen Aktivitäten übers Jahr eben verlagert bzw den Rest des Jahres eben einfach weiter Sport treibt. Sorry, aber da bleibe ich als Wissenschaftler gerne skeptisch gegenüber dieser Veröffentlichung.

    • @Edgar:

      Ich als Wissenschaftler (Chemie) halte es statistisch durchaus für nachvollziehbar. Also allein durch die simple Annahme das jeder Bundes bürger sich am Tag 10min bewegt, würden 2% immerhin ein Minus von 16mio Minuten machen, wenn sie diese wiederum statistisch verteilen auf die igen die sich eher weniger bewegen dann kam es durchaus zu meßbaren Auswirkungen kommen.

      Des weiteren wird im Artikel die Annahme das es erst ab 2050 zu den 500000-700000 tausend toten kommen soll getätigt.

      Ich gebe hier noch zu bedenken daß was sie jetzt letzte Woche als Hitzewelle erlebt haben, höchstwahrscheinlich ein gewöhnlicher Sommer sein wird.

      Hitzewellen.dann für Temperaturen von über 45C.