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Shangri-La-Dialog in SingapurAufrüsten, aufrüsten, aufrüsten!

US-Kriegsminister Hegseth verteilt bei Asiens Sicherheitskonferenz Zensuren an Partner und Verbündete. Gegenüber China gibt er sich betont freundlich.

Der US-Kriegsminister Pete Hegseth sitzt am Freitag zwischen anderen Kongressteilnehmern und schaut grimmig Foto: Achmad Ibrahim/ap

Bei der wichtigsten Sicherheitskonferenz im Indo-Pazifik hat US-Kriegsminister Pete Hegseth am Wochenende der Region versprochen, dass die USA ihr militärisch nicht den Rücken kehren, während sie derzeit „globale Pflichten“ erfüllten. Zugleich forderte er die asiatischen US-Verbündeten auf, selbst noch stärker aufzurüsten und damit mehr für die eigene Sicherheit zu tun.

„Präsident Trump glaubt daran, andere Länder zu unterstützen, sich selbst zu helfen“, sagte Hegseth bei der Konferenz in Singapur. „Die Zeit, in der die USA die Verteidigung anderer wohlhabender Staaten subventionieren, ist vorbei.“ Er nannte die Rhetorik über die regelbasierte Weltordnung „hohl“ und sagte, Regeln seien prima, aber wenn sie nicht auf harter Macht basierten, seien sie wertlos. „Wir brauchen nicht mehr Konferenzen, wir brauchen mehr Feuerkraft. … weniger Shangri-La-Dialog, mehr Schiffe und U-Boote.“ Zuvor hatte Vietnams Staats- und Parteichef Tô Lâm mehr Dialog gefordert, um regionale Spannungen abzubauen.

Der seit 2002 jährlich im Stadtstaat Singapur stattfindende Shangri-La-Dialog, benannt nach dem dortigen Tagungshotel, ist Asiens Pendant zur Münchner Sicherheitskonferenz. Es war jetzt der zweite Auftritt von Hegseth und laut Beobachtern mit einem anderen Tenor als vor einem Jahr.

2025 hatte er eindringlich vor China gewarnt und mehrfach dessen Bedrohung Taiwans herausgestellt. Jetzt, rund zwei Wochen nach Trumps Besuch in China, fand Hegseth gegenüber der Volksrepublik versöhnliche Töne. Zwar gehe von Chinas Aufrüstung eine Gefahr aus, doch wollten die USA eine „sinnlose Konfrontation“ vermeiden. Die bilateralen Beziehungen „seien besser als in vielen Jahren zuvor“, so Hegseth. Taiwan erwähnte er in seiner Rede gar nicht.

Laut Hegseth ist US-Taiwanpolitik unverändert

Erst auf Nachfrage erklärte er, dass sich die US-Politik gegenüber der demokratisch selbstregierten Insel, die von China als abtrünnige Provinz reklamiert und mit gewaltsamer Vereinigung bedroht wird, nicht verändert habe. Die kürzliche Aussage des US-Marinestaatssekretärs Hung Cao, dass ein US-Waffenpaket an Taiwan wegen des Irankrieges ausgesetzt sei, wies Hegseth zurück. „Ich würde die beiden in keiner Weise miteinander verbinden“, sagte er.

Über das mit Taipeh vereinbarte Waffenpaket entscheide allein Präsident Trump. Der hatte US-Waffenexporte an Taiwan als „Verhandlungsmasse“ im Verhältnis zu China bezeichnet und damit Sorgen auf der Insel verstärkt.

Hegseth lobte explizit Südkorea, Japan, Australien und Vietnam für ihre Aufrüstung. Taiwan, das inzwischen einen Militäretat von 3 Prozent des Sozialprodukts hat, nannte er in dem Zusammenhang gar nicht. Neuseeland, das sich auf ein 2-Prozent-Ziel festgelegt hat, nannte er einen „Trittbrettfahrer“.

Hegseths sanfter Tonfall gegenüber China gefiel nicht nur Vertretern aus der Volksrepublik, sondern auch aus den Staaten, die fürchten, sich bei einem Konflikt zwischen den Großmächten für eine Seite entscheiden zu müssen. Beunruhigt waren hingegen diejenigen, die sich von Chinas Aufrüstung bedroht fühlen.

Chinas Verteidigungsminister fehlt schon wieder

Chinas Verteidigungsminister war nach seiner Abwesenheit im Vorjahr auch jetzt nicht erschienen. Trotzdem kam es zum Streit mit Vertretern Tokios. Japan hat sich unter der seit Oktober amtierenden konservativen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi noch mehr von seiner pazifistischen Nachkriegspolitik entfernt und als Reaktion auf Chinas Aufrüstung selbst seinen Verteidigungsetat erhöht sowie die Ausweitung von Waffenexporten und die Teilnahme an Militärmanövern mit befreundeten Staaten wie Australien und den Philippinen beschlossen.

In Singapur wies Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi chinesische Vorwürfe eines neuen japanischen Militarismus zurück. Ohne China zu nennen, sagte er: „Es gibt ein Land, das über ein riesiges Arsenal an Atomwaffen und strategischen Bombern verfügt. Japan hat weder solche Waffen noch solche Bomber. Und doch wird Japan mit ‚neuem Militarismus‘ in Verbindung gebracht. Ist das nicht seltsam?“

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