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Schwitzen in der U-BahnDer heißeste Ort Berlins

An Berliner Hitzetagen ist es auch in den U-Bahnen der BVG heiß. Klimaanlagen gibt es nirgendwo, auch nicht in den Wagen der neusten Generation.

Luisa Faust

Aus Berlin

Luisa Faust

Wer schon mal an einem Nachmittag im August in einer vollen Berliner U-Bahn einen Platz am Kippfenster erkämpft hat, weiß, wie wohltuend Fahrtwind sein kann. Schweißperlen auf der Stirn trocknet er mühelos, überdeckt dabei noch den Geruch der Mitfahrenden durch den unverwechselbaren U-Bahn-Duft nach Schleifkohle und Holzschwellen.

Im Sommer kämpfen Ber­li­ne­r*in­nen nicht nur mit den üblichen Herausforderungen des U-Bahn-Fahrens – Ausfälle, Verspätungen, erratische Zeitanzeigen am Bahnsteig –, sondern auch mit der Hitze. Denn in den U-Bahnen übersteigt die Temperatur am Nachmittag oft die Außen­temperatur. Das liegt laut BVG zum einen an den ­Fahrgästen, die ihre eigene ­Körperwärme in die Waggons strahlen. Dazu kommt auf Außenstrecken auch noch der ­Wärmeeintrag durch die Sonnenstrahlung.

Klimaanlagen gibt es nicht, auch nicht in der neusten U-Bahn-Generation, die erst in diesem Jahr bei der BVG eingetroffen ist und mindestens bis Mitte 2050 im Einsatz bleiben soll. In Berlin wird also noch lange geschwitzt, Tendenz steigend, denn der Klimawandel bringt immer mehr Hitzetage über 30 Grad. Die Hauptstadt ist der Ort, der bundesweit die meisten davon aufzuweisen hat.

Laut BVG kann sich aber an der U-Bahn-Hitze gar nichts ändern. Denn Klima­anlagen bräuchten viel Raum, üblicherweise werden sie bei Bahnen auf dem Dach angebracht. Viele der Berliner U-Bahn-Tunnel wurden allerdings Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, sie sind sehr schmal. Die U-Bahn-Züge sind genau an die Tunnel ­angepasst, es ­bleiben nur wenige Zentimeter in alle ­Richtungen und für einen Aufbau nach oben ist kein Platz. Zudem würden die engen ­Tunnel durch die Abwärme der ­Klimaanlagen viel zu stark erhitzt.

Kippfenster und Kühltücher gegen die Hitze

Die BVG weist auch darauf hin, dass die Klimaanlagen in den U-Bahnen besonders viel Energie verbrauchen würden, weil die Türen sich hier ungefähr minütlich öffnen und immer wieder warme Luft reinkommt. Mit Klimaanlagen würden die Bahnen rund 30 Prozent mehr Energie verbrauchen, das sei nicht wirtschaftlich und außerdem umweltschädlich.

Die BVG tröstet U-Bahn-Fahrende damit, dass die U-Bahnen durch die Kippfenster immerhin sehr gut belüftet seien. Mit geöffneten Fenstern helfen sich auch U-Bahn-Fahrer*innen an ihrem Arbeitsplatz. An besonders heißen Tagen verteilt die BVG auch wo möglich gekühlte Getränke an ihre Arbeitnehmer*innen. Profis empfehlen außerdem Kühltücher, Fächer oder automatische Handventilatoren. Wem das nicht reicht, dem hilft wohl nur Bus fahren – anders als die Fahrpläne sind hier die Klimaanlagen zumindest einigermaßen zuverlässig.

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5 Kommentare

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  • Toni Zweig

    Wenn von Beginn an alle Kippfenster in den Waggons geöffnet würden, wäre das ausreichend.



    Bei der BVG gibt es wahrhaft krassere Probleme als dieses.

  • Philippo1000

    Gut, ich gehöre nicht zur letzten Generation.



    Allerdings habe ich die 80er miterlebt und die Tatsache, dass Klimaanlagen in deutschen Autos die große Ausnahme waren.



    In Zügen und Bussen natürlich auch.



    Das ging ganz gut, es war normal und umweltfreundlich.



    Heute gibt es ja kaum noch ein Auto ohne Klimaanlage.



    Doch die Bezeichnung ist irreführend: Klimaanlagen sind nicht für, sondern gegen das Klima!



    Ich bin immer wieder überrascht, wie heute ein solcher Artikel erscheint und morgen wieder einer, der beklagt, dass "die da oben " nichts gegen den Klimawandel machen.



    Beim Einsatz für's Klima hilft gelegentlich, sich an die eigene Nase zu fassen.



    Abgesehen von Supermärkten lebe ich Klimaanlagenfrei.



    Wie alle Anderen Lebewesen bin ich meine eigene Klimaanlagen.



    Ach so und ich habe so vor 20 Jahren damit begonnen Hecken und Bäume zu pflanzen.



    Die geben mittlerweile ganz gut Schatten, der auch für Andere reicht.



    Von dem Geld hätte ich mir natürlich auch die eine oder



    andere Klimaanlage kaufen können...



    so ist es halt mit dem Klimaschutz, man muss ihn schon wollen...

  • Syltfreund

    Wie von der last generation erwünscht

  • rero

    Gut belüftet waren die Wagen mal, als noch auf beiden Seiten Fenster zum Öffnen gab.

    In der aktuellen Situation ist gar nichts "sehr gut belüftet".

    Oft ist es kaum zum Aushalten.

  • Horst Schlichter

    Klimaanlagen? So ein neumodischer Schnickschnack!