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Rad versus AutoKampf um einen Kilometer Feldweg

Am Rand von Hannover streiten Anwohner erbittert um ein Stück Radweg. Hier zeigt sich im Kleinen wie verhärtet die Fronten auf der Straße sind.

Vorbei ist es mit der Einigkeit: Es gibt gleich zwei Onlinepetitionen zur Frage, wer den Laher Kamp überhaupt befahren darf Foto: Christian Wyrwa

Eigentlich ist der Laher Kamp nicht mehr als ein asphaltierter Feldweg von etwas mehr als einem Kilometer Länge. Bis 2022 hatte die Strecke nicht einmal einen Namen. Der Weg führt ganz hübsch an Pferdekoppeln, Wiesen und einem kleinen Wassergraben vorbei. An manchen Stellen passen keine zwei Autos aneinander vorbei. Ideales Terrain für Gassigänger, Spaziergänger, Radfahrer. Für Letztere sollte er noch tauglicher gemacht werden, als Bestandteil des Veloroutennetzes, das sich bald sternförmig durch ganz Hannover ziehen soll.

Das Veloroutennetz soll den Speckgürtel mit der Innenstadt verbinden, das Radfahren attraktiver und sicherer machen. Es galt als ausgemacht, dass der Laher Kamp dazugehören soll. Einen entsprechenden Beschluss fällte der Bezirksrat bereits 2022 – damals noch mit den Stimmen aller Parteien. Doch nun, wo es konkret werden soll und der Bezirksrat über eine Sperrung der Strecke für Autofahrer entscheiden muss, ist es vorbei mit Einigkeit. Es gibt gleich zwei Onlinepetitionen zur Frage, wer den Laher Kamp überhaupt befahren darf.

Sicheren Schulweg wollen alle – Radler und Elterntaxis

Auf die Barrikaden gehen vor allem die Autofahrer. Denn der Laher Kamp ist als kürzeste Verbindung zwischen den Stadtteilen Lahe und Bothfeld ein beliebter Schleichweg. Und im benachbarten Bothfeld liegen viele Einrichtungen, die für Laher wichtig sind: drei Schulen (eine Grundschule, eine Gesamtschule und eine Waldorfschule), der größte Sportverein der Gegend, Ärzte, Friseure, Läden.

Weil Lahe durch Neubaugebiete gewachsen ist und die Strecke mittlerweile auch Nichtortskundigen auf Google Maps als Abkürzung angezeigt wird, ist der Verkehr mächtig angestiegen.

Theoretisch gilt hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern und am Wochenende ein Fahrverbot, um das Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet zur schützen. Praktisch hält sich aber kaum jemand weder an das eine noch an das andere.

Das ist vor allem für Eltern ein Problem, die ganz gern einen sicheren Schulweg hätten, den ihre Kinder mit dem Rad allein bewältigen können. Aber auch die Gegner der Sperrung argumentieren mit Schulwegsicherheit und Familienfreundlichkeit: Eine Sperrung der Straße würde für viele Eltern zeitaufwendige Umwege zur Folge haben, schreibt etwa die örtliche CDU in ihrem Antrag.

Auf die Barrikaden gehen vor allem die Autofahrer: Denn der Laher Kamp ist ein beliebter Schleichweg, den will man behalten Foto: Christian Wyrwa

Im Übrigen – meinen die Verfasser der Onlinepetition gegen die Sperrung – würde durch diese Umwege ja auch viel mehr CO2 ausgestoßen. Wie lang diese Umwege aber tatsächlich sind, ist ebenfalls umstritten. Es gibt zwei Ausweichrouten, die je nach Verkehrslage und Ampelschaltungen jeweils vier bis acht Minuten länger sind.

Onlinepetitionen liegen fast gleichauf

Die Sperrungsgegner argumentieren außerdem, dass diese Routen nicht hinreichend ausgebaut sind, dort dann zu viel Verkehr entstehen würde und die Schulkinder an bestimmten Kreuzungen erst recht gefährdet seien. Bei CDU, FDP und AfD rennen die Sperrungsgegner damit offene Türen ein. Die Grünen wollen an den Velorouten-Plänen festhalten. Und die SPD? Wackelt. Immerhin befindet sie sich ja auch im Kommunalwahlkampf.

Bezirksbürgermeister Wjahat Waraisch (SPD) bemüht sich, die Wogen zu glätten, aber das ist nicht so einfach: Die beiden Onlinepetitionen liegen jedenfalls nicht so weit auseinander, 1.537 Personen haben sich gegen eine Sperrung des Laher Kamps ausgesprochen, 1.851 Menschen haben die Gegenpetition „Wir sagen Ja zur Sperrung des Laher Kamps“ unterzeichnet.

Einzelne Anwohner sind aber auch davon verstört, was ihnen da plötzlich für ein Ton entgegenschlägt. In den einschlägigen Whatsapp-Gruppen wird das vermeintliche Gewohnheitsrecht aggressiv verteidigt, da ist dann schnell auch mal von „linken Zecken“, „grüner Ideologie“ und „Kinder nicht immer in Watte packen“ die Rede.

Aber wir sind doch Nachbarn und wollen auch weiterhin miteinander auskommen

Befürworterin der Sperrung des Laher Kamps

Gleichzeitig, sagt eine, die sich als Befürworterin der Sperrung versteht, tue die Gegenseite ganz selbstverständlich so, als spräche sie für alle Anwohner – wer anderer Meinung sei, werde schnell niedergeredet. „Aber wir sind doch Nachbarn und wollen auch weiterhin miteinander auskommen.“

Sperrungsgegner bereiten schon mal Klage vor

Der Bezirksrat hat eine Entscheidung nun erst einmal wieder vertagt. Hinter den Kulissen wird immer noch fieberhaft nach einer Alternativlösung gesucht. Vielleicht eine Fahrradstraße? Einen kleinen Trampelpfad zum Fußgänger- und Fahrradweg ausbauen? Erst die Ausweichrouten ertüchtigen?

Für die größere Veloroutenplanung – von der dieser Laher Kamp ja nur ein kleiner Teil ist – ist das alles vor allem deshalb ein Problem, weil die Fördermittel des Bundes an bestimmte Standards geknüpft sind. Dazu gehören mindestens vier Meter breite, ordentlich asphaltierte Wege, auf denen der Radverkehr Vorrang hat – und nicht durch hohen Durchgangsverkehr bedrängt wird.

Und für Maßnahmen, die nichts mit der Veloroute selbst zu tun haben, müsste das Geld ja auch erst einmal beschafft werden. Möglicherweise kommt das Thema im April erneut auf die Tagesordnung des Bezirksrates.

Die Gegner der Sperrung sind da schon einen Schritt weiter, sie haben einen Spendenaufruf gestartet. Sie sammeln Geld für eine Klage vor dem Verwaltungsgericht – beziehungsweise für eine Berliner Anwaltskanzlei, die „bereits ähnliche Verfahren erfolgreich geführt hat“. Aber bestimmt noch nicht für einen Kilometer Feldweg am Rande Hannovers.

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29 Kommentare

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  • Das ist ja schon fast Satire, die Leser den bundesweiten TAZ streiten sich um ein Feldweg in Lahe.

    Gestern hat der "SV Bad Waldlieshorn 2" gegen "GW Rixbeck-Dedinghausen 2" unentschieden gespielt.

    • @Martin Sauer:

      Also ehrlich... Es heißt Bad Waldliesborn! nicht Waldlieshorn.



      und BW !! Blauweiß Rixbeck-Dedinghausen. Nix GW. 😎

  • Das rigorose Sperren der Straße für motorisierte Fahrzeuge sehe ich auch kritisch. Zumal formal der Bauer auch nicht mehr zu seinem Feld fahren dürfte. Denn auch Traktoren ist es nicht gestattet auf Geh- und Fahrradwegen zu fahren.



    Den morgendliche Stress der Eltern, die ihre Kids zur Schule bringen, sollte man nachvollziehen. Ein Stadtteil ausbauen ohne Infrastruktur ist ein Städteplanerproblem.



    Einbahnstraße Richtung Schule würde den Verkehr minimieren.



    Nur der Landwirt muss immer noch schauen wo er bleibt, aber es meckert dann sicher niemand wenn er mit seinen Rüben 500m gegen die vorgeschriebene Richtung des beruhigten Verkehrs anfährt.

  • Auf dem Land sollten keine Sperrungen gemacht werden und Anliegerfrei oder ähnliche Straßen braucht man auf dem Land erst gar nicht machen, da hält sich niemand dran. Selbst die Behörden halten sich nicht dran.

    • @Marcelo:

      Das ist nicht „auf dem Land“, sondern Stadtgebiet. Gerne mal auf der Karte ansehen: Laher Kamp, Hannover

  • Nicht jeder Schleichweg ist zu erhalten, also ein paar Betonpoller und das Ding ist geritzt.

    • @Thomas Kreß:

      Da schließe ich mich an. Privater Autoverkehr hat genug Möglichkeiten sich "frei" zu bewegen. Es muß auch geschützte Bereiche für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer geben.







      Die Haltung vieler Autofreunde, daß man einfach überall fahren dürfen sollte, ist schon ziemlich anmaßend.







      Sprich: Autos gehören genauso wenig auf Wald, Feld und Wiesenwege wie Fahrräder auf die Autobahn..

  • Eine 6km/h Spielstraße daraus zu machen könnte das Problem tendenziell lösen. Nachdem der ein oder andere Führerschein wegen zu schneller Fahrweise kassiert wurde klappt das auch. Bin übrigens selbst Auto- und Radfahrer. Fundamentalpositionen bringen einen an der Stelle nicht weiter.

    • @Nachtsonne:

      Dann dürfen sie aber auch mit dem Fahrrad nur 6km/h fahren oder schieben. Abgesehen davon, laut einem anderen Kommentar war dies wohl ein Feldweg, der über landwirtschaftliche Beiträge finanziert wurde, damit die Bauern zu ihren Feldern, Wäldern und Wiesen kommen können. Als reiner Fahrrad- und Fußweg dürfte das dann nicht durchgehen, da müsste noch ein Schild hin "Landwirtschaftliche Fahrzeuge frei". Wenn ich an die modernen Traktoren denke, die können auch richtig schnell fahren.

  • Ein naheliegender Kompromiss liegt auf der Hand:



    Zweispuriger Ausbau für Autos, zweispuriger separater Radweg, geschotterter separater Fußweg.



    Kostet viel Geld und ist mit 1001 Grundstücksanliegern wohl dieses Jahrhundert nicht mehr zu realisieren.



    Wäre jedoch ein Ausgangspunkt für Verhandlungen in den Stadtteilen.

  • Da ein Großteil der Bevölkerung so CDU begeistert ist, könnte man die König Salomon Lösung in Betracht ziehen:

    Die ersten 50% des Weges werden einfach eine breite Schnellstraße, der zweite Teil ein Kinder- und Radweg.

    Würde auch das Ergebnis der Petitionen abbilden.

  • Wie wäre es mit einer funktionierenden ÖPNV-Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen?

    • @Freundlicher:

      Jetzt wollen Sie noch Busse über den Feldweg schicken?



      Aber zur Sache: Ja, es gibt keine Direktverbindung zwischen den Kernen der Stadtteile, dafür muss man ein Mal umsteigen. Die Straßenbahn fährt aber an den südlichen Stadtteilgrenzen entlang. Oder man geht den Kilometer auf besagtem Weg rüber, auf bothfelder Seite gibt es tatsächlich direkt wieder eine Bushaltestelle.



      Die Taktung von Bahn/Bus-Kombinationen von 30 Minuten mag unglücklich sein, aber wir reden hier von Tür-zu-Tür-Wegen um die 2 Kilometer.

  • Gleichzeitig, sagt eine, die sich als Befürworterin der Sperrung versteht, tue die Gegenseite [also die Autofreunde] ganz selbstverständlich so, als spräche sie für alle Anwohner – wer anderer Meinung sei, werde schnell niedergeredet.







    Das ist leider typisch und lässt sich hier zu Lande überall finden. Privat-Auto-Nutzer:innen fühlen sich offenbar immer im Recht und glauben ihre *egozentrische Weltsicht* sei der Wahrheit letzter Schluß.







    Das sie damit die Rechte und Interessen all derer mißachten, die sich nicht ohne Grund, von Autos bedroht fühlen, merken sie offenbar nicht oder sie wollen es nicht wissen (das Thema Elterntaxis spricht da Bände).







    Wenn also von "verhärteten Fronten" die Rede ist, dann sind es praktisch immer die Autonutzer die diese aufbauen.







    Offenbar führt die Identifikation mit dem eigenen Auto bei vielen zu einer Form von *Abgehobenheit und Überheblichkeit*.







    Und wahrscheinlich ist es genau dieser psychologische Aspekt, der eine *Faire Verkehrswende..im Sinne aller Menschen* in diesem Lande so oft blockiert.







    Daß das nicht so sein muss, muß zeigt sich in Holland, wo die Autonutzer:innen weitaus demütiger gegenüber Radfahrern und Fußgängern sind..

    • @Wunderwelt:

      Gleichzeitig hatte offenbar der Stadtrat anscheinend einstimmig so getan, als verträte die Interessen aller - und blendete dabei rund die Hälfte aus.



      Mit anderen Worten: Wer einseitige Entscheidungen fordert, egal auf welchem Wege, erzeugt Widerstand und verhindert echte Lösungen.



      Ihr Beitrag ist ein Parade-Beispiel einer solchen Haltung.

      • @Frauke Z:

        "Mit anderen Worten: Wer einseitige Entscheidungen fordert, egal auf welchem Wege, erzeugt Widerstand und verhindert echte Lösungen".

        -> gute Beschreibung von Jahrzehntelanger einseitig Auto zentrierter Verkehrsgestaltung.!

  • Das 'Argument' einer höheren Umwelt- Klimabelastung durch entstandene Umwegigkeit des Autoverkehrs ist in aller Regel nicht haltbar.



    Das Limit des Autogebrauchs ist - neben den ggf. zu hohen Kosten - nur die Reisezeit ('konstantes Reisezeitbudget' bzw. Marchetti-Konstante).



    Verlängert sich die Reisezeit, so nimmt i.d.R. linear die die MIV Belastung ab, d.h. es fahren entsprechend weniger Menschen; ein Teil des Verkehrs 'verdunstet'.



    Das Phänomen ist seit Jahrzehnten bekannt und basiert auf demselben Prinzip wie der 'Induzierte Verkehr', nur halt in die andere Wirkrichtung.



    Gilt natürlich nur für den Durchschnitt (der natürlich die relevante Größe ist), nicht für einzelne Verkehrsteilnehmer:innen, die zu einem gewissen Prozentsatz dann trotz der längeren Fahrtzeit weiter in der gleichen Frequenz fahren.



    Ansonsten zeigt sich, wie immer, dass 'Fahrradinfrastruktur' nur dann breiten Konsens findet, wenn der Autoverkehr ebenfalls davon profitiert, wie es zB in den Niederlanden der Fall ist.



    Das Resultat ist klar:



    weiter steigender MIV!

    Was sagt die StVO?



    MINMALER Radf-Überholabstand außerorts: 200cm



    Bei Fahrbahnbreiten unter 4,80m gilt daher stets Überholverbot.



    Rad -> mittig Fahren !

  • Was mich an diesem Artikel stört, es ist ein Feldweg laut taz. Was ist mit der eigentlichen Nutzung von Feldwegen? Wie oft tuckern Traktoren hinter Radfahren her, die mitten auf den Feldwegen fahren, weil Radfahrende mit 10 km/h den Feldweg als ureigenen Radweg ansehen. Diese Nutzer, also die Landwirtschaft wird wie immer völlig ausgeblendet, es sei denn man kann sie als Umweltfrevler anprangern.

    • @Georg Sonntag:

      "Wie oft tuckern Traktoren hinter Radfahren her"

      Ja, wie oft denn?

    • @Georg Sonntag:

      Dies ist ein ca. 1 Kilometer langer Feldweg zwischen zwei Stadtteilen im Stadtgebiet. Der landwirtschaftliche Verkehr hält sich in Grenzen, und würde auch bei 10 km/h auf der Streckenlänge wohl kaum Probleme bekommen (das wären gigantische 6 Minuten bei kompletter Durchfahrt, aber der Landwirt will ja schon vorher halten oder kommt von mittendrin).

  • Ich kenne mich dort nicht aus und weiß nicht wie groß der Umweg ist. Ich bin Autofahrer und Radfahrer. Es wird immer so getan, als wenn das zwei konkurrierende Gruppen wären. Ich glaube viele Radfahrer fahren Auto und umgekehrt. Man sollte hier vielleicht das Ziel nicht aus den Augen verlieren und das ist der Klimaschutz. Wenn ich die Sache in meiner Region betrachte, dann sieht man mindestens zehnmal so viele Autos Die Fahrradfahrer. Nehmen wir an, dass durch diese Velo Route, auf der nur noch Fahrräder fahren dürften, Die Anzahl Fahrradfahrer verdoppelt wird, gleichzeitig aber die dann fünffache Menge Autofahrer Eine doppelt so lange Strecke fahren müssen, kann ich den Vorteil fürs Klima nicht mehr erkennen.

    • @Horst Sörens:

      Der Klimaschutz kommt ja bei Umwege fahrende Autos eher unter die Räder. Vorrangig scheint es mir um den körperlichen Schutz von Radfahrern und Fußgängern zu gehen bei zunehmendem Verkehr.

    • @Horst Sörens:

      "Es wird immer so getan, als wenn das zwei konkurrierende Gruppen wären."

      Stimmt - dabei wird der Weg nach meinen rudimentären Recherchen auch aus Abgaben der Landwirtschaft für "ländlichen Wegebau" unterhalten. Dementsprechend dürften man dort eigentlich die Traktoren nicht unterschlagen...

    • @Horst Sörens:

      Das Problem: Mit dieser Begründung können sie in 80% der Städte jeden Radweg plattmachen.



      Ich habe eine andere Betrachtung im Angebot: Hat jeder Verkehrsteilnehmer die Chance, sicher zum Ziel zu kommen? Wenn dieser Weg entscheidend für die Radweg- und Schulwegsicherheit ist, muss das Priorität haben. Für Autos gibt es ja offenbar x andere Wege.

    • @Horst Sörens:

      Wenn eine Gruppe bestehende Regeln missachtet und damit Fakten schafft, ist das allerdings kein Grund, diese Fakten unbedingt in eine Neuregelung einfließen zu lassen.



      Die doppelt so lange Strecke ist nicht doppelt so lang, sondern die kürzeste Verbindung, die durch einen für den Autoverkehr eigentlich nicht geeigneten Weg nur scheinbar unterboten wird.



      Würden diese geschaffenen Fakten als offizielle Verbindung anerkannt, müsste die Straße dem Verkehr gerecht ausgebaut werden, was die CO2 Ersparnis von 4 Minuten Autofahrt in den nächsten Jahrzehnten kaum aufwiegen wird.



      Dass es in vielen Regionen zehnmal so viele Autos wie Fahrräder liegt, ist ein Faktum, das über Jahrzehnte entsprechender Verkehrspolitik geschaffen wurde. Dieses Faktum aufzuheben dauert Zeit.



      Und übrigens ist das Ziel an der Stelle neben dem Klimaschutz auch die Sicherheit der Kinder und die Lebensqualität der Umgebung.

  • Eigentlich zeigt der Vorgang exemplarisch die Regulierungswut des Staates und die Klagewut der Bürger.



    Niemand scheint in Deuschland mehr an einem vernünftigen Miteinander interessiert.



    Mit entsprechenden Inseln kann man leicht für Geschwindigkeitsreduzierung und Passierstellen sorgen.



    Aber einfache Lösungen verhindert sicher wieder die Baubehörden mit unendlichen Auflagen.



    Einfach ein paar Betonringe mit Bäumen könnte jeder Bauer aufstellen.

    • @Conrad:

      Na ja, wenn der zunehmende Autoverkehr bei der Straßenbreite nicht zusammen mit einem sicheren Schulweg passt, hilft auch Tempo30 nicht.



      Ich kann's nicht einschätzen, gebe ich zu.

    • @Conrad:

      Ihre so einfach dargestellte Lösung ist aber keine, wenn die Hälfte der Bevölkerung gegen exakt diese Lösung ist.



      Oder glauben Sie, eine Sperrung der Strecke für Autofahrer würde sich durch ein Schild erreichen lassen, wenn selbiges Schild schon heute niemanden von der Durchfahrt abhält?

      • @Herma Huhn:

        Ihre bauliche "Sperrung der Strecke für Autofahrer" wäre auch eine Sperrung eines Feldwegs für Traktoren 🤔