piwik no script img

Machtverhältnisse in Iran„Dieses Regime hat seine Basis“

Politikwissenschaftler Volker Perthes sieht vor allem negative Szenarien für Iran. Einen „regime change“ hält er für so gut wie ausgeschlossen.

Iranische Arbeiter montieren eine Plakatwand mit dem Porträt des verstorbenen Obersten Führers Chamenei Foto: Vahid Salemi/ap/dpa
Sabine am Orde

Interview von

Sabine am Orde

taz: Herr Perthes, wie bewerten Sie die aktuelle Lage im Iran?

Volker Perthes: Ich weiß natürlich nicht genau, was in Iran vorgeht. Aber wir sehen, dass das iranische Regime sich auf eine längere Auseinandersetzung einstellt und gewinnt, wenn es durchhält. Und gleichzeitig gibt es unterschiedliche Szenarien für die weitere Entwicklung dort.

taz: Welche sehen Sie?

Bild: Marc Darchinger
Im Interview: Volker Perthes

ist Politikwissenschaftler und Politikberater. Er war Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin und UN-Sonderbeauftragter für den Sudan. Sein neues Buch „Die Multipolarisierng der Welt“ ist gerade bei Suhrkamp erschienen.

Perthes: Das rangiert von einer pragmatischen Führung aus Teilen der politischen Elite, also einer Verlängerung der jetzigen Interimsführung unter Präsident Peseschkian, über einen Wechsel zu einer jüngeren, aber hartleibigeren Führung aus dem Kern der Revolutionsgarden. Die wäre dann nicht unbedingt sozial konservativ, aber hart nationalistisch und autokratisch. Ein drittes Szenario würde einen Aufstand der Bevölkerung bei gleichzeitiger Mobilisierung und Bewaffnung ethnischer Minderheiten in den Peripherien beinhalten, massive Repression durch das Regime und schlimmstenfalls Bürgerkrieg und Staatszerfall.

taz: Alles negative Szenarien …

Perthes: Mit dem ersten könnten die Amerikaner wahrscheinlich ganz gut leben. Und die Europäer auch.

taz: Sehen Sie keine Möglichkeit für einen Wechsel hin zu einem Regime im Sinne der Menschen, die auf die Straße gegangen sind?

Perthes: Möglichkeiten gibt es immer. Aber dass Reza Pahlavi wie Chomeini 1979 einfliegt, von den Massen begrüßt wird und eine Regierung formt, halte ich für Fantasie. Ich bin auch nicht sicher, ob das ein demokratisches Regime wäre. Ich halte es auch nicht für plausibel, dass durch die gegenwärtige Bombardierung das, was sich große Teile der Bevölkerung wünschen, herbeigeführt wird – also ein offeneres, pluralistisches, möglicherweise demokratisches Regime.

taz: Welche Rolle kann die Opposition nach den Massakern im Januar mit mutmaßlich 30.000 getöteten Demonstrierenden überhaupt noch spielen?

Perthes: Ich bin überzeugt, dass die Chancen auf einen friedlichen Machtwechsel hin zu einer besseren Regierungsform ohne ausländische militärische Intervention größer gewesen wären. Die Proteste sind immer weiter gewachsen, zuletzt waren zum ersten Mal auch die konservativen traditionellen Basari dabei. Bei den Gedenkfeiern nach der 40-tägigen Trauerzeit gab es wieder Proteste, man hat gesehen, wie sehr die Menschen politische Veränderung wollen.

Aber es gab in dieser Welt, jedenfalls nicht in den letzten Jahrzehnten, keinen erfolgreichen regime change durch Luftangriffe. Man kann damit militärische Infrastruktur zerstören und ein Land sozusagen heiß abrüsten. Man kann dabei auch die Führungsschicht dezimieren. Aber eben kein neues Regime aufbauen. Wir können davon ausgehen, dass die Amerikaner kein Interesse haben, mit eigenen Truppen vor Ort einen Regimewechsel innerhalb Irans zu administrieren. Und wenn man jetzt kurdische Milizen oder andere Kräfte mobilisiert und bewaffnet, dann ist das tatsächlich der Weg in einen Bürgerkrieg und zu einer weiteren Ausweitung dieses Krieges.

taz: Weiß Donald Trump, was er da tut – und was ist sein Ziel?

Perthes: Ich glaube, Trump weiß, was er gerade tut. Aber es ist ein Krieg ohne Strategie, ohne Plan für den Tag danach.

taz: Was ist das strategische Interesse der USA – und stimmt es mit dem der Israelis überein?

Perthes: Nein. Für die Israelis ist es letztlich nicht wichtig, was für ein Regime in Iran herrscht, solange es Israel nicht bedrohen kann. Auch Bürgerkrieg oder Staatszerfall in Iran sind für Israel tolerabel; Iran ist ja weit genug entfernt. Aber für die USA mit ihrem Interesse an strategischer Stabilität in der Golfregion und mit Blick auf ihre anderen Verbündeten dort, nämlich auf Saudi-Arabien und die anderen Golfmonarchien, ist das überhaupt nicht egal. Da kann man Bürgerkrieg und Chaos in Iran nicht wollen.

taz: Wie schwach ist Iran inzwischen? Sie haben das Land schon vor den aktuellen Luftangriffen einen „Scheinriesen“ genannt.

Perthes: Viele Akteure, einschließlich der Iraner selbst, haben so getan, als sei Iran sehr mächtig, also ein Riese unter den vielen Spielern in der Region. Seit den 1980er Jahren hat er sein eigenes geopolitisches Projekt im Nahen und Mittleren Osten betrieben: die „Achse des Widerstands“ – eine ideologisch motivierte Allianz, die sich vom Persischen Golf über Iran, den Irak, Syrien und Libanon bis zur Mittelmeerküste zieht und Israel in die Zange nimmt. Aber 2024, nach Israels Angriffen auf die Hisbollah, durch den Regimesturz in Syrien und die Schwächung der irakischen Milizen ist diese Achse schnell kollabiert. Im sogenannten Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Jahr wurde zudem die Luftabwehr des Iran dezimiert, das Urananreicherungsprogramm liegt unter Trümmern, wichtige Kommandeure der Revolutionsgarden und des Militärs wurden getötet.

taz: Wenn Iran also schwach ist, warum kann sich dieses Regime trotzdem halten? Wegen seiner Geschlossenheit und der unbedingten Bereitschaft zur Repression?

Perthes: Ich habe nicht schwach gesagt, sondern dass Iran nicht der geopolitische Hegemon ist, der es sein wollte und in einigen Ländern zeitweise war. Das Regime ist so resilient, weil es anders als etwa Syrien unter den Assads keine Familiendiktatur ist, sondern ein hoch institutionalisiertes Regime. Die Opposition ist zwar immer mehr gewachsen, aber auch dieses Regime hat seine Basis. Und es hat einen funktionierenden Repressionsapparat und setzt den, mit aller Gewalt, auch ein.

taz: Welche Gefahren sehen Sie durch die Angriffe der USA und Israels für die Region?

Perthes: Die horizontale Ausweitung des Krieges, man kann es auch Flächenbrand nennen. Wenn wir uns schwächere Länder wie den Libanon angucken: Das Land versucht zum x-ten Mal, die eigene Wirtschaft und die bei allen Schwächen demokratische Politik wiederzubeleben. Und dann kommt der nächste Krieg und sie müssen wieder neu anfangen. Aber wir sehen, dass alle Regierungen in der Region mit Ausnahme der israelischen und iranischen eine Ausbreitung des Krieges verhindern wollen. Die libanesische Regierung hat ziemlich mutig die militärischen Aktivitäten von Hisbollah verboten. Mal sehen, ob es ihr gelingt, das auch durchzusetzen. Das Gleiche gilt für die irakische Übergangsregierung, die versucht, die schiitischen Milizen im Zaum zu halten. Die Emirate, Saudi-Arabien, Oman und Katar reagieren bisher sehr zurückhaltend. Aber Iran schießt wild um sich und ist bereit, die in den letzten Jahren zu den Nachbarn mühsam aufgebauten Brücken abzureißen. Das gefährdet das Geschäftsmodell der Golfstaaten.

taz: Weil diese vor allen Dingen Stabilität brauchen.

Perthes: Genau. Diese Länder wollen sich auf die Post-Öl-Zukunft einstellen. Sie wollen sich als geoökonomischen Knotenpunkt in der Welt darstellen, an dem man sicher Geschäfte machen und leben kann. Ein Knotenpunkt für Finanzen und Tourismus und Kommunikation. Dieses neue Branding der Staaten ist erheblich gefährdet.

taz: Werden die Golfstaaten also versuchen, auf die USA einzuwirken, damit diese mit den Luftangriffen aufhören?

Perthes: Das dürfte schon die iranische Kalkulation sein. Also so viel Chaos zu schaffen, dass die Amerikaner versuchen werden, es zu beenden. Allerdings treibt Iran damit die Golfstaaten weiter in die Hände der Amerikaner. Und sie werden noch mehr als ohnehin schon in die eigenen Verteidigungskapazitäten investieren und gegenüber Iran weniger auf Kooperation zu setzen, sondern versuchen, ein militärisches Gleichgewicht aufzubauen. Und sie werden auch gegenüber Israel auf ein solches Gleichgewicht setzen. Sie sind zwar zur Kooperation mit Israel bereit, auch zu intensiver Zusammenarbeit, wenn Israel einen Ausgleich mit den Palästinensern findet. Aber als Hegemon in der Region wollen sie Israel nicht sehen.

taz: Sehen Sie die Gefahr, dass Europa in den Krieg hineingezogen wird?

Pertehs: Nicht wirklich. Es hängt natürlich immer alles davon ab, wie lange dieser Krieg dauert und ob er sich weiter ausbreitet, ob Iran die Türkei beschießt oder Zypern weiter angreift. Dann können wir das nicht ausschließen. Aber die Kapazitäten dafür hat Iran eigentlich nicht. Ich glaube, die Aufgabe der Europäer ist es, zusammen mit einigen der Golfstaaten zu versuchen, Auswege zu finden. Für Israelis, Amerikaner und Iraner. Eine Abfahrtsrampe aus der Eskalation.

taz: Hat Europa dafür noch genug Einfluss? Im Vergleich zu 2015, als es das Atomabkommen mitverhandelt hat, steht man jetzt eher am Rand. Sie haben von einer „Selbstneutralisierung“ Europas gesprochen. Was bedeutet das?

Perthes: Es stimmt, Europa hatte mal mehr Einfluss im Nahen und Mittleren Osten. Das hängt auch von den Partnern auf der anderen Seite des Atlantiks ab. Beim Atomabkommen 2015 waren die USA die führende Kraft, aber die Europäer haben eine aktive Rolle gespielt. Das war auch möglich, weil man gute Beziehungen in beide Richtungen hatte, also zu den USA und zu Iran. Seitdem die erste Trump-Administration das Atom-Abkommen in die Tonne getreten hat, haben die Amerikaner deutlich gemacht, dass sie kein Interesse daran haben, mit den Europäern etwas Neues zu versuchen. Aber Europa neutralisiert auch seine eigene Kraft, weil es nicht mit einer Stimme spricht, zum Beispiel in der Israel-Palästina-Frage.

taz: Was besonders an Deutschland liegt.

Perthes: Ja, aber nicht nur. Auch Frankreich ist häufig nicht zu Kompromissen bereit. Manchmal kommt es etwa in der UN-Generalversammlung gar nicht so sehr darauf an, wie Europa abstimmt, sondern ob es das gemeinsam macht. Die Europäer sind sich zum Beispiel einig, dass sie strategisch eine Zweistaatenlösung und Frieden wollen. Aber bei taktischen Fragen – etwa wann man einen palästinensischen Staat anerkennen sollte – verhakt man sich dann, obwohl diese Frage wirklich nicht entscheidend ist. Wir bringen eben zu oft unser Gewicht nicht zusammen.

taz: Sehen Sie irgendeinen Ausweg aus diesem ganzen Schlamassel?

Perthes: Es kommt mir komisch vor, dass ich hier das Gleiche sage wie zum Sudan oder anderen gewaltsamen Konflikten, aber es stimmt ja: Zuerst mal muss das Schießen aufhören. Dann gibt es Raum für Politik und für Diplomatie. Und da können die Europäer dann vielleicht, vielleicht eine Rolle spielen.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

18 Kommentare

 / 
  • Volker Perthes zeigt eben hier nur auf, was man geradezu banal finden kann: Die USA und Israel bombardieren den Iran, sie nehmen diesem Land seine militärische Stärke weg.



    Das bedeutet nicht, dass sie diesem Land eine demokratisch-pluralistische soziale Ordnung geben.



    Vielleicht wollen sie das gar nicht.



    Israel kann es nur recht sein, wenn eine geschwächte Islamisten-Diktatur mit einem großen Teil der Bevölkerung und mit den sunnitischen Minderheiten über Kreuz liegt.



    Besser kann ein Land nicht geschwächt sein, wenn dort keine Stabilität mehr ist und diese sich kaum noch erstellen lässt.



    Wirtschaftlich dürfte der Iran unten bleiben, weil die USA nicht nachgeben werden.



    Ich bin mir aber nicht sicher, ob das die Golf-Staaten nicht doch ganz gut finden, wenn der Iran stark geschwächt, aber ansonsten eine triste Diktatur bleibt, die eigentlich nur Unheil versprechen kann.



    Das müsste zumindest am Golf dazu führen, dass der Iran wenig gegen die arabischen Staaten auszurichten vermag.



    ->Langfristig ist die Bombadierungsstrategie eine Hochrisiko-Strategie.



    ->Aber langfristig wird der Iran kaum noch Raketen produzieren können.



    =Fragt sich, was kann der Iran überhaupt noch produzieren?

  • Denk echt irgend wer, die USA wären an einem mächtigem demokratischen Staat Iran interessiert ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Nö, aber wenn das Regime genug geschwächt ist, eröffnen sich Möglichkeiten. Das Volk hat bewiesen, dass es bereit ist sein Blut für die Freiheit zu vergießen. Ein massiv geschwächtes Regime und eine Bevölkerung, die nichts mehr zu verlieren hat, sind gute Zutaten für einen Regime Change.

  • ""Einen „regime change“ hält er (Perthes) für so gut wie ausgeschlossen.""



    ""Ich (Perthes) bin überzeugt, dass die Chancen auf einen friedlichen Machtwechsel hin zu einer besseren Regierungsform ohne ausländische militärische Intervention größer gewesen wären.""



    ==



    Manchmal frage ich mich wirklich wo Politikberater in den letzten 16 Jahren die Ereignisse im Iran verschlafen haben - wobei ich normalerweise die Expertise der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) sehr schätze.



    Die Erkenntnis das das grausame Massaker in Iran vom 7.-8 Januar liefert ist das kaum mehr vorstellbar ist, das eine Transformation mit friedlichen Mitteln - egal in welche Richtung - letztendlich als völlig unmöglich einzuschätzen ist. Eine andere Feststellung ist nach der Betrachtung der Demonstrationen und Aufstände zwischen 2009 und 2026 kaum möglich - nach jeder Demo in diesen 17 Jahren wurden die eingesetzten Repressionsmittel des Regimes dermassen verschärft sodas selbst eine friedliche Demo oder auch nur Kritik am Regime als unmöglich erscheint.



    Ein Regime change a la 1979 ist völlig unmöglich - weil das Regime genau weiss warum es 1980 gewonnen hat - und es darum mit Gewalt verhindern wird.

    • @zartbitter:

      Kein Kopftuch wurde noch faktisch zugestanden. Sobald aber Oppositionelle als 5. Kolonne Israels und der USA denunziert werden können, ist der Graben erst mal gezogen. Die USA hat kein Konzept, und das schmerzt bei den vielen Toten. Israel hat ein recht destruktives Konzept, da ist aber wenigstens Methode im Irrsinn.







      Der militärisch-theologische Komplex müsste seinen Einfluss und seine Privilegien massiv herunterfahren, aber dafür eben etwas gewinnen. In Südafrika war es Zugang zu internationalen Märkten und Behalten einer wirtschaftlich stärkeren Position, so unfair das Letztgenannte auch war.

      • @Janix:

        "Das iranische Volk verdient Freiheit, Würde und das Recht, über seine eigene Zukunft zu bestimmen – auch wenn wir wissen, dass dies während und nach dem Krieg mit Gefahren und Instabilität verbunden sein wird."



        EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

        • @zartbitter:

          Diplomatisch ausgedrückt diese US-Bevormundung zurückgewiesen.

          Was Saudi-Arabien, Israel und USA da abziehen, mag die vor allem treffen, die wir alle nicht mögen, aber eben erst mal das Volk und die Opposition. Marionette der USA ist seit Mossadegh und dem Schah keine Option im Iran.

  • "Zuerst mal muss das Schießen aufhören. Dann gibt es Raum für Politik und für Diplomatie. Und da können die Europäer dann vielleicht, vielleicht eine Rolle spielen."



    Gilt dieser Gedanke nicht auch für den Russland-Ukraine-Krieg. Da Russland nicht mit dem Schießen aufhört, kann man wohl davon ausgehen, dass er keine Interesse an einer politischen und diplomatischen Lösung hat.



    Das wollen viele Politiker in den USA und in Europa nicht sehen!

  • taz 12.1.26:



    "Die Islamische Republik ist in den Augen vieler zu einem reinen „Zombie-Regime“ verkommen. Sie verfügt in der Breite der Bevölkerung über keinerlei Legitimität mehr. Viele ihrer wichtigsten aggressiven Führungspersonen sind ihr bereits abhandengekommen. Oder sind im Sterben begriffen."



    Offensichtlich gibt es zumindest eine 'vita reducta' auf dem Weg zur 'vita minima' für die Führungskader der Volksunterdrückung, aber keinesfalls darf es eine Reanimation geben.



    Wenn in Teheran keine wirksame Erhebung möglich ist, muss sie von außen kommen.



    Die Beseitigung der Hydra ist eine Herkules-Aufgabe, aber es gibt kampferprobte Kräfte auf persischem Boden.



    Allerdings sind sie ohne ausreichende Logistik und schwere Waffen sowie ohne adäquate Luftunterstützung nicht für ein Regime Change handlungsfähig.



    Und ein Manko: die Vorgeschichte



    "Wie die USA iranische Kurden in den Krieg hineinziehen



    Donald Trump ermutigt kurdische Kämpfer zum Aufstand gegen die Mullah-Diktatur in Iran. Doch die Volksgruppe hat schlechte Erfahrungen mit den Versprechen von US-Präsidenten gemacht."



    sueddeutsche.de



    Der Unterschied?



    "Die Aseris spielen zudem innerhalb der iranischen Streitkräfte..."



    taz 2.3.26

  • Dieses Regime hat nicht nur seine Basis sondern diese Basis bildet auch die Mehrheit im Iran. Deshalb ist jeder Regimewechsel reines Wunschdenken.

    • @Alberta Cuon:

      Das mit der Basis möchte ich mal in Abrede stellen, selbst unter den ehemals regimenahen Verwandten und Bekannten im Iran ist die Unterstützung angesichts vor allem des Nepotismus geschwunden. Wenn man bei der Inflation kein oder weniger Gehalt bekommt weil die Regierung Terroristen im Ausland finanziert und privat Milliarden abzweigt.



      Die Zeit sozialer Wohltaten die vorher auch für eine gewisse Zustimmung gesorgt haben ist länger vorbei.



      Das Regime beherrscht die Unterdrückung mit Waffengewalt und Überwachung auch dank technischer Unterstützung aus Russland und China.

    • @Alberta Cuon:

      @Alberta Cuon



      Wer will denn einen Regierungsechsel im Iran ? Trump geht es allein darum die Hoheit über die Öl Lieferungen vom Iran an China zu unterbinden.

    • @Alberta Cuon:

      Absoluter Blödsinn , deswegen hat das Regime ja so ein Massaker anrichten müssen. Selbst Wein Kern zerbröselt.

    • @Alberta Cuon:

      Nach allem, was ich gelesen habe, sind 80% der Bevölkerung gegen das derzeitige Regime.

    • @Alberta Cuon:

      Was macht Sie so sicher, dass es so ist, wie Sie sagen? Ich weiß nicht, ob die "Basis" dieses Regimes auch "die Mehrheit im Iran" bildet. Ich weiß nur, dass die Basis des Regimes, nämlich die Revolutionsgarden, schwer bewaffnet, straff organisiert, und hinsichtlich ihres Machterhalts vollkommen skrupellos ist.

    • @Alberta Cuon:

      Die Armut im Iran hat durch über 6.000 internationale Sanktionen drastisch zugenommen, wobei Schätzungen zufolge bis zu 90 % der Bevölkerung in Armut leben.



      Perspektivlosigkeit durch hohe Inflation, Arbeitslosigkeit, der Verfall der Infrastruktur und massive Kaufkraftverluste, was auch die Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln drastisch erschwert sind die Treiber der Unzufriedenheit der Iraner mit dem Mullah - Regime.



      =



      Armutsquote: Schätzungen zufolge leben etwa 45 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, während insgesamt bis zu 90 % von Armut betroffen sind.



      =



      Wirtschaftskrise: Die Sanktionen, insbesondere die der USA, haben die Wirtschaft schwer getroffen und den Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr blockiert.



      =



      Versorgungslage: Der Kaufkraftverlust führt dazu, dass sich viele Menschen lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel und Medikamente nicht mehr leisten können.



      =



      Die Reaktion zum Machterhalt des Regimes waren 5.000 Todesstrafen im Jahr 2025 und bereits 530 durchgeführte Todesstrafen im Januar und Februar 2026.



      Die Opfer der Massaker am 7. - 8. Januar müssen noch hinzu gerechnet werden.



      =



      Soviel zur Basis der Massakermullahs in der Bevölkerung.

      • @zartbitter:

        Wenn Sie sich mal ansehen, was die Regimelinge trotz Sanktionen an Geldern gestohlen und ins Ausland gebracht haben und an Terrororganisationen verpulvert haben, dann ist die wirtschaftliche Lage eher darauf zurück zu führen.



        Das Geld ist nicht weg, nur woanders. (Wie bei uns, da hat sich ja auch einiges Kapital ganz oben akkumuliert, während unten der Gürtel enger geschnalkt werden soll.)

    • @Alberta Cuon:

      Das steht ja ziemlich im Gegensatz zur öffentlichen und zur veröffentlichten Meinung.



      Woher wissen Sie das, haben Sie Quellen?