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Konkurrenzkampf in der MilchwirtschaftRiesenkonzern darf Deutschlands größte Molkerei übernehmen

Die EU-Kommission hat keine Wettbewerbsbedenken, wenn die dänische Arla das Deutsche Milchkontor (DMK) schluckt. Bauern sind in der Frage uneins.

Der Kuh ist es egal, aber nicht alle Milchbauern sind von der Übernahme der DMK durch Arla begeistert Foto: Pflügler Photo/imago

Die EU-Kommission hat die Übernahme der größten deutschen Molkerei, DMK, durch den dänischen Konkurrenten Arla genehmigt. Sie habe „keine Wettbewerbsbedenken“ und erteile deshalb auch keine Auflagen für die Schaffung der dann größten Molkereigenossenschaft in Europa, teilte die Behörde in Brüssel mit. Die Bauern sind in der Frage gespalten. DMK ist bekannt für Marken wie Milram, Humana und Alete.

Zwar konkurrierten DMK und Arla derzeit in Gebieten wie Norddeutschland um Milchlieferungen von Bauern, so die Kommission. Dieser Wettbewerb fällt wegen der Fusion weg. Aber Arla zahle den Landwirten – ihren Genossen – überall den gleichen Preis. Sie habe auch keinen Anreiz, den Preis zu drücken, „weil die angeschlossenen landwirtschaftlichen Betriebe sonst zu anderen Genossenschaften wechseln würden“. Die Einzelhändler könnten die Aufträge für ihre Eigenmarken auch künftig unter genug leistungsfähigen Unternehmen ausschreiben.

Der Deutsche Bauernverband, der die meisten Landwirte vertritt, bewertet den Zusammenschluss als „grundsätzlich positiv“. Arla verfüge über eine „etablierte Exportinfrastruktur in wachstumsstarken Märkten“. „Daraus ergeben sich strukturell verbesserte Vermarktungschancen für die verarbeitete Milch, von denen unmittelbar auch die deutschen Milcherzeuger profitieren müssen“, sagte Bauernverbands-Vizepräsident Karsten Schmal am Freitag der taz.

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„Absolut empört“

Die zweitgrößte Interessenvertretung der Branche, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, dagegen sieht die Fusion kritisch. In der Praxis könnten viele Bauern nicht die Molkerei wechseln, wenn sie mit ihr unzufrieden sind, sagte Sprecher Hans Foldenauer der taz. Denn zahlreiche Unternehmen könnten gar nicht mehr Milch verarbeiten.

Aber Foldenauer ergänzte: „Eine etwas knappere Milchversorgung wäre für uns Bäuerinnen und Bauern wesentlich entscheidender, als ob es eine Molkerei mehr oder weniger gibt.“ Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft zeigte sich „absolut empört“, weil die Kommission die Belange der Bauern „offenkundig viel zu wenig berücksichtigt“ habe.

Arla hat laut Kommission mehr als 7.000 Landwirte in Dänemark, Schweden, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden als Mitglieder. Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat seinen Sitz im niedersächsischen Zeven und seine Verwaltung in Bremen. Der Genossenschaft gehören rund 4.000 deutsche Milchbauern an.

Von der Fusion ist auch das Unternehmen DOC mit ungefähr 600 Mitgliedern in den Niederlanden und Deutschland betroffen. Diese Genossenschaft sammelt die Milch der Bauern und liefert sie dann ans DMK.

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4 Kommentare

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  • Die Konzentration in der deutschen Milch-und Fleischindustrie ist bereits erschreckend. In der Fleischindustrie mit Tönnies und Westfleisch als Hauptplayer bereits erdrückend für die Landwirte. Die Entwicklung geht bei der Milchindustrie, die heute noch vielfältiger aufgestellt ist in die gleiche Richtung. Oligopole schaden vor allen Landwirten, die Verbraucher werden irgendwann auch ihren Preis bezahlen. Keine gute Entwicklung in Deutschland und Europa und die Politik macht kaum was dagegen.

  • Welche anderen Genossenschaften stehen denn dann noch in Konkurrenz zu Arla, und gibt es dann eine echten Wettbewerb so dass die Bauern wirklich wechseln könnten? Mir scheint eher der Abnahmepreis wird jetzt schon von den grossen Verarbeitern diktiert und die Bauern müssen mitmachen. Eine echte Genossenschaft scheint die Arla auch nicht mehr zu sein.

  • „ Foldenauer ergänzte: „Eine etwas knappere Milchversorgung wäre für uns Bäuerinnen und Bauern wesentlich entscheidender,…“

    Paar Wörter ersetzen und genau das sagt die OPEC auch immer. Und wer steht dann mit Treckern auf der Autobahn? Etwas knapper bringt mehr Profit, für Wenigere. Klar, jeder soll sein Auskommen haben, aber wenn das in dem Zusammenhang das wichtigste Argument ist, sollte man vielleicht auch Verbraucherinnen fragen.

    • @fly:

      Ihr Fehler in dieser Rechnung ist das Sie davon ausgehen wenn Sie mehr bezahlen im Geschäft das dann Landwirte mehr erhalten, dem ist bei weiten nicht so. Vor 40 Jahren haben Landwirte für einen Liter Milch 80 Pfennige erhalten, heute bekommen sie knapp unter 40 Cent/Liter. Nimmt man jetzt die Lohnentwicklung, Inflation, Unkosten, Auflagen die in diesen 40 Jahren dazu gekommen sind wird die Milch heute geradezu verramscht. Nicht um sonst haben in diesem Zeitraum 500000 Landwirtschaftliche Betriebe aufgehört.