Militärmanöver zwischen USA und Südkorea : Trump’sche Besserwisserei
Der US-Präsident kündigt an, das US-Manöver mit Südkorea zu verringern. Es geht ihm offenbar nicht um Friedenssicherung, sondern wieder nur um ihn.
Foto: Jung Ui-Chel/Matrix Images/imago
A uf der koreanischen Halbinsel ist es in Jahrzehnten weder gelungen, das Risiko eines erneuten Ausbruchs des Korea-Krieges substanziell zu reduzieren, noch Nordkoreas Atombewaffnung zu verhindern. Was auch versucht wurde, nichts hat Nordkoreas Regime auf einen Verhandlungsweg bringen können. Vielmehr besteht heute kein Zweifel mehr daran, dass Pjöngjang inzwischen über Atomwaffen verfügt. Das Regime dort hat nicht nur Hungersnöten und Sanktionen auf Kosten seiner Bevölkerung getrotzt, sondern erlebt derzeit einen Wirtschaftsboom infolge russischer Milliardenzahlungen für Pjöngjangs Hilfe im Ukraine-Krieg.
Neue Lösungsansätze beim Korea-Konflikt sind also begrüßenswert. Dazu sollte es auch gehören, die jährlichen Manöver von Streitkräften der USA und Südkoreas zu prüfen. Doch US-Präsident Donald Trumps einseitiges Vorgehen weckt den Verdacht, dass es ihm gar nicht um Friedenssicherung geht. Vielmehr möchte er offenbar Südkoreas liberaler Regierung eins auswischen. Da Trump mit Südkoreas Präsident Lee Jae Myung über Kreuz liegt, bekommt das jetzige Zurückfahren des US-Engagements den Charakter einer finanziellen Drohung.
Da Trumps Ankündigung am Tag des Manöverbeginns erfolgte, ist sie zunächst lediglich ein einseitiger Sturm im Wasserglas. Denn am diesjährigen Manöver ändert sich nichts. Eine aussichtsreiche Friedenspolitik basiert aber nicht auf einseitigen und selbstherrlichen Social-Media-Posts, sondern auf einer abgestimmten Strategie, die mit vertrauensbildenden Maßnahmen beginnt und Schritt für Schritt auf Gegenseitigkeit aufbaut.
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Dabei sind Gipfeltreffen, wie Trump sie bereits dreimal mit Nordkoreas Machthaber hatte, kein Selbstzweck. Vielmehr sollten sie am Ende eines Verhandlungsprozesses stehen. Trumps jetzige Ankündigungen lassen jede Konsistenz und Ernsthaftigkeit vermissen. Sie nähren in ihrer Stümperhaftigkeit den Verdacht, dass es ihm in erster Linie um eigene Besserwisserei und um Ablenkung von eigenen Misserfolgen geht.
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