Leihmutter über ihre Erfahrungen: „Ich fühlte mich nie wie ‚nur ein Gefäß‘“
Sie wollte anderen helfen, sagt eine Leihmutter aus den USA. Die Leihmutterschaft habe ihr ihre Identität nicht genommen – im Gegenteil, es habe sie gestärkt.
Foto: Sylvie Cambon/Maxppp/imago
Nicole Smith ist die Leihmutter des zweiten Kinds von Max Becker und seinem Mann. Ein Interview mit ihm finden Sie hier. Auch Smith heißt eigentlich anders. Ein Protokoll.
„Ich bin Leihmutter geworden, weil ich so Leuten dabei helfen konnte, Eltern zu werden. Für mich ging es nie darum, „ein Baby wegzugeben“. Es ging darum, einer Familie zu helfen. Als Mutter weiß ich, wie bedeutsam diese Verbindung ist. Und anderen diese Erfahrung ermöglichen zu können, war eine der größten Ehren meines Lebens.
Ich verstehe die Bedenken anderer, vor allem wenn sie nur von solchen Fällen gehört haben, in denen Frauen ausgebeutet oder unter Druck gesetzt wurden. So was darf niemals vorkommen, und wir müssen auf solche Fälle aufmerksam machen.
Ich fühle mich wertgeschätzt
Meine Erfahrung war jedoch eine andere: Ich war eine mündige Erwachsene, die diesen Weg freiwillig gewählt hat. Ich hatte Rechtsbeistand, medizinische Versorgung, psychologische Betreuung und konnte immer Entscheidungen treffen. Ich fühlte mich nie wie ‚nur ein Gefäß‘. Ich fühlte mich von den Wunscheltern, meiner Agentur und den Ärzten respektiert, wertgeschätzt und gut betreut.
Die Leihmutterschaft hat mir meine Identität nicht genommen – im Gegenteil, sie hat sie gestärkt. Leihmutterschaft muss immer die Gesundheit, Würde, Autonomie und Einwilligung der Leihmutter in den Vordergrund stellen. Wenn all das gewährleistet ist, kann es für alle Beteiligten eine zutiefst bereichernde Erfahrung sein.“
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