Verkleidete Menschen und Polizisten

Auf dem Weg zur Kundgebung: Karneval hatte es in Berlin schon immer schwer Foto: Karsten Thielker

„Hygiene-Demonstrationen“ in Berlin:Lederkutte trifft Steppjacke

19 Demonstrationen waren angemeldet. Es traten auf: Esoteriker, Verschwörer, Neonazis – und die Antifa. Nach Freiheitsberaubung sah das nicht aus.

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17.5.2020, 18:46 UHR

Am Samstagnachmittag sind viele Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz unterwegs, allen voran Teenies mit OP-Masken und Einkaufstüten. Sie leben die Freiheit aus, die ihnen einige Wochen lang wegen der Ausbreitung einer Epidemie verwehrt blieb: Sie treffen einander, zeigen sich, gehen in Geschäfte. Dass sie dafür in Warteschlangen anstehen müssen und zum Schutz aller eine Maske tragen, hält sie weder davon ab, noch scheint es sie großartig zu stören. Auch die Polizei, die sich dominant über den Platz verteilt hat, ändert nichts daran.

Deren Präsenz gilt den Menschen, denen noch das letzte bisschen Coronamaßnahme als Rahmen ihrer Erzählung der Freiheitsberaubung dient. Sie wollen an diesem Tag Sichtbarkeit zeigen. Wofür oder wogegen, ist nicht klar formuliert. Es gibt die böse Elite und das gute Wir – auf diesem Boden lässt es sich stampfen, marschieren, aber auch meditieren. Doch ist es wirklich der Querschnitt der Gesellschaft, oder sind es zumindest politische Lager, die sich an diesem Tag eine Bühne erhoffen? Und wem gilt ihre Inszenierung?

Ein junger Mann mit braunen Locken läuft quer über den Alexanderplatz. Er sieht aus wie ein Sandwich zwischen den zwei braunen Pappschildern vor und hinter seinem Oberkörper. „How to stay at home without home“, steht darauf in neonorange Lettern. Zielgerichtet geht er durch eine Lücke der aufgebauten Polizeiabsperrung Richtung Brunnen der Völkerfreundschaft. In der letzten Woche trafen sich eben hier Ver­schwö­rung­sideolog:innen, aber auch Hooligans und Hippies. Heute nicht.

Der junge Mann bewegt sich zu Menschen, aus deren ausgewaschenen Basecaps blondierte Haare herausschauen. An einem Lautsprecherwagen befestigen drei Personen ein Transparent: „Hanau war kein Einzelfall“. Heute gehört dieser Ort Antifaschist:innen, die sicht- und hörbar für eine offene Gesellschaft demonstrieren.

Mann mit Scheibe vor dem Gesicht

Viel Rauch um den Protest: „Hygiene“-Demonstrant in Berlin Mitte Foto: Karsten Thielker

Ein Polizist läuft mit einem Karton Doughnuts vorbei, ein anderer in Warnweste stellt sich zu den Demonstrant:innen und sagt: „Sie machen das schon ganz großartig, bleiben sie so weit auseinander stehen, dann wirkt das auch etwas größer.“ Die Stimmung ist friedlich: Die Sonne kommt zwischen den Wolken hervor und im Hintergrund läuft elektronische Musik mit armenischem Gesang. Die Demonstrant:innen halten ein Absperrband, damit das Ausmaß ihrer Versammlung für die Polizei berechenbar bleibt. „Alle, die mit uns demonstrieren wollen, können hier mit reinkommen“, sagt ein Mann durch ein Megafon.

Die Lage ist mehr als unübersichtlich

Dies ist eine von 19 Demonstrationen, die unweit voneinander entfernt in Berlins Mitte stattfinden. Die Lage ist unübersichtlich, besonders für jene, die nicht gewillt sind, für Offenheit zu demonstrieren.

Es sind Glatzköpfe, die zwischen den Pas­sant:­in­nen auffallen. Aber auch Menschen mit Bürstenschnitt, Seitenscheitel und geflochtenen Zöpfen schütteln ihren Kopf ungläubig und suchen mit ihren Augen nach Gleichgesinnten. Ein Mann sagt durch sein grünes Tuch zu seiner Begleiterin: „So viele Demos, man weiß gar nicht, wo man sich einordnen soll.“ Gerade wegen dieser Orientierungslosigkeit sind es eher die Nebenschauplätze, an denen sich an diesem Samstag die einprägsamen Szenen abspielen.

Protestierender, auf der Suche

„So viele Demonstrationen, man weiß gar nicht, wo man sich einordnen soll“

An einer Ampel auf dem Weg zum nahen Rosa-Luxemburg-Platz steht eine orientierungslose Gruppe von neun, in der Mehrzahl älteren Menschen neben ihren Fahrrädern. Auf den ersten Blick könnte man meinen, sie seien auf einer Fahrradtour. Sie schauen abwechselnd auf ihre Telefone, dann in der Gegend herum. Auf den zweiten Blick hat einer von ihnen, ein junger blonder Mann in Trekkinghose, schwedische Nationalflaggen an seinem Fahrrad und die neueste Ausgabe „Demokratischer Widerstand“ in der Hand – das wöchentliche Papier der Verschwörer:innen.

Verkleidete Menschen

Der Sinn dieses Protests bleibt manchem Beobachter verschlossen Foto: Karsten Thielker

Er erklärt einem Passanten die Lage: „Da hinten ist die Antifa. Da habe ich mich früher auch mal zugehörig gefühlt“ – „Also ist die Antifa gegen die Hygienedemos? Sind die unhygienisch oder was?“ – „Nee weil wir angeblich rechts und Verschwörer sind“ – „Ich versteh die Leute nicht, und was ich gar nicht verstehe, sind diese Regeln“ – „Richtig, das wollen viele nicht mehr mitmachen“ – „Wir ja auch nicht, aber wir gehen einfach einkaufen“, sagt der Passant und deutet auf seine Begleiterin und sein kleines Kind, die sich bereits abwenden. Der Mann in der Trekkinghose referiert von der Aushebelung des Grundgesetzes, grenzt sich immer wieder nach rechts ab, behauptet aber auch, die Linken gebe es nicht mehr, was heute auf der Straße sei, sei „institutionell aufgestellt“.

Die Radler:innengruppe ist zwar verschwörungsideologisch gefestigt, aber unsicher, wo sie ihre Inhalte hintragen soll, denn auch auf dem Rosa-Luxemburg-Platz sind Antifaschist:innen. „Bis letzte Woche konnte man sich noch sicher sein, dass da die Gleichgesinnten sind, und heute kam ich dahin und war richtig schockiert. Da ist alles voll mit Antifa“, sagt ein Radler. Ob die rechten Hooligans der letzten Woche auch zu seinen Gleichgesinnten zählten? – „Letzte Woche war ich ausnahmsweise mal spät dran, das habe ich dann nicht gesehen“, sagt er.

Auf dem Weg zum Rosa-Luxemburg-Platz herrscht viel Unmut. Die Erzählung von der „aggressiven Antifa“ und „kriegsähnlichen Zuständen“ wird weitergetragen. An einer Kreuzung verteilen zwei junge Frauen in schwarzen Jacken und mit Mundschutz rote Flugblätter. „Gates noch?“, steht darauf über sehr viel Text. Die Reaktionen fallen verschieden, aber entschieden aus. Eine blonde Frau bringt den Zettel hämisch lachend und sagt, sie hätten sich die Druckertinte sparen können. Eine ältere Frau fragt, ob sie noch ein paar Zettel haben könne, „für die, die sich heute nicht hertrauen“. Ein Mann blickt auf den Zettel und hebt seinen rechten Arm reflexartig zu einem Hitlergruß in die Luft. Als die Frauen daraufhin laut werden, ruft er: „Ihr seid die Nazis!“

Proteste bundesweit: Am Wochenende sind erneut Tausende Gegner der Corona-bedingten Einschränkungen auf die Straße gegangen. Größere Aktionen gab es in Berlin, Stuttgart und München. Auch in Frankfurt am Main, Nürnberg, Leipzig und Bremen gab es Proteste. In Halle wurde ein ­ZDF-Team verbal attackiert.

Teilnehmerzahl: Mancherorts begrenzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf die zugelassene Zahl. In Stuttgart durften nur 5.000 Personen demonstrieren, in München 1.000.

Bußgelder: In Stuttgart verhängte die Polizei wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht Bußgelder in Höhe von rund 20.000 Euro, in München wurden mehr als 20 Menschen angezeigt. (afp)

Der Rosa-Luxemburg-Platz selbst ist an diesem Samstag der ruhigste Ort von Berlin-Mitte. Vor der Volksbühne tanzen vereinzelt ein paar Menschen mit Reptilienmasken aus Karton und einem Transparent, auf dem „Abstand halten von rechten Ideologien und Verschwörungsmythen“ steht. Wer auf den Platz möchte, scheitert an der Polizeiabsperrung. Die Aggressiveren bleiben stehen und provozieren, die Ruhigeren begeben sich enttäuscht zurück auf die Suche nach Gleichgesinnten. Eine Bewegung sieht anders aus.

Ein fester Treffpunkt ist der drei Kilometer entfernte Platz der Republik. Wie auf allen angemeldeten Demonstrationen in Berlin sind auch auf der Wiese vor dem Reichstag nur 50 Personen gestattet, und doch ist die Grünfläche voll mit Menschen, darunter vielen Frauen. Sie sitzen vereinzelt und in Kleingruppen im Schneidersitz und „meditieren“, das behaupten sie jedenfalls, als Polizist:innen ihnen den Platzverweis aussprechen.

Während die Esoteriker:innen größtenteils vor dem Reichstag bleiben, ziehen andere durch den Tierpark zurück zum Brandenburger Tor. Schon auf dem Weg dahin herrscht beschwingte Volksfeststimmung, inklusive Bier. Drei ältere Frauen mit Bürstenhaarschnitt stoppen kurz vor dem Brandenburger Tor, um sich fotografieren zu lassen. „Was sollen die machen?“, fragt die eine und zeigt auf einige Polizist:innen. „Das ist genial! Das ist keine Demo. Wir gehen einfach umher!“, sagt sie, während sie das Foto auf ihrem Smartphone betrachtet. Ein Erinnerungsbild an die euphorische Freude, dass es nun endlich loszugehen scheint. Doch was eigentlich?

Nazikader beobachten lächelnd die Lage

Auf der anderen Seite des Tores treffen Lederkutten mit Totenköpfen auf adrette Steppjacken. Nazikader beobachten die Lage lächelnd vom Rand her. Wer hier dabei ist, wird später nicht behaupten können, das nicht gesehen zu haben.

Einkaufender Passant, ratlos

„Also ist die Antifa gegen die Hygienedemos? Sind die unhygienisch oder was?“

Von der Polizei unbegleitet machen sich einige Hundert Menschen auf dem Fußweg unter den Linden entlang zum Alexanderplatz. Der Strom ist zwischen den Passant:innen leicht erkennbar, da niemand von ihnen einen Mundschutz trägt. Ansonsten fehlt es an optischen Alleinstellungsmerkmalen: Da sind Männer und Frauen, jüngere und ältere. Einige tragen Plakate mit Herzen darauf gemalt, andere verspiegelte Sonnenbrillen. Manche haben Steppjacke an, andere Lederkutten. Es wäre schwer zu sagen was ihnen optisch gemein ist. Ein Querschnitt der Gesellschaft sind sie dennoch nicht. Dazu genügt es, sich vor Augen zu führen, wie viele Glatzköpfe es wohl in Deutschland gibt – im Verhältnis deutlich weniger – und wie viele People of Color – im Verhältnis deutlich mehr.

Ginge es hier tatsächlich um die Befreiung von Maßnahmen, müssten sich die De­mon­strant:­in­nen eingestehen, dass sie woanders spazieren oder sogar vor ihrem Lieblingscafé sitzen könnten. Als die ersten von ihnen den Marx & Engels Park erreichen, kommen Einsatzfahrzeuge der Polizei und zerteilen den Strom schrittweise in kleine Teile. Auf allen Seiten der Polizei stehen nun wetternde Demonstrant:innen.

Mann mit Deutschland-T-Shirt

Deutschland-Liebhaber auf einer der Berliner Demonstrationen Foto: Karsten Thielker

Eine junge Frau in feiner roter Anzughose und schwarzem Mantel lässt sich von einem Mann zurückhalten. Sie ruft: „Jetzt kesseln die uns ein, tun so, als wären wir weiß ich wer.“ Auf der anderen Seite der Polizeigrenze springt ein sportlicher Mann mit roter Pudelmütze herum und versucht, durch Rufe zu provozieren. Wieder ein paar Meter weiter brüllt ein Mann zusammenhanglose Sätze. Die Worte sind laut, die Gesten groß – einen Inhalt aber sucht man bei diesen Demonstrant:innen vergebens. Ob diese zur weiteren Mobilisierung reichen werden, bleibt abzuwarten. Völlig ausgeschlossen ist es aber nicht.

„Wir gehen nur spazieren“

Denn anstatt Inhalte nach außen zu transportieren, richten sich die meisten Teilnehmenden selbstvergewissernde Aussagen nach innen: „Wir gehen nur spazieren.“ „Ja, ja, wir Verschwörungstheoretiker.“ „Wo sind sie denn, die Nazis?“ Es bräuchte nur wenige Schritte zur Seite, um die offensichtlichen Nazis zu sehen. Es bräuchte nur wenige Schritte zurück, um den Irrsinn der Situation zu begreifen. Aber die Menschen bleiben in ihren selbstvergewissernden Kleingruppen, umspült von einem Sound aus Bob Marleys „Get up, stand up“, Gebrüll, Hundebellen und Sirenen. Sie betrachten ihre Mitstreiter:innen mit dem gleichem Maß an filternder Ignoranz, das sie wissenschaftlichen Fakten entgegenbringen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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