Hightech-Agenda Deutschland: Fahrplan für Deutschlands digitale Zukunft
Sechs Wochen lang können Bürger die Hightech-Agenda kommentieren. Eine Chance, grüne Impulse in Deutschlands Technologiepläne einzubringen.
Großer Technologieauftrieb in dieser Woche im Berliner Regierungsviertel: Die Hightech-Agenda Deutschland (HTAD), das langfristige Innovationsprogramm der Bundesregierung, hat für seine sechs Zukunftstechnologien endlich die Umsetzungsfahrpläne bekommen, neudeutsch „Roadmaps“.
In den „HTAD-Tagen“, orchestriert von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, jagte eine Roadmappräsentation die nächste: Übergabe im Kanzleramt, Kabinettsbefassung, Forschungsausschuss des Bundestages, Pressekonferenz im Ministerium. Zugleich wurde eine digitale Konsultation gestartet, an der sich in den kommenden sechs Wochen neben den Fachexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft auch Technologie-interessierte Bürger beteiligen können.
Als „Fahrplan für die Zukunft“ bezeichnete Bär die sechs Roadmaps für die Schlüsseltechnologien künstliche Intelligenz, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion, Batterien und Quantentechnologie. Auf 126 Seiten sind darin 76 „Flaggschiff-Maßnahmen“ definiert, die von unterschiedlichen Akteuren in Hochschulen, Unternehmen und Verwaltungen in den nächsten Jahren kooperativ umgesetzt werden sollen.
Seitens des BMFTR stehen dafür 18 Milliarden Euro zur Verfügung. Sinn der Übung: Mit der HTAD wolle die Bundesregierung Deutschland zum „Top-Technologieland“ machen und die Standortattraktivität für Forschung und Wirtschaft erhöhen, hatte Bär im Ausschuss erklärt. Unter anderen soll die künstliche Intelligenz so schnell in die wirtschaftliche Anwendung gebracht werden, dass in 2030 die deutsche Wirtschaftsleistung zu zehn Prozent durch KI-Techniken zustande kommt.
Technikeuphorie nicht ansteckend
Aber von der Technikeuphorie sind nicht alle infiziert. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke hat in der Agenda gravierende Leerstellen ausgemacht. Wenn Deutschland in den Feldern KI und Mikroelektronik erfolgreich sein wolle, „dann müssen Effizienz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit zum strategischen Schwerpunkt gemacht werden“, erklärte die forschungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion gegenüber der taz.
„Auf Nachhaltigkeit fokussierte Lösungen können echte Wettbewerbsvorteile schaffen“, betonte Lübcke. Hierzu finde sich aber „zu wenig in der Hightech-Agenda“. Zudem dürften strategische Forschungsfelder wie Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsforschung sowie Geistes- und Sozialwissenschaften „nicht nur beiläufig erwähnt werden“.
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Dies werde zu wenig beachtet, so die Grünen-Abgeordnete: „Transformation ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe“. Die Onlinekonsultation eröffnet jetzt die Chance, in die Hightech-Agenda mehr „grüne Impulse“ einzuspeisen.
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