Grünen-Chefin über Corona und Familien: „Es ist nicht easy-peasy“

Der Kita-Notbetrieb muss ausgeweitet werden, um Kinder nicht sozial zu isolieren, sagt Annalena Baerbock. Zudem fordert sie ein Corona-Elterngeld.

Frida steht vor einem abgesperrten Spielplatz

Kinder dürfen, wie ältere Menschen, sozial nicht isoliert werden, sagt Annalena Baerbock. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

taz am Wochenende: Frau Baerbock, Sie haben zwei kleine Kinder und arbeiten im Moment meist von zu Hause aus. Wie geht es Ihnen?

Annalena Baerbock: Auch bei mir ist das nicht nur easy-peasy. Was mich aber vor allem bewegt, ist, zu erleben, was das mit Kindern macht. Gerade meiner jüngsten Tochter fehlen andere Kinder tierisch. Sie hat jeden Tag mehr Hummeln im Po. Und wenn dann das Schaumbad in der ganzen Wohnung verteilt wird, spürt man bei sich selbst, wie der Pegel zwischen Amüsiertheit in Gereiztheit umschlägt. Wie ist es da erst für Alleinerziehende, die mit all dem alleine dastehen. Ohne Garten. Für Familien, die auch noch existenzielle Sorgen haben.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben entschieden, dass Kitas bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Finden Sie das richtig?

Klar kann man nicht sofort alle Kitas und Schulen ohne Voraussetzungen auf einmal öffnen. Aber die Ansage, Kitas und Grundschulen bleiben bis auf Weiteres zu – Ende der Durchsage –, ist fatal. So wie die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten richtigerweise entschieden haben, ältere Menschen nicht zu isolieren, dürfen auch Kinder nicht sozial isoliert werden.

Viele Eltern arbeiten gerade zu Hause, müssen aber auch ihre Kinder betreuen. Beides zu vereinbaren ist schwer. Welches Feedback bekommen Sie da?

Da ist Druck im Kessel, die Belastungen nehmen zu. Einen Dreijährigen und eine Fünfjährige kann man nicht auf Dauer neben einem Vollzeitjob betreuen. Es geht ja nicht um Ruhighalten. Kinder brauchen Gespräche, soziale Interaktion, Bewegung.

... und längst nicht alle haben einen Garten oder viel Platz.

Genau. Je kleiner die Wohnung, desto krasser die Situation. Wer mit Kindern in einer engen Zwei-Zimmer-Wohnung an einer Hauptverkehrsstraße wohnt, leidet umso mehr. Besonders Frauen trifft es hart. Eine solche Situation nagt nicht nur an den Nerven, sie kann dramatisch werden.

Inwiefern?

39, ist seit Januar 2018 gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende der Grünen. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Potsdam.

Frauen arbeiten überproportional in den sozialen und schlecht bezahlten Berufen, sind mehrheitlich diejenigen, die sich um die Kinder kümmern und jetzt wieder zu Hause bleiben. Nehmen Sie eine alleinerziehende Pflegekraft. Sie gibt ihr Kind tagsüber in der Notbetreuung ab, kommt nach der anstrengenden Schicht nach Hause – und soll dann ihr Kind in Englisch unterrichten, was sie vielleicht selbst gar nicht beherrscht. Irgendwann geht das nicht mehr. Und nicht für alle Kinder und Frauen ist die Familie der heile Rückzugsort. Die häusliche Gewalt steigt.

Was folgern Sie daraus? Würden Sie die Kitas sofort wieder öffnen?

Soziale Hilfeeinrichtungen wie Tafeln und Archen sollten dringend unter Hygiene- und Abstandsauflagen wieder öffnen. Kinderschutz ist nicht aufschiebbar. Und auch bei den Kitas gibt es ja nicht nur schwarz-weiß, ganz auf oder komplett zu, sondern viele Abstufungen dazwischen, die es zu nutzen gilt.

Was meinen Sie damit?

Der derzeitige Notbetrieb sollte ausgeweitet werden. Zuallererst auf Kinder von Alleinerziehenden und Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Und zwar in den Kitas selbst, um viel Platz zu haben, wo es auch schrittweise Spielzeiten für alle anderen Kinder geben könnte.

Wie würden Sie dies organisieren?

Da ist Ideenreichtum gefragt. Kleinstgruppen könnten eingerichtet, verschiedene Tageszeiten genutzt werden. Manchen Familien hilft es schon, wenn das Kind mal für ein, zwei Stunden in die Kita darf. Am Anfang nur draußen auf dem Außengelände. Für diejenigen, die auf das Mittagessen in der Kita angewiesen sind, kann man mit den Caterern vereinbaren, Gratisessen an Ausgabestellen zu verteilen, so dass Eltern es mit ihren Kindern dort abholen können.

Was ist mit Eltern, deren Kinder nicht förderbedürftig sind – und die wegen der Zu-Hause-Betreuung nicht arbeiten können?

Für diese Eltern muss eine finanzielle Absicherung her. Wir brauchen eine Corona-Elternzeit mit Elterngeld für jene Menschen, die wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht arbeiten können. Das würde vielen Eltern Druck, Stress und Existenzängste nehmen.

Wie sähe der Rahmen aus?

Das Corona-Elterngeld sollte sich an der Systematik des bestehenden Elterngeldes orientieren, das eingeübt und bekannt ist und Schutz vor Kündigung gibt. Es käme Eltern zugute, die weder eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder haben noch die Möglichkeit besitzen, in Kurzarbeit zu gehen. Es wäre in der Höhe vergleichbar mit dem normalen Elterngeld, Berechnungsgrundlage könnte das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor Antragstellung sein. Und es würde so lange gezahlt, bis die Kitas wieder offen sind.

Corona ist ein Stresstest – auch für die Provinz. Wie ein ostdeutscher Landkreis die Krise meistert – in der taz am wochenende vom 18./19. April. Außerdem: Grünen Chefin Annalena Baerbock fordert ein „Corona-Kindergeld“. Und: Was haben wir in diesen Zeiten eigentlich noch zu lachen? Ein Gespräch mit Comedian Till Reiners. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und rund um die Uhr bei Facebook und Twitter.

Kinder haben im Moment kaum Orte, an denen sie spielen können. Sind Ihnen die Kontaktbeschränkungen zu streng?

Die Kinder haben ja nicht nur die Kontaktbeschränkungen, die für alle gelten. All ihre Orte sind zu. Kinder gehen nicht alleine zur Ablenkung in den Baumarkt. Sie brauchen Orte, die sie unter Beachtung von Hygienemaßnahmen nutzen können. Sie können ja nicht auf Dauer in der Wohnung sein.

Würden Sie Spielplätze öffnen?

Auch hier nicht pauschal alle auf einmal. Aber wenn da eine einzelne Bank auf der Wiese steht und daneben eine Schaukel, dann frage ich mich schon, warum man auf der Bank sitzen darf – und die Schaukel mit weiß-rotem Flatterband abgesperrt ist. Mir ist die Debatte gerade zu theoretisch und zu wenig lösungsorientiert. Warum nicht über Spielstraßen sprechen oder über Leute, die auf größeren Spielplätzen darauf achten, dass es kein Geknubbel gibt – ähnlich wie in Geschäften.

Ernsthaft? Sicherheitsleute sollen auf Spielplätzen Abstandsregeln überwachen?

Mit der pauschalen Unterstellung, dass Kinder nicht auf Abstände achten oder sich nicht an Regeln halten können, macht man es sich zu einfach. Natürlich können Sie einer Dreijährigen nicht erklären, was Covid-19 ist. Aber eine Fünfjährige versteht das Problem schon und kann Kleineren helfen. Kinder lernen jeden Tag, auch neue Regeln – wenn man sie vernünftig erklärt. Wenn es in der Grundschule klingelt, sitzen alle sofort auf ihrem Stuhl – oftmals schneller als in älteren Jahrgängen.

Bund und Länder wollen den Schulbetrieb bald starten, allerdings sehr eingeschränkt. Der Fokus liegt erst mal auf den Abschlussklassen. Sind Sie damit einverstanden?

Es ist richtig, nicht alles übers Knie zu brechen und SchülerInnen, die Abschlüsse machen, bei denen es gerade richtig brennt, zu priorisieren. Aber die Regeln von Bund und Ländern sind zu starr, und ihre vermeintliche Leistungsfixierung ist typisch für die deutsche Debatte.

Was stellen Sie sich stattdessen vor?

Flexibel sein und nicht allein unter dem Gesichtspunkt, was alles vom Stundenplan abgearbeitet werden muss. Für Grundschulkinder sind Schulen nicht nur Lernorte, sondern ihr soziales Umfeld. Sie treffen FreundInnen, sie spielen auf dem Hof, sie brauchen ihre Lehrerin, bei der sie Sorgen und Nöte loswerden können. Jetzt muss nicht gleich in den Dreisatz eingestiegen werden, sondern eher geschaut werden, welches Kind zu Hause überhaupt nicht gelesen hat.

Wie?

Möglich wären zum Beispiel als allererstes Sprechstunden, in denen einzelne SchülerInnen ihre LehrerInnen treffen können – und wenn es nur für eine halbe Stunde oder einen Spaziergang über den Schulhof ist. Ähnlich wie in Kitas könnten sich Kleingruppen über den Tag verteilt und unter Einhaltung der Hygienevorschriften in der Schule abwechseln. Wenn ältere Lehrer nicht arbeiten können, dann Lehramtsstudierende miteinbeziehen. Ideenreichtum statt zu warten, bis der heilige Gral für alle gefunden ist.

Annalena Baerbock

„Wir haben die Sendung mit der Maus jedenfalls auch schon x-mal durch“

Damit nähmen Sie in Kauf, dass die Infektionsraten wieder schneller stiegen.

Klar muss die Frage der Verbreitungsgefahr bei allen Schritten mitgedacht werden. Aber es darf nicht nur die virologische Sicht geben. Bei der Abwägung des Infektionsrisikos muss auch der Kinderschutz eine Rolle spielen. In anderen Bereichen, wie der Öffnung der Geschäfte, wird ja auch abgewogen. Statt bei den Kindern nur zu sagen, was alles nicht geht, sollte man sich den Kopf zerbrechen, wie es gehen kann. Es braucht zudem dringend wissenschaftliche Studien, wie sich das Virus unter Kindern verbreitet. Bisher ist mir keine Infektionskette in einer Notfallbetreuung bekannt.

Die Krise verschärft soziale Unterschiede. Die bildungsbewusste Mittelschicht beschult ihre Kinder zu Hause, Kinder in bildungsfernen Familien werden vor dem Fernseher geparkt. Was kann man dagegen tun?

Na ja, auch Mittelschichtsfamilien haben derzeit den Fernseher sicher öfter an. Wir jedenfalls haben die Sendung mit der Maus schon x-mal durch. Aber klar sind einige Kinder besonders gefährdet und die soziale Schieflage verschärft sich mit jedem Tag, an dem die Schulen und Kitas geschlossen sind. Wir brauchen daher einen sozialen Schutzschirm für Familien. Das fängt bei einer Regelsatzerhöhung für die Eltern an, geht über einen Zuschlag von 60 Euro für Kinder im Bildungs- und Teilhabepaket, denen das kostenlose Mittagessen jetzt wegfällt, und hört beim Laptop auf. Schulkindern aus sozial benachteiligten Familien müsste ein digitales Endgerät bezahlt oder ausgeliehen werden, damit sie am digitalen Fernunterricht überhaupt teilnehmen können.

Ihr Parteifreund Christian Ströbele hat gedroht, er ziehe sofort vors Verfassungsgericht, wenn jemand alte Menschen isolieren wolle. Könnten Eltern nicht auch mit Karlsruhe drohen?

Eltern haben für so was keine Zeit. Die alleinerziehende Mutter hat anderes zu tun, als eine Verfassungsklage zu formulieren. Sie ist gerade Alleinverdienerin, Mutter, Lehrerin und pädagogische Fachkraft in einem.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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