Ex-Prinz Andrew und Jeffrey Epstein : Mini-Hoffnungsschimmer
Die Epstein-Causa findet kein Ende. Während Täter in den USA scheinbar keine Strafen fürchten müssen, funktioniert Europas Justiz noch einigermaßen.
Foto: Jaimi Joy/Reuters
A ndrew Mountbatten-Windsor wurde festgenommen. Endlich Konsequenzen im Zusammenhang mit dem Skandal um Jeffrey Epstein möchte man meinen. Denn der verurteilte Sexualstraftäter selbst ist tot, doch alle Mitwisser und -täter, die Teil des Missbrauchrings gewesen sein sollen, sind auf freiem Fuß. Die einzige Person hinter Gittern ist eine Frau: Ghislaine Maxwell.
Dieser Umstand wird nicht nur von den Überlebenden zurecht skandalisiert. Viele haben das Gefühl, sie können sich auf die Justiz in den USA nicht verlassen. Das zuständige Ministerium hatte kurz nach der Veröffentlichung der Akten verkündet, dass es zu keinen weiteren strafrechtlichen Ermittlungen kommen würde. Hierfür gäbe es schlicht zu wenig Anhaltspunkte. Ein Schlag ins Gesicht aller Opfer. Deswegen sind Ermittlungen in Europa für sie ein Hoffnungsschimmer.
Wie jetzt die gegen den ehemaligen Prinzen Andrew. Er hatte bislang alle Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen. Die Ziviklage durch Virginia Giuffre, die ihn beschuldigte, sie mehrmals (auch als Minderjährige) missbraucht zu haben, endete im Vergleich. Nun gibt es erneut Ermittlungen gegen Mountbatten-Windsor, allerdings wegen des „Verdachts auf Amtsmissbrauch“. Er soll sensible Informationen an Epstein weitergeleitet haben. Es sind also ausdrücklich keine Ermittlungen wegen sexualisierter Gewalt, doch immerhin geht die Strafverfolgung ihrem Job nach.
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In Europa tut sich deutlich mehr als in den USA. In Norwegen trat die ehemalige Botschafterin Mona Juul zurück, die Häuser des Ex-Regierungschef Thorbjørn Jagland wurden durchsucht, Kronprinzessin Mette-Marit musste sich öffentlich entschuldigen. Auch in Frankreich gehen die Behörden verschiedenen Fällen nach. In Großbritannien ist es nicht nur Mountbatten-Windsor, der Konsequenzen fürchten muss, auch der britische Premierminister Keir Starmer gerät unter Rechtfertigungsdruck. Kleine Schimmer, doch echte Hoffnung gibt es erst, wenn Ermittlungen gegen alle mächtigen Männer in Gang gesetzt werden, die in den Akten auftauchen. Egal in welchem Land.
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