Die Unfairsten der Fußball-Bundesliga: Rothosen sehen Rot
Der Hamburger SV ist in der Fairnesstabelle kaum noch vom letzten Platz zu verdrängen. Im Nordderby erarbeitet sich das Team einen großen Vorsprung.
Die Bilanz am Samstag war selbst für den Hamburger SV niederschmetternd. Drei Rote Karten standen am Ende des Nordderbys bei Werder Bremen auf dem Statistikbogen. Immerhin konnte dank des VAR die Rote Karte gegen Bakery Jatta zurückgenommen werden. Er beging „nur ein rücksichtsloses“ und kein grobes Foul, wie Schiedsrichter Florian Exner aufklärte. Da hatte der HSV noch einmal Glück gehabt. Davor hatte schon Einwechselspieler Philip Otele die Rote Karte gesehen.
„Wenn du als Aufsteiger in der Liga bestehen willst, dann hilft es mehr, wenn du mit elf gegen elf antrittst oder vielleicht sogar einer mehr bist, als wenn du einer weniger bist“, analysierte HSV-Trainer Merlin Polzin mit einer bemerkenswerten Sachlichkeit. Und sein Spieler Nicolai Remberg behauptete: „Mit so vielen Roten Karten kannst du in der Bundesliga kein Spiel gewinnen.“
Nun, als in der Nachspielzeit Assistenztrainer Loic Favé und Physiotherapeut Tim Roussis Rot sahen, war die Partie längst mit 3:1 für Werder Bremen entschieden und spielentscheidend eingreifen hätten die beiden ohnehin nicht können.
Es braucht nicht jeden im Abstiegskampf
In der Fairnesstabelle hat der HSV seinen letzten Platz vermutlich vorentscheidend gefestigt, wobei die Sanktionen gegen Angehörige des Funktionsteams nicht einmal in diese Wertung miteinfließen. Nur der 1. FSV Mainz 05 könnte dem Hamburger SV noch gefährlich nahekommen. Das Team von Urs Fischer hat mit Dominik Kohr zwar den Rekordsünder der Bundesligageschichte (neun Rote Karten) in den eigenen Reihen, allein dürfte dieser aber wenig ausrichten können. Jeder Platzverweis zieht schließlich eine Sperre nach sich. Hinzu kommt, dass der HSV im Endspurt um den Klassenerhalt in den Zweikämpfen nicht zurückstecken darf.
Allerdings geht Abstiegskampf auch anders. Der 1. FC Heidenheim beweist als Zweiter der Fairnesstabelle, wie friedlich man sich im Wettstreit um den Klassenerhalt verhalten kann.
Der HSV, gern auch die Rothosen genannt, kam in dieser Saison auf mehr Platzverweise (insgesamt acht) als Siege. Dennoch sind die Chancen, in der ersten Liga zu bleiben, gut. Im Abstiegskampf braucht es eben doch nicht jeden Einzelnen, wie oft leichtfertig behauptet wird.
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