Demo gegen Ausgangssperren in Berlin: Alle nach Hause!

Ein linkes Bündnis demonstriert in Neukölln gegen nächtliche Ausgangssperren. Sinnvoller sei es, die Pandemie am Arbeitsplatz zu bekämpfen.

Fabriken zu, Parks auf: Forderung auf der Demo gegen die Corona-Notbremsenpolitik Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

BERLIN taz | „Close Factory not Parks“, und „Streiken für den Gesundheitsschutz“ skandieren die etwa 400 Menschen, die sich am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr am Herrfurthplatz in Neukölln getroffen haben. Aufgerufen hatten Gruppen der außerparlamentarischen Linken, darunter das kommunistische Umsganze-Bündnis und die Interventionistische Linke.

Dabei machten die OrganisatorInnen gleich zu Beginn klar, dass sie mit Querdenken und ähnlichen Gruppen nichts zu tun haben: „Wir nehmen das Virus ernst, achten deshalb auf Maske und Abstand. Aber wir wir lehnen die Ausgangsbeschränkungen ab, weil sie kein Beitrag zum Gesundheitsschutz sind,“ erklärte eine Sprecherin.

„Das Virus geht nicht nachts spazieren, sondern zirkuliert an unseren Arbeitsstellen und auf dem Weg dorthin in Zügen und Bussen“, formulierte ein anderer Redner eine Kritik, die sich wie ein roter Faden durch die Reden und Kurzbeiträge zog.

Stilllegung der Produktion

Wie die Initiative ZeroCovid forderten die DemonstrantInnen am Mittwochabend die temporäre Stilllegung der Produktion von nicht lebenswichtigen Gütern bei voller Lohnfortzahlung. In kurzen Redebeiträgen wurde zudem die Aufhebung der Patente für die Impfstoffe gegen das Corona-Virus gefordert. Damit solle verhindert werden, dass nur die geimpft würden, die es sich leisten können und die Armen leer ausgingen.

Die Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der Interventionistischen Linken forderte in ihrem Redebeitrag eine bessere Ausstattung des Gesundheitswesens und rief zur Unterstützung der dort Beschäftigten. Auch eine gesundheitsbewusste Variante des Offenen Mikrophons wurde auf der Demonstration angeboten: RednerInnen konnten eine Handynummer wählen und dort in kurzen Beiträgen ihre Erfahrungen aus der Arbeitswelt unter Corona vermitteln – die dann über Lautsprecher zu hören waren. Viele nutzten die Chance allerdings nicht, die Beiträge blieben überschaubar.

Im Schillerkiez formierte sich schließlich ein lautstarker Demonstrationszug, der Parolen gegen den Kapitalismus und die Polizei artikulierte. Doch schon nach einem knappen Kilometer ging die Demonstration in einen nächtlichen Spaziergang im Park über. Die Route durch die dunkle Hasenheide stieß nicht bei allen TeilnehmerInnen auf Zustimmung. Als die Demo dann nach etwa 20 Minuten in Kreuzberg ankam, war sie bereits deutlich geschrumpft. Mit einem kleinen Feuerwerk verabschiedete man sich in die Nacht: Die Demonstration war der Auftakt zum auch unter Pandemiezeiten durchaus aktionsreichen Maiwochenende.

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