Corona-Hotspot Göttingen: „Es gab keine privaten Feiern“

Die Stadt Göttingen machte private Feste zum Fastenbrechen für die Neuinfektionen verantwortlich. Betroffene weisen diese Darstellung zurück.

Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rücken sich ihre Schutzkleidung zurecht.

Die Darstellungen in Göttingen gehen auseinander – auch zum Ablauf der Coronatests. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

GÖTTINGEN taz | Sind, wie es die Stadtverwaltung darstellt, muslimische „Großfamilien“, die beim Feiern Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten haben, Ausgangspunkt für den Corona-Ausbruch in Göttingen gewesen? Oder war alles doch ganz anders? Erklärungen der Bewohner wecken zumindest Zweifel an der offiziellen Version.

In der Universitätsstadt haben sich in den vergangenen zwei Wochen mindestens 120 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Der seit Tagen von der Stadtverwaltung und dem örtlichen Krisenstab verbreiteten und von vielen Medien nacherzählten Geschichte zufolge waren private Feste im Wohnkomplex Iduna-Zentrum am 23. und 24. Mai anlässlich des Fastenbrechens Ausgangspunkt der Ansteckungen. In den kleinen Appartements hätten sich zum Teil bis zu 30 Personen aufgehalten, hieß es.

In einer Göttinger Shisha-Bar, in die mehrere Jugendliche nach den Feiern weitergezogen seien, soll sich das Virus weiter verbreitet haben. Die jungen Leute hätten dort gemeinsam aus einer Wasserpfeife geraucht – ein solches Verhalten sei infektionshygienisch „eine Katastrophe“, hatte Göttingen Sozialdezernentin Petra Broistedt geurteilt.

Ein sogenannter „Patient Null“, in den meisten Medienberichten den „Großfamilien“ zugeordnet, könne das Virus weiter in die Stadt getragen habe, weil er ungeachtet einer Quarantäne-Verfügung mehrfach durch die Göttinger Fußgängerzone spaziert sei. Auf seinen zuletzt täglichen Pressekonferenzen hatte der Krisenstab zudem wissen lassen, dass viele der zunächst rund 170 in Göttingen und Umgebung ermittelten „Kontaktpersonen ersten Grades“ dem Aufruf sich Corona-Tests zu unterziehen, nicht gefolgt seien.

Hetze gegen Bewohner des Iduna-Zentrums

So hätten am Pfingstsamstag 90 Personen eine entsprechende Anordnung erhalten, es seien aber nur 15 erschienen. Seit Freitag werden alle Bewohner des Iduna-Zentrums in einer mobilen Station in der Garage auf das Virus getestet – gemeldet sind dort etwa 600 Personen, die Stadt geht aber davon aus, dass deutlich mehr Menschen dort leben. Bis Freitagabend wurden bei 217 Bewohnern Abstriche genommen.

Bei den unter Verdacht gestellten „Großfamilien“ handelt es sich um miteinander verwandte Roma aus dem Kosovo und anderen Regionen des ehemaligen Jugoslawien. Viele von ihnen flüchteten vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat oder den Schikanen der neuen Regierungen nach Deutschland. Ihr Aufenthaltsstatus ist zum Teil ungesichert, manche Familienmitglieder werden von den Behörden lediglich geduldet.

Infolge der Berichte über ihr vermeintliches Fehlverhalten in der Corona-Krise und den von der Stadt gezogenen Konsequenzen – unter anderem wurden die gerade erst wieder geöffneten Schulen für eine Woche geschlossen – sind die „arabisch-albanischen Clans“ (Bild-Zeitung) Opfer von teils wüster Hetze, die vor allem über die „sozialen Netzwerke“ verbreitet wird. „Asylbetrüger raus!“, ist dabei noch eine der eher zurückhaltenden Parolen. In einem Fernsehbericht bezeichnete eine Frau die Familien in dieser Woche als „kriminell und asozial“.

„Die Anfeindungen meiner Familie bewegen sich im strafrechtlichen Bereich“, schreibt dazu jetzt ein betroffener Vater bei Facebook. In einer mit „Gegendarstellung“ überschriebenen Erklärung betont der Mann, der seinen Namen nicht angibt, dass es anlässlich des Zuckerfestes im Iduna-Zentrum gar keine privaten Feiern gegeben habe. Zusammengekommen seien „mehrere Personen“ lediglich in der nahegelegenen Moschee. Bei dieser vom städtischen Ordnungsamt genehmigten Veranstaltung seien „sämtliche Abstands- und Hygieneregeln eingehalten“ worden.

Verdachtspersonen von Teststationen weggeschickt

Auch sei der „wahrscheinliche Patient Null“ nicht „Bestandteil unserer Familie“, es handele sich vielmehr um einen Bewohner des Iduna-Zentrums mit anderer Nationalität. Das Nicht-Einhalten von Hygiene- und Quarantäneregeln anderer Personen dürfe deshalb „nicht uns angelastet werden“. Zu den weiteren Ansteckungen im Haus, die nicht nur, aber auch Mitglieder der Roma-Familien betreffen, könne es leicht durch Schwebeteilchen in den Fluren und Treppenhäusern des Iduna-Zentrums gekommen sein.

Auch die Berichte über Familienmitglieder, die nicht zu Corona-Tests erschienen seien, sind aus Sicht des Schreibers „nicht nachvollziehbar“: „Tatsache ist, dass mehrere Familienmitglieder von Teststationen weggeschickt wurden, mit dem Hinweis, dass sie symptomfrei seien.“

Ein sich Jojo nennender Mann, der in diesen Tagen als eine Art Pressesprecher der Roma im Iduna-Zentrum fungiert, bestätigt die Angaben am Telefon. „Es gab keine private Feier“, sagt er. „Hundertprozentig nicht“. Die Stadt Göttingen bleibt jedoch bei ihrer Darstellung. Kontaktpersonen hätten Feierlichkeiten mit einer großen Anzahl Menschen bestätigt.

Und die Sache mit der Shisha-Bar? „Auch Fake“, sagt Jojo. „Da ist nichts dran, überhaupt nichts dran“. Der Sohn des Betreibers teilt mit, dass die Bar ihre Terrasse erst am 28. Mai wieder geöffnet hat – unter Einhaltung der Hygieneregeln und mit Genehmigung der Behörden. Die Kontaktformulare, auf denen Gäste ihre Daten hinterlassen müssen, lägen vor. Dezernentin Broistedt, die auch den örtlichen Corona-Krisenstab leitet, räumt inzwischen ein, dass die Vorgänge in dem Lokal noch geprüft würden.

Hinweise an das Gesundheitsamt ignoriert

Auch das Roma-Antidiskriminierungs-Netzwerk hat sich jetzt zu Wort gemeldet – ebenfalls mit der Aussage, dass im Iduna-Zentrum anlässlich des Zuckerfestes gar keine Feierlichkeiten stattgefunden hätten. Als erster Bewohner des Iduna-Zentrums sei ein Mann an Corona erkrankt, der nicht zu den in den Medien beschuldigten „Großfamilien“ gehöre. Dieser habe mehrfach gegen Quarantäne-Auflagen verstoßen.

Andere Bewohner, darunter die nun kriminalisierten Familien, hätten das Gesundheitsamt mehrfach darauf hingewiesen, dass der Infizierte sich nicht an die Quarantäne hielt, die Behörde habe darauf jedoch zunächst nicht reagiert. „Jojo“ zufolge stammt der Mann aus Afrika. „Der wurde dann erst aufgrund unserer Anrufe als ‚Patient Null‘ identifiziert“, sagt er. Dezernentin Broistedt ist nach eigenen Worten nicht bekannt, „dass uns ein Quarantäne-Verstoß gemeldet worden ist, den wir nicht verfolgt haben“.

Später, so das Roma-Netzwerk weiter, sei ein älterer Mann aus dem Familienverbund schwer erkrankt, im Krankenhaus sei bei ihm am 25. Mai eine Ansteckung mit dem Coronavirus festgestellt worden. Zu diesem Zeitpunkt seien symptomfreie Angehörige, die sich in der Klinik ebenfalls testen lassen wollten, weggeschickt oder vor die Alternative gestellt worden, die Tests selbst zu bezahlen.

„Die Stadt hat nicht auf die Beschwerden der Bewohner, dass ein Mann gegen die Quarantäne verstoßen habe, reagiert und schiebt nun ihr eigenes Versagen auf die Bewohnerinnen“, beklagt das Roma-Netzwerk. Zu keinem Zeitpunkt sei versucht worden, zusammen mit den Betroffenen nach Lösungen zu suchen. Dies wäre ein besserer Weg gewesen, statt „einseitig über die Menschen zu sprechen. Es ist schade, dass die Stadt Göttingen nicht einmal ein Familienmitglied zu den täglichen Pressekonferenzen eingeladen hat, um die Sicht der Bewohner darzustellen“.

Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor Antiziganismus

Dem Netzwerk zufolge haben die betroffenen Familien „die Angelegenheit nun in die eigenen Hände genommen“: Sie hätten ihre Wohnsituation so organisiert, dass positiv auf das Virus getestete Personen in einer Wohnung lebten und die Gesunden in einer anderen. Die Gesunden versorgten ihre unter Quarantäne stehenden Angehörigen mit den Dingen des täglichen Bedarfs.

„Die Corona-Krise betrifft uns alle, sie schränkt uns alle ein und wir können alle krank werden“, beschließt das Netzwerk die Erklärung. „Besonders hart treffen das Virus und die Maßnahmen aber jene, die auch schon vorher nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen. Statt sich verantwortungsvoll und solidarisch zu zeigen, wird Hetze geschürt.“

Unterdessen warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker vor einem Generalverdacht, dass sich Roma nicht an Corona-Auflagen halten. Es komme darauf an, den Infizierten und den Verdachtsfällen den Ernst der Lage bewusst zu machen – gegebenenfalls in ihrer Muttersprache, sagte die Südosteuropa-Referentin der in Göttingen ansässigen Menschenrechtsorganisation, Jasna Causevic, der „Hessischen-Niedersächsischen Allgemeine“.

Die Betroffenen müssten die Gefahren eines unüberlegten Verhaltens erkennen. Wer in Deutschland lebe, habe Rechte, aber auch Pflichten: „Wir müssen uns alle schützen und offenbar auch manche Menschen vor sich selbst, aber ohne Stigmatisierung und Vorurteile.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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