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Arabische Emirate verlassen OpecDie Golfregion zerfällt

Ulrike Herrmann

Kommentar von

Ulrike Herrmann

Die Opec muss künftig ohne die Vereinigten Arabischen Emirate auskommen. Das Land will sein Öl lieber ohne die Fesseln des Kartells verkaufen.

Die OPEC zerfällt und keinen interessiert es – noch nicht Foto: Lisa Leutner/ap

D ie Vereinigten Arabischen Emirate sind aus dem Ölkartell Opec ausgetreten – und keinen hat’s gekümmert. Die Ölpreise reagierten überhaupt nicht auf diese Nachricht. Das ist nur logisch: Momentan können die Emirate sowieso kein Öl exportieren, weil der Iran die Meerenge von Hormus blockiert.

Zudem ist nicht klar, ob der Krieg zwischen Iran und den USA nicht noch weiter eskaliert – und dann das Öl aus Nahost für viele Monate oder gar Jahre fehlt. US-Präsident Trump ist alles zuzutrauen, und er könnte die fatale Entscheidung treffen, die iranischen Ölförderanlagen zu bombardieren, um das Mullah-Regime ökonomisch weiter zu schwächen. Die Folgen wären verheerend: Iran würde dann die Ölquellen seiner Nachbarn am Golf zerstören. In diesem Fall würde es auch nach einem Kriegsende noch lange dauern, bis die Förderanlagen repariert sind und das Öl wieder normal fließt. Kurz: Die Welt hat gerade andere Sorgen, als sich um die Mitgliedschaften der Emirate zu kümmern.

Trotzdem ist es nicht uninteressant, dass die Emirate die Opec verlassen – in der langfristigen Perspektive. Dieser Ausstieg markiert, dass die Golfregion noch weiter in Einzelinteressen zerfällt. Die Emirate nehmen den Saudis übel, dass sie gegen die iranischen Raketen nicht ausreichend geschützt wurden. Da Kooperation nichts gebracht hat, setzen die Emirate jetzt auf ostentativen Egoismus: Sie wollen ihr Öl künftig ohne die Fesseln eines Kartells verkaufen.

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Allerdings ist die große Frage, ob dieses Kalkül aufgeht: Die Ölstaaten kassieren die höchsten Preise und verdienen am besten, wenn sie sich untereinander abstimmen und nicht alle gleichzeitig ihr schwarzes Gold auf den Markt werfen. Aber das sind ferne Planspiele. Erst einmal ist Krieg, und die Emirate können sowieso nichts exportieren.

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Ulrike Herrmann
Wirtschaftsredakteurin
Ulrike ist seit 2000 bei der taz. Nebenher schreibt sie Bücher. Das neueste heißt "Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet" und erscheint am 12. März 2026.
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2 Kommentare

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  • Ist ja alles nicht richtig neu. Das Oligopol der fossilen Diktatoren, die die Welt im Griff haben. Kennt man spätestens seit den 70ern.

    Spannend wäre, warum die militärisch ja nicht gerade schwachen Westmächte sich das eigentlich gefallen lassen. Klar, die USA als die größten Kriegstreiber auf dem Planeten haben immer mal wieder Öl-Nationen angegriffen, aber doch vergleichsweise zaghaft.

    Gäbe es doch nur eine Energieform, die irgendwie vom Himmel käme, oder sonstwie nicht an bestimmte Regionen der Erde gebunden wäre ...



    Dann könnte uns dieses Oligopol mal. Wenigstens zeigt es den orthodoxen Kapitalismus-Jüngern, dass an ihrem System was gewaltig nicht funktioniert. Sapere aude!

  • Was mache ich gegenüber einem Kartell? Diejenigen gegeneinander ausspielen, Unsolidarität belohnen, um dann jeden einzelnen fertigmachen zu können. Siehe das versuchte Vorgehen von USA, Russland und China gegenüber der EU.

    Jetzt versuchen sie das eben mit der OPEC (die bei mir wenig Sympathien hat als Fossil-Dealer-Gang).