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+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++Europäer und Ukraine fordern Putin zu Verhandlungen auf

In London sprachen Starmer, Merz und Macron dem Vorschlag Selenskyjs für „direkten Dialog“ mit Moskau ihre Unterstützung aus. Der Kremlchef hatte das zuvor abgelehnt.

Der britische Premierminister Keir Starmer, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich hinter einen Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für direkte Waffenruhe-Gespräche zwischen Moskau und Kyjiw gestellt. Die Staatenlenker „unterstützen den Vorschlag für einen direkten Dialog zwischen der Ukraine und Russland – unter aktiver Beteiligung der USA und Europas –, um eine Waffenruhe zu erreichen und weitere Verhandlungen zu fördern“, erklärten Starmer, Merz und Macron nach Gesprächen mit Selenskyj am Sonntag in London.

„Die derzeitige Kontaktlinie sollte der Ausgangspunkt für Verhandlungen sein“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung weiter. Internationale Grenzen dürften „nicht gewaltsam verschoben werden“.

Selenskyj hatte am Donnerstag Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief ein persönliches Gespräch vorgeschlagen. „Die Ukraine ist für eine vollständige Waffenruhe für die Dauer der Verhandlungen bereit“, erklärte er. Putin lehnte den Vorschlag ab, woraufhin Selenskyj erklärte, der Kremlchef wolle den Krieg „einfach nicht beenden“.

Selenskyj dankte seinen Gesprächspartnern für ihre Unterstützung. „Wir trafen uns im wichtigen E3-Ukraine-Format. Im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion stand unsere Verteidigung. Ich informierte sie über die Lage an der Front und die Verluste Russlands“, schrieb Selenskyj am Sonntagabend im Onlinedienst X.

Im Sender Sky News sagte Selenskyj zudem, er habe sich in Kyjiw auch mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch getroffen, um Putin eine Botschaft zu übermitteln. Seine „Kernbotschaft“ sei gewesen, dass die Ukraine die wichtige Industrieregion Donbass nicht aufgeben werde. „Ich habe ihm gesagt: ‚Wir werden unser Territorium nicht verlassen, nein, wir werden euch keinen solchen Sieg schenken‘“, sagte Selenskyj. Er fügte hinzu, er habe in der Botschaft seine Bitte um ein persönliches Treffen mit Putin bekräftigt.

Abramowitsch war nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 wegen seiner Verbindungen zum Kreml von Großbritannien und der EU mit Sanktionen belegt worden. Laut Selenskyj kam Abramowitsch nach Kyjiw und bot ihm an, eine Botschaft von ihm entgegenzunehmen und sie an Putin weiterzuleiten.

Putin hatte am Freitag auf dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg den Besuch eines russischen Geschäftsmannes in Kyjiw erwähnt, ohne allerdings dessen Namen zu nennen. „Ich kenne diese Person schon seit langem. Auch wenn wir keine engen Beziehungen pflegen, halte ich ihn für vertrauenswürdig und ehrlich“, hatte der russische Staatschef erklärt.

Moskau und Kyjiw hatten in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des seit mittlerweile mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken derzeit. Moskau fordert unter anderem, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region abtreten soll, was Kyjiw strikt ablehnt. (afp)

Ukraine greift Passagierzug an

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist ein Lokführerassistent laut Behördenangaben getötet worden. Der Lokführer selbst sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit.

Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau–Simferopol getroffen worden. „Fahrgäste blieben unverletzt“, teilte Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt.

Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen weitertransportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden einen Toten und zwei Verletzte. (dpa)

Schlag in der Tourismusregion

Der neuerliche Angriff trifft auch das Hotel- und Gaststättengewerbe auf der Krim empfindlich. Experten rechnen laut der Moskauer Zeitung Kommersant damit, dass auf der bei den Russen beliebten Halbinsel in diesem Jahr drei bis vier Millionen Touristen wegbleiben. Die Zeitung berichtete von zahlreichen Stornierungen und rückläufigen Buchungszahlen.

Grund für die ausbleibenden Urlauber sei auch die Rationierung von Kraftstoff an den Tankstellen. Die Benzinkrise hält viele Autofahrer von Reisen auf die Krim ab.

Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie auch als Aufmarschgebiet für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kyjiw will mit den Drohnenangriffen vor allem den militärischen Nachschub stören. Das Land verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. (dpa)

Auch Ölterminal in Noworossijsk erneut getroffen

Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von mehr als 300 Drohnen in verschiedenen Regionen, darunter auch auf der Krim. Überprüfbar sind die Angaben von unabhängiger Seite nicht. Getroffen wurde erneut auch ein Ölterminal in dem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Es sei niemand verletzt worden, teilten die Behörden mit.

Die Ukraine will mit den Schlägen gegen die russische Ölindustrie vor allem den Energieexport treffen, mit dem Moskau seine Kriegsmaschinerie finanziert. Die russische Führung hatte zuletzt Rückgänge bei der Ölförderung und wirtschaftliche Probleme durch die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe eingeräumt, betonte aber, dass die Lage unter Kontrolle sei. (dpa)

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