+++ Nachrichten im Irankrieg +++: 58 Soldaten im Jemen bei Huthi-Angriffen getötet
Im Jemen werden Angriffe der von Iran unterstützten Miliz gemeldet. Saudi-Arabien warnt vor einer koordinierten Angriffswelle irakischer Milizen und Huthis.
Foto: Nariman El-Mofty/ap/dpa
Insider: Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan planen Verteidigungspakt
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan wollen Insidern zufolge ein Verteidigungsabkommen unterzeichnen. Die Vereinbarung solle in Saudi-Arabien besiegelt werden, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Details sind zunächst nicht bekannt. Riad strebt eine engere Sicherheitszusammenarbeit mit Verbündeten an und warnt vor einer zunehmenden Bedrohung durch von Iran unterstützte Gruppen. Einem saudischen Regierungsvertreter zufolge könnten geplante Angriffe dieser Gruppen darauf abzielen, die diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung im Verhältnis zu Iran zu stören. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif ist bereits in Saudi-Arabien eingetroffen, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird noch erwartet. (rtr)
Berichte: Saudi-Arabien befürchtet Angriffe der Huthi-Miliz
Saudi-Arabien bereitet sich Berichten zufolge auf mehrere koordinierte Angriffe durch irakische Milizen und die ebenfalls vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen vor. Verschiedene Medien wie der US-Sender CNN beriefen sich dabei auf einen saudi-arabischen Beamten, der auf Geheimdienstberichte aus den USA, Saudi-Arabien und anderen Ländern der Nahost-Region verwiesen habe.
Demnach sollen einige Mitglieder irakischer Milizen in Abstimmung mit den Huthis planen, den Golfstaat „in sehr naher Zukunft“ unter Anleitung von Irans mächtigen Revolutionsgarden anzugreifen. Der saudi-arabische Beamte sagte laut CNN weiter, durch die geplanten Angriffe sollten Fortschritte in den Verhandlungen über eine Beendigung des Irankriegs untergraben werden. Potenzielle Ziele seien überwiegend „zivile und wirtschaftliche Einrichtungen“ wie Energieanlagen, Häfen und Flughäfen. (dpa)
Saudi-Arabien: Elf Zivilisten bei Huthi-Angriff verletzt
Bei einem Angriff der jemenitischen Huthi-Rebellen auf den Süden Saudi-Arabiens werden nach Angaben der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition elf Zivilisten verletzt. Unter den Verletzten in der Provinz Nadschran sei auch ein vierjähriges Kind, teilt ein Sprecher des Bündnisses mit. Stellungnahmen der Huthis oder der Regierung in Teheran liegen zunächst nicht vor. (rtr)
58 Soldaten im Jemen bei Huthi-Angriffen getötet – Regierung kündigt Vergeltung an
Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind am Donnerstag nach Angaben der Armee mindestens 58 Menschen getötet worden. Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Armeekreisen. Es handelt sich um den Angriff mit den meisten Todesopfern seit vier Jahren. Die Huthis reklamierten die Attacke für sich. Die jemenitische Regierung kündigte Vergeltung an. Mediziner hatten die Zahl der Toten zuvor mit 38 beziffert und von 29 Verletzten gesprochen. Die Angriffe richteten sich nach Angaben eines Militärvertreters gegen einen Stützpunkt im Gebiet Al-Ruwaik in der zentraljemenitischen Provinz Marib sowie gegen Lager in Al-Abr und Al-Wadiah in der Provinz Hadramaut nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Eine Rakete traf Soldaten während ihres Morgenappells in Al-Ruwaik.
Huthi-Militärsprecher Jahja Saree sprach von einem „groß angelegten Einsatz gegen Ansammlungen feindlicher Truppen“. Die Angriffe seien eine Reaktion auf eine angebliche Verstärkung des saudiarabischen Militärs. Die Miliz sei „bereit, jeder Eskalation entgegenzutreten“. Die Streitkräfte würden auf diese „Aggression zur angemessenen Zeit und am angemessenen Ort“ reagieren, erklärte das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung. Die Angriffe waren nach Angaben des Militärvertreters die folgenschwersten zwischen beiden Seiten seit der 2022 von der UNO vermittelten Waffenruhe. Diese hatte die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gebracht, war aber im vergangenen Monat faktisch zusammengebrochen.
Auslöser der neuen Eskalation war der Mitte Juli erfolgte Versuch eines iranischen Flugzeugs, in Sanaa zu landen. Daraufhin griffen jemenitische Regierungskräfte die Landebahn des Flughafens an, danach griffen Huthis und Saudi-Arabien wiederholt gegenseitig Ziele an. Die Huthis kündigten zudem eine Blockade saudiarabischer Häfen an und meldeten Angriffe auf Öltanker. Die Huthis kämpfen seit 2014 gegen die Regierung und kontrollieren die Hauptstadt Sanaa sowie weite Teile des bevölkerungsreichen Nordens. Die Regierung hält große Teile des Südens. Der Krieg hat Hunderttausende Menschen das Leben gekostet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. (afp)
Trump weist Bericht über Streit mit Hegseth zurück
US-Präsident Donald Trump hat Berichte über einen Streit mit Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen erschöpfter US-Munitionsbestände zurückgewiesen. Trump reagierte damit auf einen Bericht der Washington Post, wonach er Hegseth in der vergangenen Woche während eines Treffens in Camp David wegen stark reduzierter Verteidigungsbestände scharf zur Rede gestellt haben soll.
„Die Fake News verbreiten wie üblich falsche und völlig haltlose Gerüchte. Ich bin äußerst zufrieden mit der Arbeit, die Pete Hegseth leistet“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich erklärte der Präsident, der Krieg mit Iran verlaufe „sehr gut“. Den Bericht der Zeitung über den angeblichen Streit bezeichnete er als „verräterisch“. Trump hatte zuletzt eingeräumt, dass die USA bei bestimmten Munitionsarten über begrenztere Vorräte verfügen. Bei einigen Bereichen gebe es eine „praktisch unbegrenzte Versorgung“, sagte er. Bei anderen sei die Lage jedoch „etwas angespannter“. Welche Munitionsarten betroffen sind, sagte Trump nicht. (ap)
Irankrieg: Sorge um Schädel-Hirn-Traumata bei US-Soldaten
Die langfristigen Folgen von Schädel-Hirn-Traumata (SHT) bei US-Soldaten rücken nach dem Krieg gegen Iran zunehmend in den Fokus. Fast 700 amerikanische Militärangehörige wurden nach Angaben des US-Militärs bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Stützpunkte im Nahen Osten sowie bei weiteren Gefechten verletzt. Die meisten von ihnen hätten Schädel-Hirn-Traumata erlitten und seien anschließend wieder in den Dienst zurückgekehrt, erklärten Militärvertreter. Pentagon-Sprecher Sean Parnell hatte die große Mehrheit der Verletzungen, die innerhalb von zwei Wochen entstanden waren, im vergangenen Monat als „leichte Gehirnerschütterungen“ bezeichnet.
Gehirnerschütterungen gelten als weniger gravierende Schädel-Hirn-Traumata. Viele Betroffene erholen sich innerhalb weniger Wochen. Bei manchen halten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel sowie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme jedoch über Monate oder Jahre an. Diese Symptome werden häufig als „Brain Fog“ bezeichnet. Ärzte können bislang nicht vorhersagen, welche Patienten langfristige Beschwerden entwickeln. Deshalb wird in der Fachwelt inzwischen diskutiert, den Begriff „leichtes Schädel-Hirn-Trauma“ zu überdenken. (ap)
Libanesische Kreise: Israel lehnt weiteren Truppenrückzug ab
Israel weigert sich libanesischen Angaben zufolge, seine Truppen aus weiteren Gebieten im Süden des Libanon abzuziehen, so lange die libanesische Armee nicht die volle Kontrolle über die beiden ersten „Pilotzonen“ hat. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Kreisen des libanesischen Präsidialamtes nach Gesprächen zwischen beiden Ländern am Donnerstag. Die siebte Verhandlungsrunde zur Beendigung der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon hatte in dieser Woche unter US-Vermittlung in Rom stattgefunden. Aus libanesischen Kreisen erfuhr AFP, dass die Gespräche „keine endgültigen Ergebnisse hinsichtlich der Pilotzonen gebracht“ hätten. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte AFP, die Gespräche seien „produktiv“ gewesen. Beide Seiten seien sich mit Blick auf die Ausweitung der Pilotzonen „deutlich näher gekommen“.
Im Juni hatten sich Israel und der Libanon auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Dies sollte zunächst in zwei „Pilotzonen“ erfolgen. Der Libanon begann am 21. Juli mit der Stationierung seiner Armee in einem Dorf im Süden des Landes, dessen Außenbezirke von der israelischen Armee kontrolliert wurden – der ersten der beiden Pilotzonen. In einer weiteren Zone verstärkte die Armee ihre Präsenz.
„Der Libanon will neue Gebiete erschließen, während die israelische Seite darauf besteht, die Umsetzung in den ersten beiden Zonen zu überprüfen, bevor zur nächsten Phase übergegangen wird“, hieß es aus libanesischen Kreisen. Ein israelischer Beamter erklärte, die Ausweitung des Plans erfolge „nicht automatisch“ und werde nur dann vorangetrieben, wenn die israelische Regierung Ergebnisse sehe. Die Einrichtung der Pilotzonen ist der erste Schritt der Umsetzung des Rahmenabkommens. Die pro-iranische Hisbollah hat die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings wiederholt abgelehnt und weigert sich, ihre Waffen abzugeben. (afp)
Trump: Krieg mit Iran dürfte bald enden
US-Präsident Donald Trump rechnet nach eigener Aussage mit einem baldigen Ende des Krieges. „Ich glaube, er wird ziemlich bald vorbei sein“, sagt Trump. Er gehe nicht davon aus, dass Iran noch viel länger durchhalten könne. Zugleich räumt er ein, dass die US-Streitkräfte bei einigen Waffen mit Engpässen zu kämpfen haben. „Wir haben bestimmte Arten von Munition, die sehr schlagkräftig sind und von denen wir unbegrenzte, praktisch unbegrenzte Vorräte haben“, sagt Trump. „Bei anderen ist es ein wenig knapper.“ US-Rüstungsunternehmen errichten ihm zufolge weitere Produktionsanlagen, unter anderem für Patriot- und Tomahawk-Raketen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte gemeldet, dass die US-Armee in dem seit fünf Monaten andauernden Krieg einen Großteil ihrer weltweiten Bestände an hochpräzisen Langstreckenraketen aufgebraucht habe. (rtr)
Trump: Straße von Hormus „sozusagen offen“
US-Präsident Donald Trump hat sich weiter zurückhaltend zu einer möglichen Einigung mit Iran über die Straße von Hormus geäußert. Zugleich erklärte er, die für den Welthandel wichtige Meerenge sei „im Moment sozusagen offen“. Trump hatte zuvor gesagt, eine Einigung könne noch in dieser Woche bekanntgegeben werden. Iran teilte mit, ein Abkommen mit Oman über die Passage befinde sich in der Endphase. Nach iranischen Angaben dürfte die Vereinbarung davon abhängen, dass die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben.
Ein US-Regierungsvertreter sagte der AP, mögliche vorübergehende Regelungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus würden keine Genehmigungen oder Mautgebühren vorsehen. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor Beginn des Krieges, der im Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran begonnen hatte, wurden über die Meerenge rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls und Erdgases transportiert. (ap)
Uganda will Soldaten für Gaza-Schutztruppe bereitstellen
Uganda hat Soldaten für die geplante internationale Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen zugesagt. Das Parlament in Kampala stimmte am Donnerstag für einen entsprechenden Antrag des Verteidigungsministers. Die Truppe soll von US-General Jasper Jeffer geführt werden und letztlich 20.000 Soldaten umfassen, wie er im Mai sagte. Ihre Einrichtung ist eines der Ziele des Waffenruheabkommens zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas. Vergangene Woche kündigte Trump an, dass im Gaza-Konflikt eine Einigung auf eine „vollständige Entwaffnung“ der Hamas erreicht worden sei, eine grundlegende Bedingung für die zweite Phase der Waffenruhe. (ap)
EU stellt sich hinter Friedensplan für Gazastreifen
Die EU hat eine von US-Präsident Donald Trump bekanntgegebene Vereinbarung zur Entwaffnung der Hamas und anderer Milizen im Gazastreifen begrüßt. Es handle sich um einen entscheidenden Schritt, teilte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Donnerstag in Brüssel mit. Der Plan schließt den vollständigen Abzug der israelischen Truppen und den Übergang zu einer Zivilverwaltung im Gazastreifen ein. Trump hatte das Vorhaben vergangene Woche verkündet. Die Hamas knüpft es an Bedingungen, Israel lehnt es ab.
Die EU rief alle Parteien auf, das Abkommen unverzüglich zu billigen und umzusetzen. Zudem mahnte sie die Umsetzung der Resolution 2803 des UN-Sicherheitsrats an. Diese sieht unter anderem eine internationale Übergangsbehörde, eine internationale Stabilisierungstruppe und die Einrichtung einer technokratischen palästinensischen Verwaltung vor. Kallas erklärte, die EU werde sich weiter für rasche, sichere und ungehinderte humanitäre Hilfe in großem Umfang und für den Wiederaufbau des Gazastreifens einsetzen. Nachdrücklich verwies sie auf das Völkerrecht und internationale humanitäre Gesetze. Man werde die Palästinensische Autonomiebehörde weiter unterstützen, auch bei Reformen, und auf eine Zwei-Staaten-Lösung hinarbeiten. Eine solche wird von der israelischen Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abgelehnt. (kna)
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