+++ Corona News vom 14. April +++: Von Corona zu Masern

WHO warnt vor starkem Anstieg von Maserninfektionen. Island lockert Maßnahmen. UN startet Luftbrücke für Afrika. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Ein Kind wird im Südsudan gegen Masern geimpft

In vielen Ländern wie dem Südsudan sind die Masern-Impfprogramme Corona-bedingt ausgesetzt Foto: Samir Bol/rtr

Island lockert Maßnahmen

15.50 Uhr: Island will als drittes Land Skandinaviens nach Dänemark und Norwegen seine Maßnahmen lockern. Ab dem 4. Mai sollen die Schulen im Land wieder zum Normalbetrieb zurückkehren, wie Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir und Gesundheitsministerin Svandis Svavarsdóttir bekanntgaben. Zudem können dann die seit Wochen geschlossenen Universitäten und Hochschulen wieder öffnen.

Die erlaubte Teilnehmerzahl für Versammlungen wird von 20 auf 50 erhöht. Schwimmbäder und Fitnessstudios bleiben weiter ebenso dicht wie Restaurants und Kneipen, Friseure dürfen dagegen wieder öffnen. Bislang sind auf Island rund 1.700 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, die Verbreitung konnte zuletzt aber immer stärker abgebremst werden. Acht Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind bisher gestorben. (dpa)

SPD-Chefin begrüßt Initiative von Google und Apple für App

15.31 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat die gemeinsame Initiative von Apple und Google begrüßt. Es entstünden durch Corona Allianzen, die vorher als undenkbar galten, fügte sie mit Blick auf die Ankündigung der beiden US-Technologierivalen hinzu, gemeinsam ihre Handy-Betriebssysteme so zu ändern, dass mittels Bluetooth-Technologie eine Nachverfolgung dort möglich ist, wo Smartphone-Nutzer nahen und langen Kontakt zu einer infizierten Person hatten. „Eine solche App kann Gesundheitsschutz mit Privatsphäre und technischem Datenschutz verknüpfen, und sie könnte es uns ermöglichen, Infektionsketten zu begrenzen“, sagte Esken. (rtr)

UN starten Luftbrücke mit Hilfsgütern für Afrika

15.09: Die Vereinten Nationen wollen über eine Luftbrücke medizinische Güter gegen die Pandemie in 54 Länder Afrikas liefern. Heute sollte ein erstes Flugzeug mit Material nach Dschibuti fliegen, teilte das Welternährungsprogramm (WFP) mit. Es transportiert Fracht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und werde nach Addis Abeba zurückkehren, um dann mit neuer Ladung zwischen der Hauptstadt Äthiopiens und dem Sudan, Eritrea, Somalia und Tansania pendeln, betonte WHO-Sprecherin Elisabeth Byrs. Danach würden die weiteren Länder Afrikas beliefert. Die Vereinten Nationen wollen insgesamt 95 Länder in allen Welt-Regionen mit Hilfsgütern versorgen. (epd)

DFL verschiebt Entscheidung über Bundesliga-Fortsetzung

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) verschiebt ihre Entscheidung über eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison in die nächste Woche. Die für Freitag geplante außerordentliche Mitgliederversammlung zu weiteren Maßnahmen in der Krise werde auf den 23. April verlegt, teilte die DFL am Dienstag mit. (dpa)

117 Millionen Kindern droht wegen Corona Maserninfektion

14.36 Uhr: Weil viele Länder im Kampf gegen das Coronavirus ihre Impfprogramme einschränken, könnten rund 117 Millionen Kinder weltweit nach UN-Angaben an Masern erkranken. Gegenwärtig hätten 24 Länder ihre großangelegten Impfkampagnen ausgesetzt, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef mit. Obwohl genügend Impfstoff zur Verfügung steht, ist die Krankheit seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch, nicht zuletzt auch wegen vieler Impfgegner in den westlichen Staaten.

Viele der 140.000 Masern-Toten im Jahr 2018 kamen aus Ländern mit Impfprogrammen. Auch mehrere der rund zwei Dutzend Länder, die ihre Impfprogramme nun ausgesetzt haben, hatten in den vergangenen Jahren einen Anstieg der Masernfälle verzeichnet. Dazu zählen Bangladesch, Brasilien, der Südsudan, Nigeria, die Ukraine und Kasachstan. Experten warnen bereits seit Beginn der Corona-Pandemie, dass Programme gegen andere Infektionskrankheiten wie etwa Polio und Tuberkulose leiden könnten, weil medizinisches Personal für den Kampf gegen Covid-19 abgezogen werde. (afp)

NRW will diese Woche wieder Soforthilfe freischalten

14.20 Uhr: Nach dem Stopp der Soforthilfe in Nordrhein-Westfalen wegen Betrügereien will die Landesregierung noch in dieser Woche die Unterstützung wieder aufnehmen. Am Freitag werden die Antragsseiten wieder freigeschaltet, kündigt Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart an. Auch Überweisungen soll es noch in dieser Woche geben. Um Betrug zu verhindern, werde auf Daten der Finanzverwaltung zurückgegriffen. Überweisungen würden nur auf Konten getätigt, die dem Finanzamt bekannt seien. (rtr)

EU-Kommission für Exit-Koordination unter den Ländern

14.10 Uhr: Die EU-Kommission fordert von den Mitgliedstaaten eine enge Abstimmung bei Lockerungen der Beschränkungen, die in der Krise erlassen wurden. „Es ist Zeit, eine gut koordinierte Exit-Strategie der EU zu entwickeln“, hieß es in einem Entwurf für Empfehlungen der Kommission, der noch in dieser Woche verabschiedet werden soll. Die Strategie müsse unter den Ländern abgestimmt sein, um negative Effekte zu vermeiden. Dabei dürfe es eine Lockerung von Beschränkungen nur geben, wenn die Ausbreitung über eine ausreichend lange Zeit deutlich zurückgegangen sei. Zudem müssten die Kapazitäten in Krankenhäusern groß genug sein, um mit einem möglichen Wiederanstieg von Neuinfektionen umzugehen. (rtr)

In Schanghai liegen Millionen Schutzmasken für Hessen

14.02 Uhr: Am Flughafen Schanghai liegen nach Angaben von Ministerpräsident Volker Bouffier mehrere Millionen Schutzmasken, die für das Land Hessen bestimmt sind. Der Transport verzögere sich, weil die chinesischen Behörden kontrollieren wollten, ob sich darunter auch minderwertige Ware befinde, sagt der CDU-Politiker. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Berichte über Mängel bei der gelieferten Ausrüstung aus China gegeben. (rtr)

Aktuelle Zahlen aus der Schweiz

13.50 Uhr: In der Schweiz hat sich der Trend zu einer Abschwächung bei den bestätigten Neuinfektionen über die Osterfeiertage erhärtet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Dienstag 25.834 bestätigte Fälle, 254 mehr als einen Tag zuvor. Nachdem es am Karfreitag noch 785 Neuerkrankte gab, nahmen die Fallzahlen danach täglich weniger stark zu. Bislang sind in der Schweiz 900 Personen an Covid-19 gestorben. (rtr)

Proteste in Polen gegen strengeres Abtreibungsgesetz

13.46 Uhr: In Polen haben viele Menschen gegen einen Gesetzentwurf protestiert, der eine Verschärfung des Abtreibungsrechts vorsieht. Wegen der Schutzmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus wählten die Frauen alternative Formen für ihren Protest: In Warschau rückten sie mit Autos an und blockierten laut hupend einen Verkehrskreisel. An anderen Orten hielten die Frauen Plakate hoch, während sie sich mit dem gebotenen Abstand vor Lebensmittelläden anstellten.

Morgen will das Parlament über einen Gesetzentwurf debattieren, der das polnische Abtreibungsgesetz verschärfen soll. Derzeit ist ein Abbruch in Polen nur legal, wenn die Schwangerschaft das Leben oder die Gesundheit der Mutter gefährdet, wenn sie Ergebnis einer Vergewaltigung ist und wenn das Ungeborene schwere Missbildungen hat. Laut Gesetzentwurf soll künftig die Indikation für einen Abbruch wegen Missbildungen des Kindes gestrichen werden. (dpa)

BASF spendet mehr als 100 Millionen Atemschutzmasken

13.36 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus in Deutschland spendet der Chemiekonzern BASF 100 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken an den Staat. Die Masken werden demnach in China eingekauft und für den Versand nach Deutschland vorbereitet. Das Unternehmen kommt für die Kosten des Einkaufs und des Transports auf. Die Verteilung erfolgt über das Gesundheitsministerium. Die erste Lieferung werde Anfang nächster Woche am Flughafen Frankfurt erwartet, hieß es. Im Kampf gegen die Pandemie hatte BASF nach eigenen Angaben bereits rund 150.000 Liter Desinfektionsmittel in der Metropolregion Rhein-Neckar und von anderen BASF-Standorten an Kliniken und weitere Einrichtungen des Gesundheitswesens kostenlos verteilt. (dpa)

Gewerkschaft: Antikörper-Tests in Spanien beschlagnahmt

13.30 Uhr: Spanien hat nach Gewerkschaftsangaben 2.000 Antikörper-Tests beschlagnahmt, mit denen der Windanlagen-Hersteller Siemens Gamesa seine gesamte Belegschaft auf eine Immunität gegen das Virus testen wollte. Das habe das Unternehmen den Mitarbeitern mitgeteilt, sagt eine Sprecherin der Gewerkschaft CCOO. Siemens Gamesa und die Regierung äußern sich dazu zunächst nicht. Eine strikte Überwachung der Gesundheit der Belegschaft ist die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen in Spanien seit Montag die Arbeit wieder aufnehmen dürfen. (rtr)

Malta fordert EU-Soforthilfe für Libyen

12.52 Uhr: Malta hat von der Europäischen Union eine „sofortige humanitäre Mission“ in Libyen gefordert. In dem von Bürgerkrieg und der Pandemie heimgesuchten Land drohe sonst eine „humanitäre Katastrophe“, warnte der maltesische Außenminister Evarist Bartolo in einem Schreiben an den EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Bartolo zufolge warten derzeit mehr als 650.000 Menschen an Libyens Küste auf eine Möglichkeit, nach Europa zu gelangen. Der maltesische Außenminister schlug eine Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro vor. Mit dem Geld sollten Nahrung, Medikamente und Schutzausrüstung verteilt werden. Die Hilfe könne die mehrheitlich aus Staaten südlich der Sahara stammenden Menschen dazu bewegen, in Libyen zu bleiben, „statt ihr Leben auf dem Mittelmeer zu riskieren“. (afp)

Hannover: Caritas eröffnet Krankenwohnung für Obdachlose

12.43 Uhr: Mit einer speziellen Krankenwohnung will die Caritas in Hannover pflegebedürftigen wohnungslosen Menschen helfen. Die Wohnung bietet Platz für fünf Frauen und Männer, wie der Caritasverband Hannover mitteilte. Sie solle obdachlosen Menschen, die ihre gesundheitlichen und sozialen Probleme nicht aus eigenen Kräften überwinden könnten, professionelle Hilfe anbieten, sagte Vorstand Andreas Schubert. Menschen ohne Wohnung fielen oft durch das Raster bestehender Hilfsangebote, erläuterte er. Ihre Lage werde zudem – gerade jetzt – besonders prekär, wenn sie an Erkrankungen litten, die weiter behandelt werden müssten. So könnten sie nach Brüchen oder Krankenhaus-Aufenthalten nicht mehr auf der Straße oder in einer Gemeinschaftsunterkunft leben. In der Stadt gibt es bereits zwei weitere Krankenwohnungen für Obdachlose, die von der Diakonie betrieben werden. (epd)

Österreich und Polen lockern Beschränkungen für Wirtschaft

12.42 Uhr: Deutschlands Nachbarn Österreich und Polen lockern einige Beschränkungen. Kleine Einzelhändler sowie Bau- und Gartenmärkte öffneten heute in Österreich wieder, Polen wird nach Regierungsangaben am kommenden Sonntag mit Lockerungen für Geschäfte und die Gesellschaft beginnen. In den Geschäften in Österreich müssen Kunden Nase und Mund abdecken und mindestens einen Meter Abstand voneinander halten. Die Zahl der im Geschäft erlaubten Personen wird ebenfalls beschränkt. Die Wiedereröffnung aller Geschäfte planen die österreichischen Behörden für Anfang Mai, Restaurants sollen Mitte Mai folgen.

Der polnische Gesundheitsminister Łukasz Szumowski sagte am Montag, das „Auftauen“ der Wirtschaft solle angesichts der Kosten der Isolation eine gute Nachricht sein. Regierungssprecher Piotr Müller kündigte weitere Entscheidungen über Lockerungen für diese Woche an, Grundlage seien Daten über Neuinfektionen. Erwartet wird ihm zufolge, dass die Zahl der in Geschäften erlaubten Kunden erhöht wird. (dpa)

Ausbruch in Altenheim: 37 Bewohner weiter im Krankenhaus

12.26 Uhr: Von dem wegen eines Ausbruchs teilgeräumten Altenheim in St. Augustin bei Bonn sind heute 37 Bewohner weiter in Krankenhäusern untergebracht. Eine Sprecherin des Caritas-Verbundes, zu dem das Heim gehört, erklärte, die Situation sei stabil und ruhig. Die 45 nicht mit dem Virus infizierten Bewohner würden weiterhin im Heim versorgt. Die Einrichtung war am Freitag geräumt worden, weil es nicht mehr genug Personal gab. Von den 95 Mitarbeitern waren 36 positiv getestet worden. Weitere 20 hatten unmittelbar Kontakt zu positiv Getesteten und wurden in Quarantäne geschickt. Der Auslöser des Ausbruchs blieb zunächst weiter unklar. Eine Frau sei bereits genesen. (dpa)

Trump hat Hilfe im Kampf gegen Corona angeboten

12.05 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich bereit erklärt, Russland Ausrüstung für den Kampf gegen die Ausbreitung des Virus zu schicken. Dies habe Trump seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin mitgeteilt, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax den russischen Außenminister Sergei Lawrow. Russland würde seinerseits den Transport weiterer Hilfsmittel in die USA prüfen, wenn das von der US-Regierung gewollt sei, meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Lawrow. Im März hatte Russland medizinische Ausrüstung und Atemschutzmasken in die USA geflogen. (rtr)

Berlin: Lockerung von Verboten frühestens Ende des Monats

11.56 Uhr: Der Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, dämpft Hoffnungen auf eine rasche Lockerung der Beschränkungen. „Ab kommendem Montag wird es wahrscheinlich nicht sein“, sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit Radio Eins. „Wenn es zu Lockerungen kommen kann, dann dauert die Umsetzung auch wieder ein paar Tage.“ Er gehe davon aus, dass es vielleicht ab dem 27. April oder dem 1. Mai Veränderungen in den Ausgangsbeschränkungen geben werde. „Es wird nicht mehr so sein wie vorher. Es wird alles, wenn überhaupt, nur möglich sein mit Auflagen und Regeln“, mahnte Müller. Zu einer allgemeinen Maskenpflicht äußerte sich der SPD-Politiker skeptisch, unter bestimmten Bedingungen könne dies aber sinnvoll sein. (rtr)

Aktuelle Zahlen aus dem Iran

11.50 Uhr: Im Iran ist die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus um 98 auf 4.683 gestiegen. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zudem 1.574 Neuinfektionen registriert. Damit liegt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen bei 74.877. (rtr)

Wann erreicht die Pandemie ihren Höhepunkt?
Eine Frau tanzt und zwei Personen musizieren auf einem Balkon in der Türkei

Kreativ durch die Pandemie, wie hier bei einer virenfreien Tanz- und Musikperformance in der Türkei Foto: Umit Bektas/rtr

11.45 Uhr: Der Höhepunkt der Pandemie ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht erreicht. 90 Prozent aller Fälle würden in Europa und den USA registriert, sagt eine WHO-Sprecherin. In Europa gebe es ein gemischtes Bild: In einigen Ländern lasse die Ausbreitung leicht nach. Großbritannien und die Türkei dagegen verzeichneten weiterhin einen Anstieg der Infektionen. In China bestehe die Gefahr darin, dass das Virus aus anderen Ländern eingeschleppt werde. Mit einem Impfstoff solle man nicht vor einem Jahr oder noch später rechnen. (rtr)

Verstärkte Chancen auf Lockerungen

11.35 Uhr: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht dank des Verhaltens der Bevölkerung verstärkte Chancen für eine vorsichtige Lockerung der Beschränkungen. „Die Einschnitte haben Wirkung gezeigt“, sagt der CDU-Politiker. Die Verdoppelungsrate der Infizierten liege in NRW inzwischen bei 15,2 Tagen. Das sei ein wichtiger Parameter, um über Lockerungen verantwortungsvoll nachzudenken. In NRW hätten sich bislang knapp 27.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wovon 13.300 mittlerweile wieder genesen seien. (rtr)

Spanien: Zahl der Neuinfektionen rückläufig

11.31 Uhr: In Spanien wurden binnen 24 Stunden 3.045 Neuinfektionen bestätigt. Das ist der niedrigste Zuwachs seit fast vier Wochen. Damit hätten sich insgesamt 172.541 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt, teilt das Gesundheitsministerium mit. 567 weitere Menschen seien gestorben, insgesamt stieg die Zahl der Toten auf 18.056. (rtr)

Zahl der Toten in Großbritannien höher als zunächst angegeben

11.15 Uhr: In Großbritannien könnte die Zahl der Verstorbenen um rund 15 Prozent höher sein als von den Behörden angegeben. Das nationale Statistikamt ONS teilt mit, dass in England und Wales bis zum 3. April 6.235 Menschen gestorben seien, bei denen im Totenschein Covid-19 oder der Verdacht darauf genannt würden. Betrachte man diese Daten, dann sei die Todeszahl höher als die vom nationalen Gesundheitsdienst NHS genannte, erklärt ONS-Statistiker Nick Stripe. Zudem beinhalten die NHS-Zahlen Todesfälle in Krankenhäusern, nicht aber die aus Alten- und Pflegeheimen. (rtr)

Landtag verabschiedet Pandemie-Gesetz für NRW

11.15 Uhr: Der nordrhein-westfälische Landtag hat mit großer Mehrheit im dritten Anlauf ein Pandemie-Gesetz für das Bundesland beschlossen. Es sieht besondere Regierungsbefugnisse für den Fall einer katastrophalen Entwicklung der Krise vor. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP stimmten ebenso wie die Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen dafür. Die AfD stimmte dagegen. Das Gesetz sieht etwa vor, dass das Gesundheitsministerium die Krankenhausträger verpflichten kann, zusätzliche Behandlungskapazitäten zu schaffen und nicht dringend notwendige Operationen zu verschieben. Die staatlichen Behörden dürfen außerdem Medikamente oder medizinisches Apparate beschlagnahmen. Das Gesetz ist bis zum 31. März 2021 befristet. (dpa)

Spanier retten 43 Flüchtlinge – Malta verweigert Aufnahme

Das spanische Rettungsschiff „Aita Mari“ hat vor der Küste von Malta 43 Migranten aus einem sinkenden Boot geborgen. Die geretteten Menschen hätten die Nacht auf dem kleinen Schiff verbracht, teilte die Nichtregierungsorganisation Salvamento Marítimo Humanitario (SMH), die die „Aita Mari“ betreibt, mit. Da Malta die Aufnahme der Geretteten verweigere, fordere man einen sicheren Hafen, hieß es. Malta hatte nach Angaben der spanischen Hilfsorganisation die Entsendung eines Hubschraubers mit einem Arzt und Hilfsmaterial zugesichert. Vor einigen Tagen hatten sowohl Italien und als auch Malta ihre Häfen für die privaten Seenotretter geschlossen. (dpa)

Russland: Sorge vor zu wenigen Krankenhausbetten

10.55 Uhr: Die Behörden in Moskau warnen davor, dass in der russischen Hauptstadt in den kommenden zwei bis drei Wochen die Krankenhausbetten nicht ausreichen. Zwar wurden Tausende zusätzliche Betten bereitgestellt. Aber obwohl staatliche und private Kliniken einbezogen würden, könne es zu Engpässen kommen, teilt die Moskauer Gesundheitsbehörde mit. Das Virus breitet sich in Russland rasch aus, besonders betroffen ist Moskau. Allein dort stieg die Zahl der Infektionen binnen eines Tages um fast 1.500 auf rund 13.000. Im ganzen Land sind es 21.102. (rtr)

Australien erwartet höchste Arbeitslosigkeit seit 1994

10.45 Uhr: Australien droht die höchste Arbeitslosigkeit seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Die Arbeitslosenquote werde sich bis Ende Juni auf 10 Prozent verdoppeln, sagte Ministerpräsident Scott Morrison dem Sender Channel Nine. Damit würde erstmals seit 1994 wieder ein zweistelliger Wert erreicht. Ohne staatliche Hiilfsmaßnahmen wie das 130 Milliarden Australische Dollar (rund 76 Milliarden Euro) große Paket zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Hilfen für Universitäten würde die Arbeitslosigkeit bis auf etwa 15 Prozent klettern, sagte Morrison. Das benachbarte Neuseeland erwartet eine noch viel höhere Arbeitslosenquote. Sie dürfte bis auf 26 Prozent klettern, wenn die Einschränkungen für Wirtschaft und Bevölkerung länger gelten als bislang vorgesehen, wie das Finanzministerium erklärte. Bislang liegt die Quote bei 4 Prozent. (rtr)

Aktuelle News aus dem RKI

10.35 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht die Ausbreitung des Virus noch nicht gestoppt. „Wir können noch nicht von einer Eindämmung sprechen“, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler. Das RKI strebe an, dass die sogenannte Reproduktionszahl unter eins gehe, also dass ein Infizierter das Virus also höchstens an durchschnittlich eine Person oder weniger weitergibt. Derzeit betrage dieser Faktor laut RKI 1,2. (rtr)

10.17 Uhr: In den Krankenhäusern in Deutschland sind nach den Worten von RKI-Präsident Lothar Wieler aktuell ausreichend Intensivbetten und Beatmungsgeräte vorhanden. „Bei der derzeitigen Dynamik werden keine Engpässe prognostiziert“, sagt Wieler in Berlin. (rtr)

10.12 Uhr: Lothar Wieler ruft dazu auf, trotz „einiger positiver Tendenzen“ bei der Entwicklung der Infektionszahlen die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin unvermindert einzuhalten. Die ergriffenen Maßnahmen wirkten. Die Zahlen hätten sich aber „auf einem relativ hohen Niveau eingependelt“, es gebe keinen eindeutigen Trend, dass sie zurückgingen. (rtr)

Bad Hersfelder Festspiele abgesagt

9.53 Uhr: Bad Hersfeld hat die Theater-Festspiele im Sommer wegen der Krise abgesagt. Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) bezeichnete die Absage als „katastrophal“ für die Stadt: „Die Festspiele sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt.“ Die 70. Jubiläumssaison sollte am 26. Juni mit der Uraufführung des Stücks „Der Club der toten Dichter“ nach der Regie von Intendant Joern Hinkel beginnen. Als weitere Uraufführung stand das Musical „Goethe“ (Regie: Gil Mehmert) auf dem Programm. Nun müsse geklärt werden, ob das für diese Saison geplante Programm im Sommer 2021 nachgeholt werden könne, berichtete die Stadt. (dpa)

J.Lo und Diddy tanzen gemeinsam bei Corona-Spendenaktion

9.48 Uhr: Sängerin Jennifer Lopez und Rapper Diddy haben mit einer gemeinsamen Tanzeinlage Geld für Mitarbeiter des Gesundheitswesens gesammelt. Der 50 Jahre alte Musiker hatte am Ostersonntag auf Instagram zum „Dance-A-Thon“ geladen. Mehrere US-Prominente wollen im Kampf gegen das Virus Geld spenden, darunter Pop-Superstar Rihanna und Twitter-Chef Jack Dorsey, Starmoderatorin Oprah Winfrey und Sängerin Dolly Parton. (dpa)

Schülerrat gegen verpflichtende Abschlussprüfungen

9.44 Uhr: Niedersachsens Schüler sollen nach Ansicht des Schülerrats wegen der wochenlangen Schulschließungen wählen können, ob sie ihre Abschlussprüfungen ablegen wollen oder nicht. „Die gegenwärtige Krise hat die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen in unvergleichbarer Weise behindert“, sagte der Vorsitzende des Landesschülerrats, Florian Reetz. Stattdessen solle dieses Jahr ein „Durchschnittsabschluss“ zum Standard werden. Beim Abitur machen diese Leistungen auch unter normalen Umständen zwei Drittel der Abschlussnoten aus. Wer wolle, solle aber ein Recht auf die Abschlussprüfung haben. Eine Entscheidung wird frühestens am Mittwoch erwartet. (dpa)

Corona-Kabinett tagt erst am Mittwoch

09.42 Uhr: Die nächste Beratung des Corona-Kabinetts findet erst am Mittwoch um 9.30 Uhr statt, teilt die Bundesregierung mit. Ursprünglich angekündigt war die Sitzung für den heutigen Dienstag. Für Mittwochnachmittag ist eine Videokonferenz der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten geplant, um über Lockerungen der Kontaktbeschränkungen zu beraten. (rtr)

Verdi-Chef beklagt „Konstruktionsfehler bei der Kurzarbeit“

9.10 Uhr: Immer mehr Arbeitnehmer geraten nach Angaben von Verdi-Chef Frank Werneke in Schwierigkeiten. „Täglich erreichen mich viele Notrufe, der Mail- und Briefeingang ist riesig“, sagte Werneke dem Tagesspiegel. Er beklagte einen „massiven Konstruktionsfehler bei der Kurzarbeit. Die Übernahme der kompletten Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit hätte gekoppelt werden müssen an die Aufstockung des Kurzarbeitergelds auf mindestens 80 Prozent, für niedrige Einkommen auf mindestens 90 Prozent durch die Arbeitgeber.“ Im europäischen Vergleich bilde Deutschland mit einem gesetzlichen Kurzarbeitergeld von 60 Prozent des Nettoeinkommens das Schlusslicht, sagte Werneke der Zeitung. (afp)

Polen will Beschränkungen schrittweise lockern

9.08 Uhr: Polen will die Beschränkungen für die heimische Wirtschaft ab Sonntag schrittweise wieder lockern. „Vom 19. April an werden wir langsam beginnen, die Wirtschaft wieder anzufahren“, sagt Gesundheitsminister Łukasz Szumowski dem Radiosender RMF FM. Regierungssprecher Piotr Müller erklärt, zunächst würden wahrscheinlich die Einschränkungen für Geschäfte gelockert. (rtr)

Asiens Börsen im Plus

8.40 Uhr: Ein überraschend geringer Rückgang der chinesischen Exporte hat für gute Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten gesorgt. Die chinesischen Exporte schrumpften im März zwar um 6,6 Prozent, Fachleute hatten aber mit einem mehr als doppelt so starken Rückgang gerechnet. Auch bei den Einfuhren fiel das Minus bei weitem nicht so stark aus wie befürchtet. Analysten verwiesen zudem darauf, dass die Zahl der Neuinfektionen in vielen wirtschaftlich wichtigen Ländern zurückgeht. Dennoch sei es noch zu früh für Entwarnung an den Finanzmärkten. (rtr)

Altmaier: Kein konkretes Datum für die Rückkehr zur Normalität

8.40 Uhr: Die Wirtschaft und das Alltagsleben in Deutschland werden nach den Worten von Wirtschaftsminister Peter Altmaier schrittweise wieder hochgefahren werden. Dazu werde es sehr differenzierte Vorschläge geben, sagt der CDU-Politiker in der ARD. Ein konkretes Datum für die Rückkehr zur Normalität könne er nicht nennen. Die große Disziplin, die die Bevölkerung gezeigt habe, sei auch in Zukunft noch nötig.

Wohlfahrtsverband: Mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger

7.15 Uhr: Der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, fordert in der ARD 100 Euro mehr im Monat für besonders betroffene Hartz-IV-Bezieher. Allein 600.000 Menschen müssten in Notwohnungen leben, und die rund 1,6 Millionen Stammkunden von den Tafeln seien erheblich betroffen, weil fast die Hälfte dieser Einrichtungen geschlossen sei. Um die Lage in Notunterkünften zu entzerren, müsse der Staat vorübergehend Hotels, Appartements oder Ferienwohnungen anmieten. (rtr)

Größte Ausgangssperre der Welt
Ein Bild des Coronavirus auf einer Straße in Chennai, Indien

Das Virus hat die Straßen Indiens fest im Griff Foto: P. Ravikumar/rtr

7.05 Uhr: Indien verlängert die Ausgangsbeschränkungen bis zum 3. Mai. Er fordere alle Inder auf, dabei zu helfen, dass das Virus nicht weiter verbreitet werde, sagt Ministerpräsident Narendra Modi in einer Fernsehansprache. In Indien sind mittlerweile 10.363 Infektionsfälle bestätigt. 339 Menschen sind gestorben. (rtr)

Aktuelle Zahlen aus Deutschland

05.23 Uhr: In Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Infektionsfälle um 2.082 auf 125.098 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien 170 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit der Pandemie gemeldet worden. 68.200 Menschen sind genesen. Einen Tag zuvor lag diese Zahl bei 64.600. (rtr)

China: Humantests für Impfstoffe
Eine Frau steckt eine Spritze in ein Fläschchen auf dem "Vaccine Covid-19" steht

Noch gibt es ihn nicht, den Impfstoff gegen Sars-CoV-2 Foto: Dado Ruvic/rtr

3.52 Uhr: China lässt zwei experimentelle Impfstoffe zur Bekämpfung des neuen Virus für Humantests zu. Die Impfstoffe würden von einer in Peking ansässigen Einheit der Sinovac Biotech und dem Institute of Biological Products in Wuhan entwickelt, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. Im März hatte China bereits grünes Licht für eine klinische Studie eines vielversprechenden Impfstoffs gegeben, der von der chinesischen Akademie für Militärmedizin und dem Biotechunternehmen CanSino Bio entwickelt wurde. Auch der US-Arzneimittelentwickler Moderna hatte im März erklärt, er habe mit den Humantests für einen Impfstoff begonnen. (rtr)

China: Gestern kein neues Todesopfer

2.56 Uhr: Die chinesische Gesundheitskommission meldet 89 neue Fälle. Fast alle Neuinfektionen seien auf Einreisende zurückzuführen. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in China liegt nun nach offiziellen Angaben bei 82.249. Die Zahl der Todesopfer durch die Pandemie beläuft sich auf 3.341. Gestern wurde kein neues Todesopfer verzeichnet. (rtr)

US-Westküste plant Lockerungen der Maßnahmen

2.40 Uhr: Kalifornien ist einer von neun US-Bundesstaaten, die mit der Planung für die Aufhebung strenger Ausgangssperren beginnen. „Kalifornien entwickelt einen Plan, um Abstandsregeln schrittweise zu lockern, da sich die Zahl neuer Fälle und Klinikaufenthalte zu stabilisieren scheint“, sagt Gouverneur Gavin Newsom. Der Staat werde sich mit Oregon und Washington zusammentun, um einen koordinierten Westküstenplan zu entwickeln. Der Plan solle erst umgesetzt werden, wenn die Infektionsrate tatsächlich abnehme. Bei insgesamt 22.348 Menschen in Kalifornien sei Covid-19 diagnostiziert worden, davon seien 1.178 auf der Intensivstation, sagt Newsom. (rtr)

Finanzielle Anreize für Impfstoffentwicklung in der Ukraine

1.36 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Forschern in seinem Land, denen die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus gelingt, eine Million Dollar versprochen. Der Präsident sei der Ansicht, dass „eine Million Dollar ein guter Anreiz“ seien, teilte Selenskis Sprecherin Julija Mendel mit. Selenski wolle, dass ukrainische Wissenschaftler „aktiver“ daran arbeiteten, „Arzneimittel zu entwickeln, die der ganzen Welt helfen“, fügte sie hinzu. Wie das Millionenpreisgeld für einen solchen Impfstoff finanziert werden würde, führte sie nicht aus. In der Ukraine gibt es mehr als 3.100 bestätigte Infektionsfälle, 93 Menschen starben. Um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen, schloss die Regierung Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen und legte in mehreren Städten den öffentlichen Nahverkehr still. (afp)

Türkei billigt Gesetz zur Freilassung tausender Gefangener

0.56 Uhr: Das türkische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Freilassung zehntausender Strafgefangener aufgrund der Pandemie bewilligt. Menschenrechtsgruppen hatten scharfe Kritik an dem Gesetzentwurf geübt, weil er politische Gefangene nicht einschließt.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International stimmten 279 der Abgeordneten für das Gesetz, 51 dagegen. Kein einziger Änderungsantrag der Opposition sei angenommen worden, schrieb die Amnesty-Aktivistin Milena Buyum im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das von der Regierung eingebrachte Gesetz sieht die Freilassung von rund 90.000 Insassen vor. Ein Teil von ihnen soll vorzeitig aus der Haft entlassen werden, ein anderer Teil unter Hausarrest gestellt werden. Ausgenommen sind politische Gefangene, die nach den umstrittenen Antiterrorgesetzen angeklagt sind. Human Rights Watch und Amnesty hatten das Gesetz deshalb scharf kritisiert.

In der Türkei gibt es mehr als 61.000 Corona-Infizierte, etwa 1.300 Menschen sind bislang an Covid-19 gestorben. (afp)

Sofortige Schuldenerleichterungen für 25 Länder

0.48 Uhr: Der Internationale Währungsfonds gewährt 25 Mitgliedsländern (CCRT) sofortige Schuldenerleichterungen. „Dies gewährt unseren ärmsten und schutzbedürftigsten Mitgliedern Zuschüsse zur Deckung ihrer IWF-Schuldenverpflichtungen und wird ihnen helfen, mehr finanzielle Ressourcen für lebenswichtige medizinische und andere Hilfsmaßnahmen zu verwenden“, sagt IWF-Chefin Kristalina Georgieva. Derzeit verfüge der IWF über Mittel in Höhe von 500 Millionen Dollar, unter anderem aus Japan, Großbritannien, China und den Niederlanden. Zu den ersten Ländern, die die Schuldendiensterleichterung erhielten, gehören Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Gambia, Haiti, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Nepal, Niger, Ruanda, Tadschikistan, Togo und Jemen, so der IWF. (rtr)

Rettungspaket für Europa

0.21 Uhr: Eurogruppen-Chef Mario Centeno hält die von den Finanzministern des Blocks genehmigte Unterstützung von einer halben Billion Euro für die geplagten Volkswirtschaften für einen guten Anfang. „Dieses Rettungspaket ist nicht die Endstation. Wir müssen und werden mehr für Europa tun“, sagt Centeno in einem Interview des Fernsehsenders TVI. (rtr)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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