Corona in Wuhan: Normal war anders

Über zwei Monate war Wuhan von der Außenwelt abgeschottet. Nun öffnet sich die Stadt wieder – zumindest schrittweise.

Menschen mit Mundschutz um stehen vor einer Tafel, die sie mit ihren Handys abscannen

6. April: Menschen in Wuhan scannen an einem Bahnhof einen QR-Code Foto: Aly Song

Als Timo Balz nach fast zwei Monaten die Straße vor seiner Wohnsiedlung wieder betritt, zückt der 45-jährige Schwabe sein Smartphone und verschickt euphorisch Selfies an seine Freunde. Sein erstes Ziel in Freiheit war der nächstgelegenen Supermarkt, und dort direkt das Süßigkeitenregal: „Ich habe Unmengen Chips und Schokoriegel geholt“, erzählt der Professor für Fernerkundung an der Universität Wuhan.

Die letzten Wochen hat die vierköpfige Familie ausschließlich in ihrem Apartment verbracht; das Nachbarschaftskomitee hat Lebensmittel vor die Tür geliefert. Für Gemüse, Reis, ja auch Fleisch war gesorgt. Doch die erste Tüte Paprika-Chips, nachdem die Ausgangssperre aufgehoben wurde, werden die zwei Kinder von Balz wohl nicht so schnell wieder vergessen.

Mit offiziell mehr als 2.500 Virustoten fallen rund drei Viertel aller landesweiten Covid-19-Opfer auf die zentralchinesische Stadt. In Wuhan wurde das Virus als erstes entdeckt; rigoros wurde die Stadt später abgeriegelt. Hätte Wuhan eine Stadtmauer, die Stadttore wären am 23. Januar verschlossen worden. Bis jetzt. Nun aber dürfen einige Bewohner die Stadtgrenze wieder übertreten.

China probiert sich dieser Tage an einem Experiment, das die internationale Staatengemeinschaft mit ganz besonderem Interesse verfolgt: Kann das Virus-Epizentrum, in dem Covid-19 über Monate unkontrolliert gewütet hat, den Weg zurück in die Normalität schaffen? Wenn man davon ausgeht, dass der Virusausbruch zeitversetzt an verschiedenen Orten ähnliche Entwicklungsstufen durchmacht, dann ist Wuhan dem Rest der Welt um einige Wochen voraus.

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Ein Rückblick: Auf der Höhe der Epidemie gelangten tragische Bilder durch die chinesische Zensur an die Öffentlichkeit. Etwa von hoffnungslos überfüllten Spitälern, die offensichtlich infizierte Personen abweisen mussten. Oder von Leichensäcken, die in den Warteräumen der Kliniken gelagert wurden. Und von Krematorien, deren Schornsteine rund um die Uhr Rauch ausstießen.

„In diesen wenigen Tagen scheinen die Verstorbenen immer näher zu kommen. Der Cousin eines Nachbarn ist gestorben, der junge Bruder einer Bekannten ebenfalls. Der Freund von einem Vater starb, seine Mutter und Ehefrau auch. Und schließlich starb er selbst“, schrieb die Schriftstellerin Wang Fang aus Wuhan in einem öffentlichen Tagebuch. Millionen Leser folgten auf ihren Smartphones den anekdotischen Aufzeichnungen der Chinesin, die auch das Fehlverhalten der Lokalregierung zu Beginn des Virusausbruchs offen anprangerte.

Selbst strenge Parteikader wie Xu Xijin, der Chefredakteur der staatlichen „Global Times“, folgten der kritischen Schriftstellerin. Auf seinem Wechat-Account verteidigte er sie: Wang Fangs Tagebucheinträge würden „die offenen Wunden unserer kollektiven Psyche offenlegen“ und seien zu tolerieren, schrieb er. Dennoch haben die Zensoren die meisten Einträge nur wenige Stunden nach ihrer Publikation gelöscht.

Systematischer Hausarrest

Doch abseits der Vertuschungspolitik und Inkompetenz der Lokalbehörden wurde Wuhan schlussendlich auch zum Symbol für den erfolgreichen Kampf Chinas gegen das Virus: Mit systematischem Hausarrest, einer Massenmobilisierung von medizinischem Personal und der strikten Isolierung aller Infizierten hat die Stadt es geschafft, die außer Kontrolle geratene Epidemie wieder einzudämmen. Zumindest, wenn man der massiv abgeflachten Kurve an Neuinfektionen folgt. Im ganzen Land gibt es demnach nur noch etwas über 1.100 Personen, die das Virus in sich tragen. In der Provinz Hubei inklusive dessen Hauptstadt Wuhan sollen es derzeit noch rund 350 aktive Fälle sein.

Die offiziellen Zahlen scheinen jedoch nur ein grober Gradmesser zu sein. Schließlich haben die Behörden ihre Kriterien für die offizielle Zählweise im Laufe der Epidemie bislang sechsmal geändert. Erst am 1. April hat China die sogenannten asymptomatischen Fälle inkludiert; stille Virusträger, die keine Symptome zeigen, aber laut der, von der South China Morning Post publizierten internen Regierungspapieren rund ein Drittel aller Infizierten ausmachen.

Seither haben die Behörden Wuhans fast 200 solcher asymptomatischen Fällen gemeldet, knapp 700 befinden sich zudem unter ärztlicher Beobachtung. Eine Staatszeitung, die zur Mediengruppe der Parteizeitung „Renmin Ribao“ gehört, hatte zuvor einen Arzt aus Wuhan zitiert, der von bis zu 20.000 asymptomatischen Fällen ausging. Der Artikel wurde jedoch von den Zensoren gelöscht.

Bisher wird in Wuhan die Freiheit nur schrittweise zurück gegeben: Die Metallzäune vor den Wohnsiedlungen der Stadt sind weiterhin aufgebaut, die Bewohner dürfen nur unter den Auflagen des örtlichen Nachbarschaftskomitees auf die Straße. Gleichzeitig haben die Behörden aus Angst vor „stillen Virusträgern“ die täglichen Testraten auf 12.000 erhöht, um asymptomatische Fälle zu erkennen.

Nach dem Prinzip „trial-and-error“ wird derzeit erprobt, ob die neuen Freiheiten für die Bewohner möglicherweise zu einem erneuten Anstieg an Virusinfektionen führen. Jede Lockerung kann von den Lokalbehörden umgehend wieder zurückgenommen werden. Mehrere aktuelle Modellstudien prognostizieren, dass es bis zum August zu einer zweiten Welle an Neuinfektionen kommen könnte, wenn die Einschränkungen in Wuhan aufgehoben werden.

Nach dem Prinzip „trial-and-error“ wird erprobt, ob die neuen Freiheiten zu einem erneuten Anstieg an Virus-infektionen führen

Um den schrittweisen Übergang zur Normalität zu kontrollieren, bekommen die Bewohner über eine Smartphone-App einen farbigen QR-Code zugewiesen. Wer nachweislich 14 Tage ohne Symptome ist, bekommt einen grünen Code und darf sich frei innerhalb der Stadt bewegen. Rasch jedoch ändert sich der QR-Code auf gelb – etwa, wenn man sich zufällig mit einem Infizierten im selben Supermarkt aufgehalten hat. Dann muss man zunächst für mehrere Tage in Heimquarantäne. Smartphone-Nutzer mit rotem Code sind verpflichtet, eine 14-tägige Heimquarantäne unter medizinischer Aufsicht zu absolvieren.

Überwachung im Alltag

Auch Emmanuel Geebelen, 42 Jahre, muss seinen QR-Code scannen, wenn er seine Wohnung in Wuhan verlassen will. Ein Mitglied des Nachbarschaftskomitees, des verlängerten Parteiorgans der Lokalregierung, unterrichtet der gebürtige Genfer zudem darüber, wohin exakt er geht. „Das soll einem bewusst machen, dass man sich genau überlegt, rauszugehen oder nicht“, sagt der Schweizer. Dabei war der gelernte Uhrmacher mit seiner Familie bereits im Restaurant wie auch in einem Massage-Laden. „Die Regierung will schließlich die Wirtschaft ankurbeln. Wir bekommen teilweise Coupons als Anreiz, shoppen zu gehen“, sagt er.

„Teilweise haben wir die Zeit während der Ausgangssperre sogar genossen. Mit zwei Kindern wird einem niemals langweilig“, sagt Geebelen. Allerdings habe seine chinesische Frau, ehemals Leiterin eines Kindergartens, aufgrund der Krise ihre Arbeitsstelle – und damit auch das einzige Einkommen der Familie – verloren. Per Wechat, dem chinesischen Pendant von Whatsapp, hat sie allerdings in der Zwischenzeit den Vertrag für eine neue Stelle im ostchinesischen Hangzhou unterschrieben. Spätestens in einer Woche wird die Familie dann übersiedeln – in eine Wohnung, für die sie bereits eine Kaution bezahlt hat.

Auf den sozialen Netzwerken Chinas werden Fotos des neuen Normalzustands in Wuhan verschickt: Die Einkaufszentren sind mittlerweile geöffnet, jedoch weitgehend leer. Erste Hobby-Angler haben sich bereits am Ufer des Jangtse-Fluss eingefunden. Die Straßen füllen sich allmählich mit Passanten, wenn auch ausschließlich alle Schutzmasken tragen.

Viele Chinesen, das wird dieser Tage deutlich, sorgen sich nach wie vor vor der Virusbedrohung: „Selbst meine Mutter hat Angst, dass ich zurück in meine Heimatprovinz reise. Sie denkt, dass ich das Virus in unser Heimatdorf bringe“, sagt eine 30-jährige Chinesin, die vor acht Jahren in Wuhan geheiratet hat und seither dort lebt. Ursprünglich hatte sie geplant, sobald wie möglich ihre Familie im Süden Chinas zu besuchen. „Wenn sich selbst meine Mutter schon so sorgt, wie werden dann die anderen erst auf mich reagieren?“ Auch sie glaubt, dass die Gefahr wesentlich höher ist, als von den offiziellen Medien behauptet wird.

Sich nach dem Alltag sehnen

Für Timo Balz, dem wohl einzigen Deutschen in der Stadt, der die zwei Evakuierungsflüge der Bundesrepublik abgelehnt und über die gesamte Zeit in Wuhan ausgeharrt hatte, fühlt sich das Leben trotz allem schon fast normal an: Der Lieferdienst kommt wieder zum Pförtnerhäuschen, um das bestellte Essen abzugeben. Die Gärtner stutzen den Rasen im Vorhof. Und von der Straße hört man Menschenlärm.

Die Quarantäne habe ihm, meint Balz, persönlich wenig zugesetzt: Sein Gehalt von der Universität wurde weiter überwiesen, und in der freien Zeit hat der Wissenschaftler unter anderem eine Studie in einem Fachjournal publiziert.

Dennoch wünscht sich der Stuttgarter den Alltag von früher zurück; ohne Ausgangsbeschränkungen und ohne ständig die Körpertemperatur messen zu müssen. Was er als erstes machen würde, wenn die Krise vorüber ist? „Die normalen Dinge: spazieren gehen, ins Büro gehen“, sagt er.

Wahrscheinlich wird es noch Monate dauern, bis es soweit ist. Doch am Freitag haben die parteihörigen Staatsmedien Optimismus verbreitet: Es sei unwahrscheinlich, dass es in Wuhan zu einer zweiten Infektionswelle komme, titelt die Global Times. Die Provinzhauptstadt von Hubei sei vielleicht „die derzeit sicherste Stadt in China“, sagte der Leiter des Shanghaier Covid-19-Expertenteams. Viele Bewohner hätten laut Zhang Wenhong bereits Immunität gegen den Erreger entwickelt. Doch dies sei lediglich eine Vermutung.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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