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Ukrainekrieg Nicht nachlassen, bitte

Tanja Tricarico

Kommentar von

Tanja Tricarico

Die Ukraine braucht weiter militärische Unterstützung aus Europa – gerade weil die USA unzuverlässig geworden sind.

E in Ende des Krieges in der Ukraine ist nach mehr als viereinhalb Jahren nicht in Sicht: Erst an diesem Wochenende attackierten die ukrainischen Streitkräfte Russland mit Hunderten Drohnen. Im Gegenzug reagierte Moskau mit Raketenbeschuss und hat wie an so vielen Tagen die Zivilbevölkerung in der Ukraine im Visier.

Und die Verbündeten der Ukraine? Schauen zu und sind vor allem mit sich selbst beschäftigt. In den vergangenen Tagen sind verstärkt Drohnen in den Nato-Luftraum eingedrungen, zuletzt in Lettland und Rumänien. Beides Mal wurden die Flugobjekte abgeschossen; es wird ermittelt. Nicht ausgeschlossen, dass es sich erneut um ukrainische Drohnen handelte auf dem Weg nach Russland, die dann bewusst vom Weg von ihrer eigentlichen Route abgelenkt wurden. In die Ereignisse reiht sich der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig ein, bei dem offenbar nur mit Glück eine Katastrophe mit Toten und Verletzten abgewendet werden konnte. Verwirren, beschäftigen, ablenken: ein beliebtes Instrument im russischen Kriegsdrehbuch.

Es bleibt dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und seinen Streitkräften derzeit nichts anderes übrig, als in die Offensive zu gehen – mit dem Kriegsgerät, das ihnen derzeit zur Verfügung steht. Denn in der Ukraine mangelt es vor allem an Patriot-Systemen und den passenden Abfangraketen. Die sind aber die beste Luftabwehr gegen die ballistischen Raketen Russlands. Eigentlich hatte US-Präsident Donald Trump zugesagt, dass die ukrainischen Streitkräfte die Freigabe über die Lizenz zum Bau solcher Raketen bekommen. Aber wen interessieren schon Vereinbarungen zu Beginn des Sommers. Trump jedenfalls nicht.

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Diese Haltung sollten die Verbündeten in Europa nicht an den Tag legen, sondern sich über weitere Unterstützung seitens der Ukraine verständigen. Die Verwirrtaktiken zu Hause – Stichwort Drohnenvorfälle – machen sie umso dringlicher.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Tanja Tricarico

Tanja Tricarico ausland

Schreibt über Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, früher auch Digitalisierung. Host der Fernverbindung, dem Auslands-Podcast der taz. Privat im Einsatz für www.geschichte-hat-zukunft.org
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2 Kommentare

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  • Drissejal

    Sehr guter Artikel. Wird aber wohl leider ungehört verhallen.

  • Philippo1000

    Bereits vor zwei Jahren haben die Waffenlieferungen der USA aufgehört.



    Grund ist Trump, der schon in das Ende der Biden Amtszeit hinein regierte.



    Die Unterstützung der EU und insb. Deutschlands hat seitdem nicht nachgelassen.



    Immerhin erlaubt trump, Waffen für die Ukraine in den USA einzukaufen.



    Das ist speziell beim Patriot System notwendig.



    Nach dem Iran Abenteuer ist das Arsenal allerdings spürbar geschrumpft.



    Der Bundesverteidigungsminister hat vor Tagen nochmals 30 Raketen in Drittstaaten einkaufen können, doch der Engpass ist da und wird auch nicht so einfach zu ändern sein.



    Dass die Patriot-Werft, zur Reparatur derselben kürzlich per Drohne ausgespäht wurde, lässt zusätzlich Sorgen aufkommen.



    Die Unterstützung ist stetig, das fällt nur nicht mehr auf, weil Merz die Lieferungen nicht mehr veröffentlichen will.



    Das ist ein strategischer Fehler.



    Durch die regelmäßigen Meldungen über Waffenlieferungen hatten auch die Ukrainer*Innen das Gefühl von Solidarität.



    Es ist nicht unwahrscheinlich, das bei Merz, wie so oft, persönliche Motive dahinter stehen, schließlich ist Pistorius deutlich beliebter. Dass Russland Presse davon unabhängig weiß, was geliefert wird, ist wahrscheinlich.