Luftalarm in Lettland: Nato-Kampfjets schießen Drohne ab
Erneut dringt eine Drohne in den lettischen Luftraum ein – mutmaßlich infolge der elektronischen Kriegsführung Russlands. Die Letten sind alarmiert.
Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
dpa/taz | Eine Drohne ist in den lettischen Luftraum eingedrungen und von Nato-Kampfjets abgeschossen worden. Nach Militärangaben haben italienische Eurofighter das Flugobjekt vom Himmel geholt. Der zuvor ausgelöste Luftalarm für den baltischen Staat sei damit aufgehoben, teilte das lettische Militär in der Nacht zu Freitag mit. Die Streitkräfte hatten die Letten aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen.
Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der an Russland grenzenden Bezirksgemeinde Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag der Schluss nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.
Kyjiw hatte nach Angaben des lettischen Rundfunks in der Nacht Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Bereits Anfang Juni hatten Nato-Kampfjets über Lettland eine fehlgeleitete Drohne abgeschossen.
Wiederholte Vorfälle mit ukrainischen Drohnen
Im EU- und Nato-Staat Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern hat es im Zuge des Ukraine-Krieges bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper, mit denen Kyjiw Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte, in den lettischen Luftraum eingedrungen und abgestürzt.
Größere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel. Die neue Regierung hatte kurz nach ihrem Amtsantritt Ende Mai ein Abkommen mit der Ukraine zu einer stärkeren Zusammenarbeit bei der Drohnenabwehr geschlossen.
Größere Nato-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland, die keine eigenen Kampfjets besitzen. Die italienischen Kampfjets sind auf dem Militärflughafen Šiauliai in Litauen stationiert.
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