Gestoppte KI-Rechenzentren : New York wehrt sich
KI-Rechenzentren verschlingen irre viel Energie und pusten Dreck in die Luft. Der US-Staat New York beschließt deswegen ein Moratorium. Ein Vorbild für Europa?
Foto: Bruce Cotler/Zuma Press/imago
W ie viel Strom, wie viel Wasser zieht ein KI-Rechenzentrum aus den Netzen? Wie viele Schadstoffe und CO2 werden dafür wieder abgegeben? Weil diese Fragen nicht leicht zu beantworten sind, hat der Bundesstaat New York am Dienstag ein Moratorium erlassen: Keine neuen „Hyperscaler“ sollen hier entstehen, also Rechenzentren mit einem Energiebedarf von über 50 Megawatt – ein Jahr lang, um die Steuerzahler:innen, die Umwelt und das Stromnetz zu schonen, wie es in einer Erklärung heißt.
Wer sich die geplanten Rechenzentren auf einer Karte anschaut, sieht ein Panorama des Booms. Zahllose neue Zentren sollen in den USA entstehen. Diese bieten reichlich Anlass für Moratorien, wenn nicht gleich für handfesten Widerstand vor Ort: Anwohner:innen leiden vielerorts unter der Abwärme, dem Lärm und den Emissionen der Dieselgeneratoren und Gasturbinen, mit denen viele der Zentren betrieben werden.
Was auf dem Papier zuerst nur eine Notlösung war, droht zum Dauerzustand zu werden: In Mississippi etwa pustet das Rechenzentrum Colossus 2 mit seinen Gasturbinen jährlich geschätzte 2.500 Tonnen Stickoxide, 4.000 Tonnen Kohlenstoff und 22 Tonnen Formaldehyd in die Luft, um Elon Musks xAI zu betreiben. Eine saubere Abschätzung der Umweltfolgen vor dem Bau hätte das vielleicht verhindern können.
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In Deutschland sieht es zwar weniger düster aus. Aber blindes Vertrauen ist auch hierzulande nicht angesagt. Bis 2030 will die Bundesregierung die Rechenkapazität verdoppelt haben. Statt Moratorien zu beschließen oder die Betreiber von Rechenzentren stärker in die Mangel zu nehmen, kommt sie diesen weit entgegen.
Mit einer Novelle des Energieeffizienzgesetzes verkürzt sie gerade Genehmigungsverfahren, schwächt Transparenzregeln ab und setzt wichtige Vorgaben aus. Dazu mal was Positives: Eine kleine Initiative im Maintal bei Frankfurt hat gerade das erste vollständig fossile Rechenzentrum Europas verhindert – inklusive des dazu geplanten Gaskraftwerks.
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