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Mögliches AbkommenVerpflichtungen für die USA, Mini-Versprechen aus Iran

Im Netz kursiert der Entwurf eines Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und Iran. Sollte er unterzeichnet werden, wäre es wohl ein Punktesieg für Teheran.

Lisa Schneider

Aus Ramallah

Lisa Schneider

US-Präsident Donald Trump behauptet, der Krieg in Iran sei vorbei. Nun sind alle Augen auf die Islamische Republik Iran und ihre Reaktion gerichtet – hatte der US-Präsident doch in diesem Krieg bereits mehrfach Dinge verkündigt, die dann eben nicht eintraten.

Eine Bestätigung aus Teheran gibt es weiterhin nicht, jedoch wird ein Bericht der Staats-Nachrichtenagentur Mehr News in den sozialen Medien vielfach rezipiert und geteilt. Die Informationen sind mit Vorsicht zu genießen, denn Mehr News kann als Sprachrohr des iranischen Staates betrachtet werden.

Dem Bericht von Mehr News zufolge liegt der Agentur die derzeit verhandelte Absichtserklärung zwischen den USA und Iran vor. Sie enthält 14 Stichpunkte. Die taz hat diese ins Deutsche übersetzt.

Die 14 Punkte der Absichtserklärung

„1. Sofortige und dauerhafte Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich des Libanon.

2. Verpflichtung der USA zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Irans und zur Achtung der Souveränität der Islamischen Republik Iran.

3. Vollständige Aufhebung der Seeblockade innerhalb von 30 Tagen.

4. Verpflichtung der USA zum Abzug ihrer Streitkräfte aus dem iranischen Grenzgebiet.

5. Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen unter iranischer Aufsicht.

6. Aussetzung der Sanktionen gegen den Verkauf von Öl, petrochemischen Produkten und Derivaten sowie uneingeschränkter Zugriff Irans auf seine Finanzressourcen.

7. Die USA und ihre Verbündeten müssen Wiederaufbaupläne für Iran im Wert von mindestens 300 Milliarden US-Dollar vorlegen.

8. 60 Tage Verhandlungen zur Erzielung eines endgültigen Abkommens über die Nuklearfragen und zur vollständigen Aufhebung der primären und sekundären US-Sanktionen sowie der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

9. Irans Verpflichtung aus dem NVV, keine Atomwaffen herzustellen, wird bekräftigt.

10. Die USA haben sich verpflichtet, während der Verhandlungen ihre Truppenpräsenz in der Region nicht zu erhöhen und keine neuen Sanktionen zu verhängen.

11. 24 Milliarden US-Dollar an blockierten iranischen Geldern werden während der 60-tägigen Phase der finalen Verhandlungen freigegeben. Die Hälfte dieses Betrags muss Iran vor Beginn der Verhandlungen zur Verfügung gestellt werden.

12. Ein Überwachungsmechanismus zur Umsetzung des Abkommens wird eingerichtet.

13. Das endgültige Abkommen wird durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats gebilligt.

14. Die finalen Verhandlungen werden erst nach Freigabe der Hälfte der eingefrorenen iranischen Gelder, Aussetzung der Ölsanktionen und Aufhebung der Seeblockade beginnen. Die endgültige Vereinbarung wird sich ausschließlich auf das Schicksal angereicherter Materialien und der Urananreicherung, die Aufhebung der Sanktionen und das iranische Wirtschaftswiederaufbauprogramm beziehen. Diskussionen über das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen wurden endgültig von der Tagesordnung gestrichen.“

Massive Verschlechterung im Vergleich zum Atomabkommen

Laut Mehr News steht die endgültige Zustimmung beider Parteien aber noch aus. Laut dem iranischen Außenministerium sei aber ein großer Teil des Abkommenstextes bereits fertiggestellt.

Das Abkommen enthält vor allem Verpflichtungen für Washington. Wozu sich Teheran hingegen bereiterklärt: „Ein kleines Versprechen, sich an den Atomwaffensperrvertrag zu halten“, schreibt Wall Street Journal-Korrespondent Yaroslav Trofimov auf X.

Sollte dieser Deal so kommen, wäre er eine massive Verschlechterung im Vergleich zum Atomabkommen, das von 2015 bis 2018 bestand. Es gibt Berichte, dass die USA in den vergangenen Tagen es mit dem Aufbau militärischen Drucks versucht hatten, das Abkommen zu seinen Gunsten zu verändern, dies sei aber gescheitert. Eine Bestätigung dessen gibt es nicht.

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11 Kommentare

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  • US-Präsident Donald Trump behauptet, der Krieg in Iran sei vorbei.



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    Muss er, den länger als 6 Wochen "darf" Er ja nicht, ohne das House & Senat zustimmt!



    Wenn auch nur => 50 % davon umgesetzt wird, kann Nr. 47 reden, was er will, blamable bleibt es trotzdem!



    Vor allen Dingen, wenn zw. dem von Ihm gekündigten altem Abkommen & dem, was Er erreicht hat, verglichen wird!



    Von den Kosten, die dabei für die U-SA angefallen sind, will ich gar nicht erst anfangen!

  • >7. Die USA und ihre Verbündeten müssen Wiederaufbaupläne für Iran im Wert von mindestens 300 Milliarden US-Dollar vorlegen.<

    Kaum zu glauben. Kaum zu glauben, dass Maga-Trump so eine Abmachung politisch überleben würde.

    Schön, dass den Verbrechern Trump und Netanjahu Grenzen gezogen worden sind.

    • @test_name:

      "Schön, dass den Verbrechern Trump und Netanjahu Grenzen gezogen worden sind."

      Aber den Verbrechern der Hamas und in der iranischen Regierung halt nicht.

      Die haben gerade gesiegt.

      Deshalb wird das Sterben weitergehen.

  • Ein Deal, ein Deal, Hauptsache ein Deal ... Oder lieber ein schlechter Deal, als überhaupt kein Deal.

  • Wenn die auch nur mit der Hälfte von dem durchkommen hätte Trump die USA komplett lächerlich gemacht.



    Die Verwandten um Iran sind verzweifelt, gallopierende Inflation, Regimelinge die mit regierungstreuen ausländischen Extremisten abends die Straßen beherrschen. Der letzte Funke Hoffnung ist, dass vielleicht der Mossad die Regierung so weit unterwandert hat um sie längerfristig zum Zusammenbruch zu bringen.

  • Meine Güte, hier im Westen scheinen nicht viele Leute zu begreifen wie die Mullahs verhandeln. Zum einen gelten die normalen Regeln wie sie im Westen existieren nicht, das heisst man versucht herauszufinden was die anderen wollen verspricht alles mögliche und hält sich dann nicht daran während die anderen sich verpflichtet fühlen die Vereinbarungen einzuhalten. Weil die Mullahs wissen dass die Europäer zum Beispiel niemals den Druck erhöhen würden oder auch könnten. Zum anderen steht der Iran unter massivem Druck. Wenn die Speicherkapazitäten für Rohöl aufgebraucht sind, dann müssen Ölquellen heruntergefahren werden. Sehr bald. Die kann man dann aber nur sehr schwer und möglicherweise überhaupt nicht mehr anfahren. Und derzeit exportiert der Iran z.B. kein Öl mehr nach China weil die Amis die Häfen blockieren, und verdient daher kein Geld mehr. Gleichzeitig können die Mullahs sich im Iran selbst nicht als schwach zeigen weil sonst ihre Herrschaft wackelt. Also werden Lügenmärchen aufgetischt, für den Hausgebrauch. Trump fährt eine harte Linie weil das die einzig mögliche ist. Und weil er es kann und will. Mal sehen wie es weitergeht.

    • @Gerald Müller:

      Ich sag mal so, die "normalen Regeln" für Verhandlungen existieren auch im fernen Westen nicht mehr, wie an den konsistenten Lügen des gewählten Präsidenten der USA deutlich wird. Harte Linie erkenne ich daran allerdings weniger als entweder eine Abwesenheit von Konzepten oder aber kurzfristige Ziele zur Selbstbereicherung durch kontrolliert provozierte Preis- und Kursschwankungen. Die Inflation findet er ja inzwischen herrlich, nachdem ein großer Teil der Leute, die sich gegen die demokratische Kandidatin entschieden hatten, die covidbedingten Inflationszahlen als Grund ihrer Unterstützung für den Artist of the Deal angeführt haben.



      Dass dem iranischen Regime nicht zu trauen ist, ist sicher nicht falsch, ich halte den Kontrast der hier zur Gegenseite aufgemacht wird aber leider für sehr fraglich.

    • @Gerald Müller:

      "Die kann man dann aber nur sehr schwer und möglicherweise überhaupt nicht mehr anfahren."

      Was man vor allem ohne ein Abkommen nicht wieder anfahren kann, ist den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus. Einen Versuch, das mit Gewalt zu erreichen, mussten die Amis nach ein paar Stunden aufgeben.

      Fakt ist, dass sich Trump eklatant verrechnet hat. Er glaubte wohl, wenn er ein paar Führungskräfte des Regimes umlegen lässt, bricht der Iran zusammen und er kann den großen Sieger spielen. Es kam anders. Er ist von allen Seiten unter Druck und seine "harte Linie" ist in Wahrheit ein Eiertanz, um da irgendwie wieder rauszukommen.

      Da helfen dann auch ein paar technisch fragwürdige Spekulationen über die iranischen Ölquellen nicht weiter.



      Und auch das Geld wird den Herren in Teheran nicht so bald ausgehen. Unter der Hand werden sie aus genug bekommen, um sich an der Macht zu halten. Xi kann wahrscheinlich sein Glück über die Dummheit der US Administration kaum fassen...

  • Iran hat nun mal einen Sieg nach Punkten errungen und das spiegelt sich in dem vermuteten Abkommen wider. Mit der Schließung der Straße von Hormus hat der Iran die stärkste Waffe überhaupt eingesetzt.



    Mehr verlangen können USA und Israel wenn sie den Iran platt machen. Dazu wäre die totale Eskalation nötig was gigantische Risiken birgt und auch keiner will (außer vieler Netanjahu).



    Dann muss man sich auch mal ehrlich machen: was sind die Auswirkungen der Ölsanktionen? China kann billig Öl kaufen und nichts weiter. Damit sind diese Ölsanktionen eine Subvention für China, bezahlt durch den Westen.

  • Liest sich, als wären die Iraner nach Washington marschiert und hätten dort die Bedingungen diktiert 😁

    So macht man Amerika great again. Trumpf ist wirklich der größte Präsident aller Zeiten. Oder der größte Trottel...

  • Die Punkte des Abkommens sind nicht, wie hier geschrieben steht, "mit Vorsicht zu genießen", sie sind einfach nur ein Witz von iranischer Seite, passend zu den schlechten Witzen, die Trump fast täglich loslässt. Oder glaubt irgendjemand daran, dass die USA dem Iran 300 000 000 000 Dollar bezahlen werden?