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Israels Vorstoß im LibanonAus Angst nach vorn

Susanne Knaul

Kommentar von

Susanne Knaul

Um die Gefahr für die eigenen Bürger zu bannen, rücken israelische Soldaten im Libanon vor. Zielführender wäre es, die libanesische Armee zu stärken.

Vertriebene libanesische Kinder fangen am ersten Tag des muslimischen Opferfestes Eid al-Adha Süßigkeiten auf Foto: Marwan Naamani/dpa

I sraels Vorstoß im Libanon hat mit Expansionsallüren nichts zu tun. Auch wenn manche im Heiligen Land diese schräge Wunschvorstellung haben könnten, die westliche KritikerInnen Jerusalem unterstellen. Besatzung für Sicherheit ist das Motto von Israels Regierung. Nicht die Eroberung von Land, sondern der Kampf gegen die Hisbollah.

Die schiitische Terrororganisation bedroht Israel, und sie tut das aus einem einzigen Grund: Sie will den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen, ganz so wie ihr Förderer Iran. Seit dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon vor 26 Jahren gibt es keine Besatzung und keine nennenswerten Gebietskonflikte. Der erneute Vormarsch der israelischen Soldaten gilt einzig dem Norden Israels und den Menschen, die auch an diesem Wochenende erneut unter Beschuss der libanesischen Terroristen gerieten.

Und den Tausenden, die es als Binnenflüchtlinge vorziehen, vorläufig in sicherer Entfernung zu bleiben. Doch so einleuchtend das Ziel der Sicherheit für die Bevölkerung im Norden des Landes ist, so wenig heiligt es die Mittel, die die israelische Regierung dafür einsetzt: die Vertreibung von über einer Million LibanesInnen und die Zerstörung ganzer Dörfer. Vor allem dann nicht, wenn andere Wege weit erfolgversprechender sind.

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Israel hat in Beirut Verbündete im Kampf gegen die Hisbollah. Nur allzu gern würde Ministerpräsident Nawaf Salam die Souveränität des Staates durch die Entwaffnung der Terrormiliz erreichen und die eben aufgenommenen Friedensverhandlungen mit Israel fortsetzen. Ebenso hatte Präsident Joseph Aoun, ehemals selbst Oberbefehlshaber der libanesischen Streitkräfte, schon bei seinem Amtsantritt letztes Jahr verkündigt, dass der Staat das Waffenmonopol haben sollte.

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Die libanesische Armee sollte in die Lage versetzt werden, diese Mission aufzunehmen. Sie muss aufgerüstet und ausgebildet werden, damit sie eine Chance hat, mit der Hisbollah auf Augenhöhe die Bedingungen für eine Entwaffnung zu verhandeln.

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Susanne Knaul
Redakteurin Meinung
1961 in Berlin geboren und seit 2020 Redakteurin der Meinungsredaktion. Von 1999 bis 2019 taz-Nahostkorrespondentin in Israel und Palästina.
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23 Kommentare

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  • Wenn israelische Minister das ganz offen sagen (www.reuters.com/wo...banon-2026-03-23/), wie kann man dann einfach die Augen vor der Möglichkeit verschließen, daß es beim Libanonkrieg, welcher ja durch den Irankrieg (wer hat den nun angefangen) ausgelöst wurde, opportunistisch um Landnahme geht?!

    Smodrich sagt nur laut, was Netanyahu und die ganze Regierung sowieso denken. Und das Vorgehen, das "Gaza playbook" mit Planierraupen, spricht dafür.

    Darum ist das israelische Vorgehen nicht "kontraproduktiv", wie die Autorin meint, sondern zielorientiert. Aber das weiß sie eigentlich selbst.

  • Israel wird zum Aggressor erklärt, während die Hisbollah – eine offen antisemitische Terrororganisation – praktisch als Naturereignis behandelt wird. Raketen auf israelische Städte? „Eskalation“. Israels Reaktion? „Völkerrechtsbruch“. Diese Verdrehung ist nicht kritisch, sie ist verantwortungslos.

    Wer verlangt, Israel solle stillhalten, während eine vom Iran bewaffnete Miliz seine Nordgrenze in eine permanente Abschussrampe verwandelt, fordert faktisch die Preisgabe israelischer Zivilisten. Der Libanon hat die Hisbollah weder im Griff noch den Willen, sie zu entwaffnen. Genau deshalb existiert diese Bedrohung überhaupt.

    Die taz moralisiert bequem aus sicherer Distanz und verweigert Israel das, was jedem anderen Staat selbstverständlich zugestanden wird: das Recht, seine Bevölkerung zu schützen. Wer Terror relativiert und Selbstverteidigung dämonisiert, steht nicht für Frieden, sondern für die Stabilisierung des Status quo der Gewalt. Israel handelt nicht aus Machtgier – sondern weil Nichtstun tödlich wäre.

    • @Zippism:

      Niemand behauptet, die Hisbollah sei wie ein Naturereignis über den Libanon (und Israel) gekommen. Entscheidende Faktoren für den Aufstieg der Hisbollah waren die islamische Revolution im Iran 1979 sowie der israelische Einmarsch in den Libanon 1982. Das gilt es zur Kenntnis zu nehmen.



      Ansonsten können wir noch darüber streiten, welches der beiden Ereignisse eine größere Bedeutung für die derzeitige verfahrene Situation hat. Ohne die problematischen Entwicklungen im (schiitischen) Islam Klein reden zu wollen, behaupte ich, dass Israel im Umgang mit seinen Nachbarn die selben Fehler immer und immer wieder wiederholt. So gefährdet es auch selbst seine eigene Sicherheit (das habe ich hier im Forum schon wiederholt so kommentiert).



      Und ja, da muss ich @EffeJoSiebenZwo recht geben: ein bisschen weniger Opfererzählung täte den Anliegen Israels (und dem Israel-Lobbyismus hierzulande) ganz gut.

    • @Zippism:

      ‚Die taz moralisiert bequem aus sicherer Distanz und verweigert Israel das, was jedem anderen Staat selbstverständlich zugestanden wird: das Recht, seine Bevölkerung zu schützen.‘

      Schutz per Massiver Landnahme und Zerstörung ziviler Infrastruktur? Bitte weniger Opfererzählung und auch mal den Splitter ultra-aggressiven Handelns im eigenen Augen sehen. Und natürlich auch die damit verbundene Sabotage der sogenannten Friedensverhandlungen.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Sie setzen voraus, dass Israels Handeln primär „massive Landnahme“ sei – genau das ist die Verzerrung, die ich kritisiere. Israels Vorgehen richtet sich gegen eine bewaffnete Miliz, die seit Monaten gezielt Zivilisten beschießt und ganze Regionen unbewohnbar macht. Das ist keine abstrakte Bedrohung, sondern tägliche Realität für Hunderttausende Menschen im Norden Israels.

        Zivile Infrastruktur wird nicht deshalb zerstört, weil Israel „ultra-aggressiv“ ist, sondern weil die Hisbollah sie systematisch militärisch nutzt. Wer diesen Kontext ausblendet, verwandelt Ursache und Wirkung. Friedensverhandlungen werden nicht durch Israels Reaktion sabotiert, sondern durch eine Organisation, deren erklärtes Ziel die Zerstörung Israels ist und die keinerlei Interesse an einem stabilen Frieden hat.

        Kritik an israelischem Vorgehen ist legitim. Aber wer Selbstverteidigung pauschal als Aggression framet und Terror als quasi naturgegeben hinnimmt, misst mit zweierlei Maß. Das ist keine Friedenspolitik, sondern moralische Bequemlichkeit.

        • @Zippism:

          taz.de/Juedische-S...-Libanon/!6183397/

          Die Israelis selber scheinen das mit der Landnahme anders zu sehen. anders zu sehen.

          Und die bewaffnete Miliz kämpft gegen ein Militär, das seit Monaten gezielt Zivilisten beschießt und ganze Regionen unbewohnbar macht - das ist die tägliche Realität für Hunderttausende Menschen in den an Israel angrenzenden Ländern. Zudem war es nicht die Hisbollah, die den Waffenstillstand abgelehnt hat. Kann man da sagen, weil Netanjahu kein Interesse an einem stabilen Frieden hat?



          Aber wer Landraub pauschal als Selbstverteidigung framed und Israelischen Terror ebenso, misst mit zweierlei Maß. Das ist keine Friedenspolitik, sondern moralische Bequemlichkeit.

    • @Zippism:

      Wer 2026 noch daran glaubt Israel würde im Libanon oder Gaza oder WJL "Selbstverteidigung" betreiben ist entweder naiv oder fanatisch

      • @Schleicher:

        Interessant, wie leichtfertig hier Begriffe entsorgt werden. „Selbstverteidigung“ wird nicht deshalb falsch, weil sie Israel betrifft oder weil linke Milieus sie nicht mehr hören wollen. Sie wird falsch, wenn keine Bedrohung existiert. Genau die existiert aber – dauerhaft, organisiert und offen angekündigt.

        Was hier tatsächlich passiert: Terror durch Hisbollah und Hamas wird politisch normalisiert, während jüdische Selbstverteidigung delegitimiert wird. Dass ausgerechnet linke Kreise inzwischen den Maßstab anwenden „Gewalt ist okay, solange sie sich gegen Israel richtet“, ist kein Zufall, sondern ein moralischer Bankrott.

        Wer Israels Existenzbedrohung leugnet, aber Raketen, Massaker und Entführungen relativiert, argumentiert nicht kritisch, sondern ideologisch. Und ja: Wenn man ausschließlich Israel das Recht abspricht, sich militärisch zu schützen, während man bewaffnete, antisemitische Milizen entschuldigt, dann ist das kein Antikolonialismus – das ist moderner Antisemitismus mit progressivem Etikett.

        • @Zippism:

          ‚ Interessant, wie leichtfertig hier Begriffe entsorgt werden. „Selbstverteidigung“ wird nicht deshalb falsch, weil sie Israel betrifft oder weil linke Milieus sie nicht mehr hören wollen.‘

          Selbstverteidigung disqualifiziert sich dann selbst, wenn sie sich in einen Exzess verwandelt. Es sollte nach genau diesem Exzess, der in Gaza immer noch fortgesetzt wird, müßig sein, das auch hier im Falle des Libanon abermals erklären zu müssen. Aber man sieht halt nur das, was man sehen will. Und Ihr Antisemitismus-Vorwurf bei Israelkritilk ist so vorhersehbar wie abgedroschen. Unredlich ist er allemal, geht es doch bei der Kritik eben um das das Vorgehen der israelischen Regierung und der IDF, und nicht um eine Kritik an ‚den Juden‘.

        • @Zippism:

          Auch hier: niemand will den Terror von Hamas und Hisbollah normalisieren. Es macht jedoch absolut Sinn, nach den Ursachen des Aufstiegs dieser Terrormilizen zu fragen - und dabei kommt Israel (leider) nicht ganz ungeschoren aus der Nummer heraus.



          Die derzeitigen Angriffe auf den Südlibanon tragen erheblich zur politischen Destabilisierung der gesamten Region bei, ebenso wie das israelische Vorgehen im Iran und der Siedlungsbau im Westjordanland.



          Langfristig tut sich Israel keinen Gefallen damit und ich finde es höchst bedauerlich, dass sich die israelische Politik in ihrem Verhältnis zu den arabischen Nachbarn zunehmend vom religiösen Wahn einer (Noch-)Minderheit völkischer Siedlernationalisten leiten lässt



          Können Sie mir bitte die Frage beantworten, was das noch mit dem ursprünglichen (zionistischen) Gründungsgedanken des Staates Israel zu tun hat?

          • @Abdurchdiemitte:

            Indem man den Terror von Hamas und Hisbollah nicht berücksichtigt, als legitimen Widerstand framed oder gar deren Aufstieg vor allem Israel zuschreibt, normalisiert man zwangsläufig den Terror.

            Ihre Frage, was die derzeitigen Angriffe im Südlibanon mit dem ursprünglichen Gründungsgedanken zu tun hat, hat Zippism bereits beantwortet.

            Es ist die Selbstverteidigung gegen die Existenzbedrohung durch den Iran und seine Proxis.

            Diese ständige Existenzbedrohung ist etwas, dass sich durch die Geschichte Isrels seit Staatsgründung und davor zieht und die Israelis von ganz links bis ganz rechts und ultraorthodox umfängt.

            Die existenzielle Angst, das Misstrauen.

            Mein Eindruck: Das können sich viele hier gar nicht richtig vorstellen.

            Israelis mit zwei Staatsangehörigkeiten behalten sie und versuchen, sie unbedingt ihren Kindern zu vererben.

            Damit die mal rauskönnen, wenn Israel sich nicht mehr wehren kann.

            Natürlich ist das nur eine Seite des Konfliktes.

            Aber man kann sie nicht ignorieren, wenn man den Konflikt erfassen will.

  • Ich finde es immer irritierend, wenn journalistische Sesselstrategen erklären, wie militärische und geopolitische Problematiken gelöst werden müssen. Die Hisbollah hat durchaus Sympathisanten in der libanesischen Armee, eine Stärkung der derselben wäre wohl eher kontraproduktiv, zumal sie in der Vergangenheit auch schon gegen Israel angetreten ist.

    • @FraMa:

      Frau Knaul als "Sesselstrategin" zu verunglimpfen, ist schon spannend.

      Sie hat viele Jahre in Israel gelebt.

      Jetzt müssten Sie uns erklären, warum Ihr Standpunkt richtiger sein soll.

      Wie lange lebten Sie im Libanon oder Israel?

      Überzeugen Sie uns, dass Sie kein Sesselstratege sind.

    • @FraMa:

      Die libanesische Armee? Wann? Zur Zeit der israelischen Besetzung?

  • Btr. Zitat:

    ". Besatzung für Sicherheit ist das Motto von Israels Regierung. Nicht die Eroberung von Land, sondern der Kampf gegen die Hisbollah."

    Tatsache ist das die Israelischen Streiträfte systematsich rein zivilen Infrastrucktur und Wohngebäude hinter der Front zerstören.

    Oft mit Buldozern Wohngebäude ein-ebnen.

    Das hat nichts mit Verteidigung oder Sicherheit zu tun.

    Das ist systematische Vernichtung von bestehender Besiedelung durch die angestammte Bevölkerung.



    -- so wie bei dem Völkermord in Gaza.

    Und Sie bei der taz wissen das sehr genau, Zitat ihrer eigenen Berichterstattung:

    "„Vor etwa zehn Tagen zerstörte die israelische Armee verbliebene Wohnhäuser, das Kloster, die Behilfskirche und die gesamte zuvor erst reparierte Infrastruktur durch Sprengungen und Bomben“, so der Anwohner. „Unser Dorf ist ein Trümmerhaufen.“"

    Quelle:



    taz.de/Christen-in...dlibanon/!6176766/

    • @Jörg Heinrich:

      Wer behauptet, Israel zerstöre „rein zivile Infrastruktur“, blendet konsequent aus, dass die Hisbollah systematisch zivile Gebäude militärisch nutzt: Waffenlager in Wohnhäusern, Kommandozentren in Dörfern, Raketenstellungen neben Kirchen. Das ist keine Ausnahme, sondern Strategie – menschliche Schutzschilde als Propagandainstrument.

      Bulldozer und Sprengungen sind kein Selbstzweck, sondern Mittel zur Beseitigung militärisch genutzter Strukturen, die sonst erneut für Angriffe genutzt würden. Wer daraus „Vernichtung angestammter Besiedelung“ konstruiert, übernimmt ungefiltert das Narrativ einer Terrororganisation, deren erklärtes Ziel die Zerstörung Israels ist.

      Bemerkenswert ist zudem, was hier unterschlagen wird: In einem sehr aktuellen Interview erklärte der Chefankläger des Internationaler Strafgerichtshof, dass es keine belastbaren Anhaltspunkte für einen Genozid gebe. Der inflationäre Gebrauch dieses Begriffs ist daher nicht nur falsch, sondern zynisch. Er dient nicht der Aufklärung, sondern der Dämonisierung Israels. Verantwortung trägt zuerst, wer zivile Orte zur Front macht – nicht der Staat, der seine Bevölkerung schützt.

  • Und was, wenn die libanesische Armee mit der Hisbollah sympathisiert, wie andernorts zu lesen ist? Dann nutzt eine Aufrüstung der Ersteren genau nichts, sondern verschlimmert das Ganze noch, denn wer kontrolliert, wo die Waffen am Ende landen?

  • :Die schiitische Terrororganisation bedroht Israel, und sie tut das aus einem einzigen Grund: Sie will den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen, ganz so wie ihr Förderer Iran."



    Frau Knaul macht es sich einfach. Die Hisbollah entstand als Widerstandsbewegung gegen die israelische Besetzung des Südlibanons. Die Existenz Israels interessiert die eher weniger, solange Israel nicht Ziele im Libanon, im Gazastreifen, im Jemen oder im Iran angreift. Ihre derzeitigen Angriffe dürften wohl eher Reaktionen auf die israelischen Angriffe sein als umgekehrt.

    • @Francesco:

      Nun war der Libanon dann aber seit längeren nicht mehr von Israel besetzt.

      Hätten sie ja aufhören können.

      Haben sie aber nicht.

      Stattdessen schickten sie weiter Raketen auf Israel.

      Scheint folglich schon um was anderes zu gehen.

      Israelische Raketen auf den Iran oder Jemen, sind was Neues.

      Das ist nun bestimmt nicht der Grund.

    • @Francesco:

      Diese Darstellung ist so selektiv, dass sie die Realität eher vernebelt als erklärt.

      Ja, die Hisbollah ist historisch auch im Kontext des libanesischen Bürgerkriegs und der israelischen Besatzung im Südlibanon entstanden. Das erklärt ihre Entstehung – es entschuldigt aber weder ihre heutige Ideologie noch ihr Handeln.

      Denn inzwischen ist die Hisbollah längst keine reine „Widerstandsbewegung“ mehr, sondern eine hochgerüstete Miliz mit klar antiisraelischer Grundausrichtung, die sich explizit in die regionale Strategie Irans einfügt und immer wieder zivile Ziele in Israel angreift. Ihr ursprünglicher Kontext wird politisch gern als Legitimationsfolie genutzt – ersetzt aber keine nüchterne Bewertung ihres aktuellen Handelns.

      Und umgekehrt gilt ebenso: Israels Militäraktionen sind nicht aus dem Nichts zu verstehen, sondern Teil eines eskalierenden, gegenseitigen Konfliktdynamikprozesses.

      • @Zippism:

        Was Sie zur Hisbollah sagen, da kann ich zustimmen.



        "Und umgekehrt gilt ebenso: Israels Militäraktionen sind nicht aus dem Nichts zu verstehen"



        Auch das stimmt. Natürlich. Man muss dafür zum Beispiel den israelischen Rechtsextremismus verstehen. Den Verschweigen Sie immerzu. Sie nehmen Israel nicht wirklich ernst, als Staat, scheint mir.

        • @Schleicher:

          Wenn Sie meiner Einschätzung der Hisbollah zustimmen, dann ist der entscheidende Punkt bereits geklärt: Wir reden über eine eigenständig handelnde, ideologisch geprägte Miliz mit permanenter Gewaltstrategie – nicht bloß über eine „Reaktionseinheit“ auf israelische Politik.

          Der Verweis auf israelischen Rechtsextremismus ändert daran nichts. Er erklärt weder Raketenbeschuss auf Städte noch die bewusste Militarisierung ziviler Räume im Libanon. Natürlich muss man rechtsextreme Tendenzen in Israel benennen und kritisieren – aber sie ersetzen keine Analyse der konkreten Bedrohungslage, sondern werden hier als Relativierungsinstrument benutzt.

          Israel „nicht ernst zu nehmen“ hieße, es auf Karikaturen zu reduzieren. Israel ernst zu nehmen heißt, es als real existierenden Staat zu betrachten, der mit inneren politischen Verwerfungen und externen, existenziellen Sicherheitsrisiken zugleich umgehen muss. Wer das eine ständig betont, um das andere kleinzureden, betreibt keine Aufklärung, sondern politische Gewichtung nach Ideologie.

          • @Zippism:

            Natürlich erklärt der Israelische Rechtsextremismus so einiges. Dieser Rechtsextremismus ist nämlich die ideologische Grundlage der sogenannten "Siedler" - eine eigenständig handelnde, ideologisch geprägte Miliz mit permanenter Gewaltstrategie. Und da der Israelische Staat nicht in der Lage scheint, gegen diese Terrormiliz vorzugehen, ist es doch nach ihrer Argumentation nur logisch, dass die Hisbollah gar keine andere Möglichkeit hat, als mit gezielten Schlägen gegen die Infrastruktur und Unterstützer dieser Terroristen vorzugehen. Oder sehen sie das anders?