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Rechte Parteien und KlimapolitikEuropas Rechte gegen das Klima

AfD-Kandidatin Alice Weidel will „Windräder niederreißen“. Aber wie sieht es bei anderen Rechten aus? taz-Korrespondent:innen zur Lage in ihren Ländern.

Bloß keine Windkraft: Europas Rechte setzt vor allem auf Atomkraft Foto: Frank Sorge/imago

Vive la Landwirtschaft

Frankreichs extreme Rechte passt sich populistisch dem Trend ihrer Wählerschaft an. Und in diesen Kreisen wächst die Zahl der Klimaskeptiker. Laut einer Studie der NGO „Parlons climat“ („Reden wir vom Klima“) sind sie in Frankreich immer zahlreicher und unter den Anhängern von Marine Le Pen besonders stark vertreten. Zwar hat der junge Parteichef, Jordan Bardella, mehrfach versichert, wie wichtig der Arten- und Umweltschutz für das Rassemblement National (RN) sei. Wenn es aber um ganz konkrete Maßnahmen geht, und erste recht um die multilateralen, die auch für Frankreich bindend wären, ändert sich seine Rhetorik.

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Als Lösung für die Klimaerwärmung und Energiewende setzt die extreme Rechte in Frankreich auf den Ausbau der Atomenergie als Priorität einer nationalen Unabhängigkeit. Alles, was mehr oder weniger einschneidende Folgen für den Massenkonsum im Alltag seiner Wäh­le­r*in­nen und für die industriellen und intensiven landwirtschaftlichen Produktionsformen hätte, stößt beim RN auf Ablehnung. Etwa das Verbot von Agrarpestiziden oder die Begrenzung der Methan- und Kohlendioxydausstoßwerte.

Da die ländliche Bevölkerung besonders stark RN wählt, unterstützt die Partei von Le Pen und Bardella – gern in der Rolle eines Freunds der einheimischen Bauern – auch im EU-Parlament praktisch alles, was in die Richtung der Agrarlobby geht, aber dem Umwelt- und Klimaschutz zuwiderläuft. (Rudolf Balmer, Paris)

Braune Deals in Brüssel

Klimaschutz hat in Brüssel keine Priorität mehr. Der 2019 verkündete „European Green Deal“ beherrscht nicht mehr die Agenda. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will ihn zu einem industrienahen „Clean Industrial Deal“ ummodeln – und macht dabei auch schon mal gemeinsame Sache mit Rechtskonservativen und Rechtsradikalen. Beim Waldschutz haben CDU/CSU sogar mit der AfD gestimmt.

taz Themenwoche Klima

Im Wahlkampf spielt die Klimakrise keine große Rolle. Dabei schreitet die Erderhitzung weiter voran. Die taz schaut in dieser Woche dahin, wo es brennt. Alle Texte zum Thema finden Sie hier.

Während von der Leyen und ihre Anhänger versuchen, dem Green Deal die angebliche industriefeindlichen Spitzen zu nehmen, geht es den Rechtsradikalen um etwas ganz anderes: Sie wollen einen Rollback: Der Green Deal soll rückabgewickelt werden.

Und nicht nur dort versuchen die AfD und die europäischen „Patrioten“ – so heißt die größte rechtsradikale Fraktion in der Straßburger Kammer – klimapolitische Vorhaben zu verhindern. Erst haben sie sich auf das „Verbrennerverbot“ eingeschossen und behauptet, das Ende der europäischen Autoindustrie sei nahe. Dann kam der Kampf gegen das EU-Gesetz zur Renaturierung – mit massiven Falschbehauptungen. Zuletzt haben sie versucht, den Schutz der Wälder aufzuweichen und die Entwaldungsverordnung auszuhöhlen.

Doch das ist ihnen nicht gelungen. Am Ende wurde die EU-Verordnung für „entwaldungsfreie Lieferketten“ doch angenommen. Die Rechten feiern dennoch einen Erfolg – denn die Umsetzung wurde um ein Jahr aufgeschoben. (Eric Bonse, Brüssel)

Ungarn setzt auf Uran

Ungarn hat sich zwar zur Einhaltung der EU-Klimaziele verpflichtet, wettert gleichwohl aber immer wieder dagegen. Auch die Politik ist widersprüchlich: Während Ungarn beim Ausbau der Solarenergie zu den EU-Spitzenreitern aufgestiegen ist, wurde die Windkraft durch strenge Abstandsregeln praktisch zum Stillstand gebracht.

Die Energiestrategie des Landes setzt vor allem auf Atomkraft, die bereits heute rund die Hälfte des ungarischen Stroms liefert. Auch an der engen Energiepartnerschaft mit Russland will Budapest festhalten. Orbáns Hauptargument im wirtschaftlich zurzeit angeschlagenen Ungarn: Er werde keine zusätzlichen Kosten für die Bevölkerung akzeptieren. (Florian Bayer, Wien)

Meloni immerhin keine Klimaleugnerin

Nein, Giorgia Meloni zählt nicht zu jenen Rechten, die den Klimawandel rundheraus abstreiten – auch wenn ihr Koalitionspartner Matteo Salvini von der Lega noch im Juli 2023 angesichts von Temperaturen bis zu 40 Grad zum Besten gab, es sei „heiß wie immer, es ist Sommer“.

Solche Behauptungen stellt Italiens Ministerpräsidentin und Chefin der postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia nicht auf, doch übertriebenem Klimaschutz kann sie nichts abgewinnen. Regelmäßig wettert sie gegen die „Green-Ideology“, und auch im letzten Europawahlkampf 2024 zog sie gegen den von der EU verabschiedeten Green Deal zu Felde. Mit den zu ehrgeizigen Umweltzielen Europas werde Italiens Industrie den Kahlschlag erleben, und „in der Wüste gedeiht kein Grün“, schlussfolgert Meloni.

Mit der Wüste meint sie allerdings nicht Sizilien, das eine beispiellose Dürreperiode erlebt, sondern den drohenden Niedergang des Wirtschaftsstandorts Italien. Deshalb will ihre Regierung unbedingt raus aus dem Aus für Verbrennermotoren bis zum Jahr 2035 und fordert stattdessen einen „technologieneutralen“ Ansatz, der auch auf Biokraftstoffe setzt.

Auch bewegt Italiens Rechtsregierung sich auf dem Feld der Gebäude-Energieeffizienz so gut wie gar nicht. Stattdessen predigt Meloni eine Zukunft, in der die abgeschaltete Kernenergie wieder zum Zuge kommen soll, denn schließlich könnten Kernfusionstechnologien „unbegrenzt saubere, sichere Energie produzieren“. (Michael Braun, Rom)

Will Nigel Farage jetzt fracken?

Im nun labourregierten Vereinigten Königreich blieb Claire Coutinho, die ehemalige konservative Energieministerin unter Rishi Sunak, „Schattenministerin“ für Energie in der derzeitigen Opposition. Sie beschrieb wiederholt erneuerbare Energie als die teure Option, mit Windenergie als der teuersten, und plädiert für den Ausbau von Atomenergie, inklusive kleinerer AKWs und dem Verbrennen von Gas aus den „eigenen“ Ressourcen. Ein Bild, das nicht ganz stimmt, denn selbst einheimische Rohstoffe werden immer auch an den globalen Markt verkauft. Am Ziel der Klimaneutralität bis 2050 hielt die letzte Tories-Regierung fest.

Auch der Rechtspopulist Nigel Farage sagte der BBC im Dezember: „Wollen wir gute Energie, saubere Energie? Sind wir um die Umwelt besorgt? Ja. Ja. Ja. Wir wollen all diese Dinge!“ Gleichzeitig ist seine Partei nur an Windenergie interessiert, wenn sie sich selbst finanzieren kann. Reform UK plädiert für mehr Bäume und weniger Einmalplastik.

Anderseits wollen sie sich nicht „durch nicht erreichbare und nicht bezahlbare globale CO₂-Ziele in Armut stürzen“. Man will Gas- und Ölförderung aus der Nordsee ausbauen, auch die Förderung von Schiefergas durch Fracking erwägen. Reform UK ist des Weiteren an vielen kleinen AKWs interessiert und „sauberer“, britischer Kohlegewinnung. Außerdem wollen sie „ethische“ Lithiumförderung für Batterien, sind aber auch für Gezeitenenergiekraftwerke. (Daniel Zylbersztajn-Lewandowski, London)

Neoliberal in Norwegen

In Norwegen fährt die Fortschrittspartei (FrP) klimapolitisch gerade die Strategie der pseudoseriösen Skepsis: Parteichefin Sylvi Listhaug sagte kürzlich im norwegischen Fernsehen erst auf mehrfaches Nachfragen, es gäbe Forschung, die darauf hindeuten könnte, dass der Klimawandel menschengemacht sei. Mit Betonung auf „könnte“. Anlass für die Frage waren Behauptungen aus dem Parteiprogramm, wonach die natürlichen Einflüsse auf Klimaveränderungen noch zu wenig erforscht seien.

Die Partei mit ihrer Mischung aus Rechtspopulismus und Neoliberalismus ist in Norwegen längst Teil des politischen Establishments – mit gut sechs Jahren Regierungserfahrung bis 2020, unter anderem zusammen mit der bürgerlich-konservativen Partei Høyre.

Dieses Jahr wird in Norwegen gewählt, und in Umfragen lag FrP zwischenzeitlich mit gut 20 Prozent Stimmenanteil an erster Stelle, zuletzt nur knapp überholt vom alten Koalitionspartner Høyre. Eine erneute Regierungsbeteiligung ist alles andere als undenkbar.

In ihrem Klimaprogramm nutzt die Partei ihre Falschbehauptung über fehlende Klimaforschung für die klassisch rechte Forderung, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht zu sinnlosen Verboten und Einschränkungen führen dürften. Sie nennt den Kauf von Auslandsquoten als Mittel. Und sie argumentiert, wenn in Norwegens Industrie von Gas auf nachhaltigen Strom umgestellt werde, würde das Gas – das die Partei im Übrigen als klimafreundlich ansieht – anderswo verbrannt. FrP ist, wenig überraschend, Gegner der Windkraft. Allein regieren wird die Partei, wenn überhaupt, allerdings nicht. (Anne Diekhoff, Härnösand)

Kein neuer Wind in Kärnten

„Soll zum Schutz der Kärntner Natur die Errichtung weiterer Windkraftanlagen auf Bergen und Almen in Kärnten landesgesetzlich verboten werden?“ Mit dieser suggestiv formulierten Frage initiierte die FPÖ eine Volksbefragung im südlichsten österreichischen Bundesland. Eine knappe Mehrheit stimmte letzten Sonntag für das Verbot. Das Ergebnis bedeutet einen weiteren Rückschlag für die ohnehin schwach entwickelte Windkraft und spiegelt die klimapolitische Linie der FPÖ wider, die wohl die neue Bundesregierung mit der ÖVP anführen wird.

Obwohl die Koalitionsverhandlungen noch laufen, zeichnen sich Rückschritte ab, die als notwendige Einsparungen dargestellt werden. Geplant ist unter anderem die Abschaffung des Klimabonus, der die zeitgleich eingeführte CO₂-Abgabe kompensieren sollte. Auch das von der schwarz-grünen Vorgängerregierung eingeführte Klimaticket steht zur Disposition, ebenso wie der Ausbau erneuerbarer Energien. Den von vielen FPÖ-Politikern relativierten Klimawandel will die Partei durch nicht näher benannte „technologische Entwicklungen“ eindämmen.

Auch die ÖVP als künftiger Juniorpartner zeigt wenig klimapolitisches Engagement. Ex-Kanzler Karl Nehammer veranstaltete noch 2023 einen „Verbrenner-Gipfel“. Nach dem Ausscheiden der Grünen aus der Regierung dürfte der Autobahnausbau ungehindert voranschreiten, während die hohen Steuervergünstigungen für Pendler trotz des proklamierten Sparkurses wohl unangetastet bleiben. (Florian Bayer, Wien)

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31 Kommentare

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  • Was für ein Artikel.



    Es scheint das bei einigen es Standard geworden zu sein ist alles als rechts zu betiteln was nach Auffassung "falsch" ist.

    Nein diese Auffassung kommt nicht weil ich den Klimawandel leugne, den den gibt es.



    Der Autor macht es zu einfach nach meiner Auffassung.

  • Zum norwegischen Beitrag möchte ich anmerken, dass die Fortschrittspartei eine radikal-nationalistische Politik betreibt und ihr Politmuster besonders in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen eher libertär ausgerichtet ist.

    Im Gegensatz zur AfD vertritt sie beim Klimawandel keine anti-wissenschaftliche Haltung und leugnet auch nicht die anthropogene Erderhitzung.

    Die Fortschrittspartei hat Umwelt- und Naturschutz sogar zu einem Kernanliegen erklärt, nur eben in dem ihr eigenen Sinne und zwar verstanden als Schutz der eigenen Heimat und der heimischen Natur- und Kulturlandschaft. Während ihrer Regierungszeit hat sie sich zudem für den Ausbau erneuerbarer Energien ausgesprochen und sich auch für den Artenschutz engagiert.

    Das sie in gleicher Weise als größter Lobbyist für die Förderung fossiler Energien vor Norwegens Küsten auftritt, ist für die Fortschrittspartei, wie aber auch für die meisten Norweger, kein Widerspruch zu den Klimaschutzbestrebungen.

    Denn ein derartiges "goldenes Kalb", welches über Jahrzehnte hinaus noch die Staatskassen füllt, würde wohl keine Partei ernsthaft in Frage stellen. Und das nicht nur in Norwegen.

  • Der Titel sagt doch eigentlich alles, übertragen ist das so wie Don Quichots Kampf gegen die Windmühlen, das Klima und den Klimawandel wird nicht interessieren was Rechte dazu denken oder meinen.

  • Wenn man das liest, möchte man am liebsten dafür sorgen, dass die Rechten zuerst aussterben durch den von ihnen befeuerten Klimawandel.



    So viel Dummheit, Ignoranz, Lügen und Selbstherrlichkeit gehört bestraft.

  • Aktuell sind wir in der EU das zweitdreckigste Land nach Polen. Und der größte Stromimporteur. Die Nachbarländer sind schon sauer und drohen mit Rationierung.

    Warum das alles? Atom ohne Not gestoppt.



    Mit Atom wäre unsere Ökobilanz super.

    • @Wonneproppen:

      "Die Nachbarländer sind schon sauer und drohen mit Rationierung"

      Ihre Aussage ist völliger Unsinn.

      Sagt ihnen der Begriff Strombörse etwas? Deutschland importiert nicht aus Knappheitsgründen und hätte inländisch ausreichend Kapazität gehabt, die Stromnachfrage zu decken. Es nennt sich EU Binnenmarkt und der sorgt dafür, dass dort, wo Energie günstiger erzeugt wird, sie auch gekauft wird.

      Hinsichtlich dessen ist Atomstrom längst nicht so wettbewerbsfähig wie erneuerbare Energien.

      Deutschland hat 2023 das erste Mal seit 2002 mehr Strom importiert als an die Nachbarländer exportiert. Die Nettoimporte entsprachen dabei etwa 2,3 Prozent des deutschen Strombedarfs. Davon entfielen rund 83% der Nettoimporte auf die skandinavischen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen, mit jeweils sehr hohen Anteilen erneuerbarer Energien im Strommix von 65 bis 99 Prozent. Weshalb der Anteil der Erneuerbaren an diesen deutschen Nettoimporten bei 73 Prozent lag und auch der CO2-Abdruck im Schnitt nur weniger als ein Drittel einer in Deutschland erzeugten Kilowattstunde betrug. Die Preise lagen dabei bis zu 32% und denen in Deutschland

      Quellen Institut für Wirtschaft, Köln und Umweltbundesamt 2024

      • @Sam Spade:

        Dem halte ich entgegen:



        „Ich bin sauer, weil Deutschland die vorzeitige Stilllegung von Kernkraftwerken fortgesetzt hat“, sagt Busch. Im Frühjahr 2024 wurden mehr als vier Gigawatt Braun- und Steinkohlekraftwerke stillgelegt, 2023 bereits die letzten AKW. Ebba Busch, Schwedens Energieministerin.

        Deutschland hat nicht genug Strom erzeugt und musste deshalb reichlich Strom importieren – Atomstrom aus Schweden und Frankreich und Kohlestrom aus Polen. Die Folge: Die Strompreise sind in unseren Nachbarländern ebenfalls steil nach oben gegangen. Auch in Südschweden waren die Strompreise explodiert, weil Strom nach Deutschland exportiert werden musste.

        • @Wonneproppen:

          ".. Atomstrom aus Schweden"

          Deutschland bezieht keinen Atomstrom aus Schweden!

          Die steigenden Strompreise in Schweden basieren auf einer neuen Berechnungsgrundlage der Regierung nach Einführung des EU Strommarktmechanismus "Flow-Based Market Coupling" 2024 und sind auf strukturelle Probleme zwischen Nord-und Südschweden zurückzuführen.

          Deutschland und Schweden sind durch einen relativ kleinen Interkonnektor "Baltic Connector" (600 MW) verbunden. Die Strompreise in Schweden werden hauptsächlich durch Faktoren innerhalb Schwedens bestimmt: z.B. lokale Produktion, Nachfrage und Infrastruktur, aber auch übergeordnete Faktoren wie Preise für Gas & CO2-Emissionszertifikate.

          Schweden hat vier Gebotszonen. In der südlichsten, mit der Deutschland über den relativ kleinen Interkonnektor verbunden ist, gibt es nur wenige eigene Kraftwerkskapazitäten. In manchen Zeiten des Jahres profitiert Schweden von Deutschlands Windkraft-Kapazitäten und bezieht günstigen deutschen EE Strom. In Zeiten von wenig Wind importiert Deutschland Strom aus Schweden, der dort aus Wasserkraft mit großen Speicherseen erzeugt wird.

          So funktioniert der Stromhandel.

          • @Sam Spade:

            @wonneproppen

            "reichlich Strom importieren... Kohlestrom aus Polen"

            Polen nimmt im Ranking des Grenzüberschreitenden Stromhandels als Lieferant den letzten Platz ein. Gerade einmal 0,13 thw betrug der Durchschnitt auf das Jahr 2023.

            Den größten Anteil im grenzüberschreitenden Stromhandel bezieht Deutschland aus Dänemark.

            Danach folgen Frankreich, Norwegen, Schweiz und die Niederlande.

            Quelle Fraunhofer Institut, Plattform Energy-Charts

    • @Wonneproppen:

      Atomstrom hatte zuletzt einen Anteil von 6%. Das sind Peanuts, und hätte an unserer Ökobilanz kaum etwas geändert. Im Übrigen gabs da ja ein paar - ich sag mal "Ungereimtheiten". Z.B. deutlich höhere Raten von Leukämiefällen rund um jedes einzelne AKW in D. Das - wie die Leiterin der "Studie" bei der Präsentation des Abschlussberichts betonte nicht mit den AKWs zusammen hängen könne (LOL)

      www.aerzteblatt.de...at-andere-Ursachen

      Achja, berücksichtigt die angebliche Verbesserung der Ökobilanz durch Atomkraft eigentlich die CO2-Produktion des Personals und der Ausrüstung eines Endlagers für die nächste 1 Million Jahre? Die Entwicklung der "Asse" seit Eröffnung lässt vermuten, dass das eher nicht so ist.

      • @Kaboom:

        Auch wenn ich Ihnen in den meisten Punkten zustimmen kann, der Fehler mit dem Endlager "Asse" kam mit Nichten alleine daher vom Material sondern das diese von Anfang nicht als Lagerort geeignet war.



        (Zu feucht!)



        Bei den Lagerstätte welche geeignet waren (u.a. in Bayern) wurde ein riesen Terz gemacht damit diese nicht genommen wurden und das wie man sehen kann mit Erfolg.

        • @Keine Sonne:

          Es gibt mit unseren technischen Möglichkeiten keine Chance, geeignete Lagerstätten zu finden, die 1 Mio Jahre sicher sind. Dazu benötigten wir eine funktionierende Kristallkugel.

      • @Kaboom:

        Unsere Nachbarn bekommen es komischerweise hin, mit einwandfreien Endlagern. Sache des Wollens vielleicht.

        • @Wonneproppen:

          Wer von unseren Nachbarn hat den ein Endlager in Betrieb?

        • @Wonneproppen:

          In der realen Welt gibt es weltweit kein einziges Endlager. Selbst das finnische ist AFAIK (noch?) nicht in Betrieb.

  • Ist jeder Klimaleugner ein Rechter? Ist jeder Rechter ein Klimaleugner? Ich hasse diese Gendersprache. Bin ich jetzt auch rechts? Will ich deshalb Lebensraum im Osten?

    Komische Zeiten langsam.

    • @Wonneproppen:

      Wer derlei Disparates lesen muss wie das hier Abgelieferte, wird Ihrem Schlusssatz, leicht variiert, wohl oder übel zustimmen müssen:



      Die Welt scheint aus den Fugen.



      Ansonsten halte ich es aber lieber mit R.M. Rilke: "Wer spricht von Siegen?



      Überstehn ist alles."



      (Aus der ersten Duineser Elegie)

      • @Auweiowei:

        Der ist nicht übel. Den übernehme ich ins regelmäßige Stoßseufzen.

  • Meine politische Heimat wird immer enger. Links stehen die, die Wirtschaft und Zivilisation durch Moral und Buß-Klimaschutz zerstören, rechts stehen die, die Physik ignorieren und alles leugnen, damit weiter fossil gewirtschaftet werden kann.

    Beides ist falsch. Leider ist die einzige Partei, die für die Wirtschaft ist und gleichzeitig den Klimawandel nicht leugnet, die FDP, und ob die es noch mal in den Bundestag schafft?

    • @Gorres:

      Hoffentlich nicht.

    • @Gorres:

      Die FDP leugnet die Klimawandel zwar nicht, agiert aber so, als gäbe es ihn nicht. Meiner Ansicht nach führt im Effekt die Haltung der FDP zu den gleichen Ergebnissen wie die Haltung der AfD.

  • Nuja, die Neurechten stehen mit Wissenschaft in aller Regel auf Kriegsfuß. Nicht zuletzt, weil Fakten dem gemeinsamen Narrativ dieser Leute (alles ist Meinung, nichts ist Fakt) zuwiderläuft.



    Im Einzelfall kann Wissenschaft aber natürlich zusätzlich der Basisideologie widersprechen, wie die Evolutionstheorie der christlichen Rechten in den USA.



    Bei all dem berechtigtem Geläster sollte man aber nicht vergessen, dass die demokratischen Parteien - INKLUSIVE der Grünen - zwar anders reden, aber ebenfalls beiweitem nicht genug tun.

  • Höhere Pachten für Windräder und die Bauern gehen für die Grünen auf die Straße!

  • Die Entwicklung hat wenig mit den Fakten zu tun, die in jedem Kopf angekommen sind, dafür viel mit der menschlichen Natur: Wir sind halt keine Flechten, die ihr Habitat um jeden Preis schützen müssen, sondern Jäger und Sammler. Wir brandroden, brandschatzen und ziehen dann einfach weiter. Im Kopf ist die Eigentumswohnung schon abgeschrieben und der Rucksack gepackt. Es geht dabei munter weiter und weiter mit der Ausbeutung, Wir ziehen nach dem Zusammenbruch des AMOC nach Westafrika, wo es grünen mag, die Inder ziehen nach Russland, wo neue Agrarflächen entstehen mögen. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Aber jetzt lass uns einfach noch etwas weiter träumen.

  • Warum argumentiert eigentlich niemand bei der Windkraft ökonomisch? Diese ist, jedenfalls an Land 3 bis 4 mal billiger als Kohle, Atom und Gas. Da kann man sich doch vorstellen das der fossile Lobbyismus dagegen arbeitet.

    • @Dodoist:

      3-4 mal billiger? Gibt es da solide Quellen dafür?

      Ich finde es jedenfalls seltsam, wenn Windkraft (und Solar) nach EEG und aus Steuermitteln dauerhaft mit Geld gefördert werden müssen, um wirtschaftlich betrieben zu werden.

      Wenn sie doch billiger sind und das gleich 3-4 mal, dann müsste das ja gar nicht sein.

    • @Dodoist:

      Die, die Lobbyismus betreiben, sind eben auch Arbeitgeber.



      Erneuerbare bringen Strukturen durcheinander. Das gefällt vielen nicht.



      Trotzdem werden sie sich durchsetzen, weil sie auf Dauer billiger sind.



      Wird eine CDU geführte Regierung wieder Gas in Russland kaufen? Oder darauf warten können, dass Atomkraftwerke gebaut sind? Ich denke, sie verscheißern ihre Wähler. Nach der Wahl werden sich so einige betrogen fühlen und zu denen wechseln, die noch größeren Mist von sich geben. Manche auch schon vorher. Hauptsache es wird gesagt, woran selbst geglaubt wird.

    • @Dodoist:

      Das gilt aber nur für die reine Flattervariante. Wenn man Speichermöglichkeiten und oder Fallback-(Gas/Kohle)-Kapazitäten mit einpreist, sieht das leider ganz anders aus. Sehr gut abzulesen am (Endverbraucher-)Strompreis.

    • @Dodoist:

      Wo kann ich diesen billigen Strom kaufen?

    • @Dodoist:

      Man kann gegen Idiotie nicht ökonomisch argumentieren.

  • "Braune Deals in Brüssel"



    Wenn das so ist, dass in Brüssel braune Politik gemacht wird, was suchen wir dann noch in der EU? *ironie aus*