piwik no script img

Winfried Kretschmanns Frau erkrankt„Ich will für sie da sein“

Winfried Kretschmann schränkt seinen Wahlkampf in Baden-Württemberg ein. Seine Frau ist an Brustkrebs erkrankt.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zieht sich aus privaten Gründen aus dem laufenden Wahlkampf für die anstehende Landtagswahl Mitte März zurück. Das teilte der 72-jährige Grüne am Freitag in einer kurzen schriftlichen Erklärung mit. Seine Regierungsgeschäfte werde er aber weiterführen.

Zur Begründung seines Rückzugs gab Kretschmann an, dass seine Frau Gerlinde an Brustkrebs erkrankt sei. „Es geht ihr den Umständen entsprechend, aber es kommen nun schwere Zeiten auf sie zu“, schreibt er. „Ich will für sie da sein, so gut es geht.“

Deswegen werde er Termine, die das Regierungsgeschäft nicht betreffen, „nicht immer wahrnehmen können“. Dazu gehörten auch Termine im anstehenden Wahlkampf. „Ich brauche diese Zeit, um meiner Frau beizustehen“, so Kretschmann. Dafür bitte er um Verständnis.

Seine Arbeit als Ministerpräsident werde er allerdings auch in dieser schwierigen Lage „weiterhin mit vollem Einsatz fortführen“, teilte Kretschmann mit. Er sei dankbar für Anteilnahme, bitte jedoch darum von Nachfragen abzusehen.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet am 14. März statt. In der aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegen Kretschmanns Grüne mit 34 Prozent weit vor dem Koalitionspartner von der CDU (28 Prozent). Weit dahinter folgen die AfD (11 Prozent), die SPD (10 Prozent) und die FDP (9 Prozent).

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

3 Kommentare

 / 
  • neu_mann

    Wenn er seine Frau in dieser schweren Zeit aus dem Wahlkampf heraushalten will, warum dann diese bundesweite Ankündigung über die Presse?

  • Kartöfellchen

    Die Arme! Gute Besserung

    • D-h. Beckmann

      @Kartöfellchen:

      Ich schließe mich Ihren wünschen an! Auch wenn ich nicht unbedingt Wähler der Grünen bin, aber Herrn Kretschmann zolle ich Respekt, er wirkt für mich auch in dieser schweren Situation als authentisch.