Weltweite Stromproduktion: Solarboom führt zu sinkenden Emissionen
2025 stieg der weltweite Stromverbrauch. Weil die Solarenergie in vielen Ländern aber noch schneller ausgebaut wurde, sanken die Stromemissionen.
Im vergangenen Jahr sind die weltweiten Emissionen in der Stromproduktion leicht gesunken. Das zeigt eine Analyse der Denkfabrik Ember Energy, die jährlich die Stromerzeugung in fast allen Ländern der Welt auswertet. Weltweit wächst zwar der Stromverbrauch, dieser Anstieg wurde im vergangenen Jahr allerdings vollständig von erneuerbaren Energien abgedeckt – größtenteils von Solarenergie. Die Emissionen sanken dadurch um 0,2 Prozent.
Insgesamt wurden 2025 weltweit rund 31.800 Terawattstunden Strom verbraucht, etwa 849 Terawattstunden mehr als im Jahr zuvor. Erneuerbare Energien lieferten insgesamt 34 Prozent des Stroms, 2024 waren es noch 32 Prozent. Fossile Energieträger wie Kohle und Gas lieferten mit 57 Prozent weiterhin den Großteil des Stroms, aus der Atomkraft kamen etwa 9 Prozent. Dennoch sank der fossile Anteil damit zum ersten Mal seit der Coronapandemie.
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„Wir sind endgültig im Zeitalter des sauberen Wachstums angekommen“, sagte Aditya Lolla, Geschäftsführer von Ember Energy. Angesichts des knappen Ergebnisses wirkt diese Einschätzung mutig. Bereits zweimal hatte Ember prognostiziert, dass das globale Stromsystem nun seinen Wendepunkt bei den Emissionen erreichen werde – was aber nicht passierte. Die Erzeugung von erneuerbarem Strom kann je nach Wetterbedingungen in einem Jahr stark variieren. Deshalb könnten die Emissionen in den kommenden Jahren auch wieder steigen.
Allerdings gibt es deutliche Zeichen für strukturelle Veränderungen. Die sinkenden Emissionen 2025 gehen dem Bericht zufolge auf Entwicklungen in China und Indien zurück. Beide Länder verantworteten in den vergangenen Jahrzehnten große Teile des steigenden weltweiten Stromverbrauchs, den sie mit fossilen Kraftwerken deckten. 2025 wuchsen allerdings in beiden Ländern die erneuerbaren Energien stärker als der Stromverbrauch und die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen fiel.
Solarenergie wächst exponentiell
„Die Solarenergie war der maßgebliche Motor des Wandels im globalen Stromsystem“, so Lolla. Die Stromerzeugung aus Solaranlagen stieg 2025 von 2.100 Terawattstunden auf fast 2.800, also um fast ein Drittel. Gemeinsam mit Batteriespeichern zeige sich so der Weg zu sauberer Energie, die rund um die Uhr verfügbar sei, sagte Lolla. Vorreiter wie Australien und Chile bauten bereits jetzt genug Batteriespeicher, um erhebliche Mengen Solarstrom in den Nachtstunden verfügbar zu machen.
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Viele Länder haben dabei eine extrem steile Entwicklung hinter sich. In Pakistan ist der Anteil der Solarenergie an der Stromproduktion in den vergangenen 10 Jahren von 0,3 auf 18 Prozent. In den Niederlanden stieg der Anteil von 1 auf 21 Prozent. Auch in Deutschland, wo die Solarenergie schon länger ausgebaut wird, hat sich der Anteil von Solarstrom seit 2015 verdreifacht.
Weltweit wächst die solare Stromproduktion exponentiell, schreiben die Analyst*innen von Ember, um mindestens 20 Prozent im Jahr. Mit den vielen neuen Solaranlagen, die im vergangenen Jahr gebaut wurden, werde das solare Wachstum auch im laufenden Jahr weitergehen, so der Bericht. Gerade der aktuelle Irankrieg zeige, wie wichtig es für Länder sei, ihre Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern.
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