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Weltweite StromproduktionSolarboom führt zu sinkenden Emissionen

2025 stieg der weltweite Stromverbrauch. Weil die Solarenergie in vielen Ländern aber noch schneller ausgebaut wurde, sanken die Stromemissionen.

Die Solarenergie war der maßgebliche Motor des Wandels im globalen Stromsystem Foto: Michael Gstettenbauer/imago
Lalon Sander

Aus Berlin

Lalon Sander

Im vergangenen Jahr sind die weltweiten Emissionen in der Stromproduktion leicht gesunken. Das zeigt eine Analyse der Denkfabrik Ember Energy, die jährlich die Stromerzeugung in fast allen Ländern der Welt auswertet. Weltweit wächst zwar der Stromverbrauch, dieser Anstieg wurde im vergangenen Jahr allerdings vollständig von erneuerbaren Energien abgedeckt – größtenteils von Solarenergie. Die Emissionen sanken dadurch um 0,2 Prozent.

Insgesamt wurden 2025 weltweit rund 31.800 Terawattstunden Strom verbraucht, etwa 849 Terawattstunden mehr als im Jahr zuvor. Erneuerbare Energien lieferten insgesamt 34 Prozent des Stroms, 2024 waren es noch 32 Prozent. Fossile Energieträger wie Kohle und Gas lieferten mit 57 Prozent weiterhin den Großteil des Stroms, aus der Atomkraft kamen etwa 9 Prozent. Dennoch sank der fossile Anteil damit zum ersten Mal seit der Coronapandemie.

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„Wir sind endgültig im Zeitalter des sauberen Wachstums angekommen“, sagte Aditya Lolla, Geschäftsführer von Ember Energy. Angesichts des knappen Ergebnisses wirkt diese Einschätzung mutig. Bereits zweimal hatte Ember prognostiziert, dass das globale Stromsystem nun seinen Wendepunkt bei den Emissionen erreichen werde – was aber nicht passierte. Die Erzeugung von erneuerbarem Strom kann je nach Wetterbedingungen in einem Jahr stark variieren. Deshalb könnten die Emissionen in den kommenden Jahren auch wieder steigen.

Allerdings gibt es deutliche Zeichen für strukturelle Veränderungen. Die sinkenden Emissionen 2025 gehen dem Bericht zufolge auf Entwicklungen in China und Indien zurück. Beide Länder verantworteten in den vergangenen Jahrzehnten große Teile des steigenden weltweiten Stromverbrauchs, den sie mit fossilen Kraftwerken deckten. 2025 wuchsen allerdings in beiden Ländern die erneuerbaren Energien stärker als der Stromverbrauch und die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen fiel.

Solarenergie wächst exponentiell

„Die Solarenergie war der maßgebliche Motor des Wandels im globalen Stromsystem“, so Lolla. Die Stromerzeugung aus Solaranlagen stieg 2025 von 2.100 Terawattstunden auf fast 2.800, also um fast ein Drittel. Gemeinsam mit Batteriespeichern zeige sich so der Weg zu sauberer Energie, die rund um die Uhr verfügbar sei, sagte Lolla. Vorreiter wie Australien und Chile bauten bereits jetzt genug Batteriespeicher, um erhebliche Mengen Solarstrom in den Nachtstunden verfügbar zu machen.

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Viele Länder haben dabei eine extrem steile Entwicklung hinter sich. In Pakistan ist der Anteil der Solarenergie an der Stromproduktion in den vergangenen 10 Jahren von 0,3 auf 18 Prozent. In den Niederlanden stieg der Anteil von 1 auf 21 Prozent. Auch in Deutschland, wo die Solarenergie schon länger ausgebaut wird, hat sich der Anteil von Solarstrom seit 2015 verdreifacht.

Weltweit wächst die solare Stromproduktion exponentiell, schreiben die Ana­lys­t*in­nen von Ember, um mindestens 20 Prozent im Jahr. Mit den vielen neuen Solaranlagen, die im vergangenen Jahr gebaut wurden, werde das solare Wachstum auch im laufenden Jahr weitergehen, so der Bericht. Gerade der aktuelle Irankrieg zeige, wie wichtig es für Länder sei, ihre Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern.

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11 Kommentare

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  • Zwar stimmt es, daß sich PV mittlerweile auch ohne Subventionen für Privathaushalte rechnet.



    Einer Studie zu Folge beschleunigen Subventionen den Ausbau aber um den Faktor 3. Und schaut man sich die Dachflächen, gerade in Städten, an dann erkennt man wie groß das bislang ungenutzte Potenzial noch ist.



    Hinzu kommt, der dramatische Preisverfall bei Batteriespeichern.



    Kurzum: wer ideologiefrei an das Thema heran geht muss einfach erkennen, daß dies der mit Abstand beste Weg ist um dieses Land unabhängiger von Fossilimporten zu machen, die Klimaziele zu befördern und zudem den Strompreis für alle zu senken:







    www.heise.de/news/...eise-10962553.html







    Auch zum Thema Versorgungssicherheit tragen die immer günstiger werdenden Batteriespeicher in zunehmenden Maße bei.







    Und schaut man sich in der Welt um, zeigt sich, daß da noch viel mehr geht.



    Es waren/sind immer cdU Politiker die, die Potenziale dieser Technologie verkannt haben und dafür verantwortlich sind, daß D-Land in der Welt zurück gefallen ist..sowohl technologisch, wirtschaftlich wie auch klimapolitisch.







    Also Schluss mit Ideologie und Augen auf Fr. Reiche..

  • "Gemeinsam mit Batteriespeichern zeige sich so der Weg zu sauberer Energie, die rund um die Uhr verfügbar sei..."



    "Rund um die Uhr" ist ja ganz nett. Leider hat das Jahr nicht 24, sondern 8760 Stunden.

    • @sollndas:

      Ja und? 24 x 365 - wo ist das Problem?



      Wasser, Wind und Sonne sind IMMER da: 24/7. Speicher gibt es auch -wenn man die nicht ideologisch und im Interesse der fossilen Lobby be/verhindert....



      Man muss es nur wollen....

      • @Perkele:

        "Wasser, Wind und Sonne sind IMMER da: 24/7"



        Wann haben Sie zum letzten Mal Ihre Augen vom Bildschirm gehoben und aus dem Fenster geschaut?



        "Speicher gibt es auch..."



        Richtig, es gibt in Deutschland 250 TWh Gasspeicher, dazu unzählige Öl- und Benzintanks, eine Strategische Ölreserve, Braunkohleflöze, Steinkohlehalden und Holzstapel.



        Allein ein Ersatz der Gasspeicher dürfte nach heutigen Preisen ca. 25 Billionen € kosten, vom Rest ganz zu schweigen.



        "Wollen" ist schön und gut, hilft aber nicht weiter. Es sollte schon auch Chancen auf Realisierbarkeit haben.

  • Es ist ein bisschen egal, wie Strom erzeugt wird. Wir erzeugen und verbrauchen viel zu viel! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ach so, jede Technologie bringt neue Probleme mit sich. Jede. Also ist die logische Konsequenz: weniger. Weniger Technologien, weniger Strom verbrauchen, weniger Strom erzeugen. Diese dekadente Lebensweise wird bald endlich ein Ende haben. Wer da noch mitgeht läuft ins offene Messer. Wer sich jetzt nicht mit zukunftsfähigen skills ausstattet, läuft ebenfalls ins offene Messer. Wer sich mit KI beschäftigt oder sie nutzt, läuft leider in die falsche Richtung.



    Ach ja, der weltweite Stromverbrauch hat sich seit den 1950ern ver Sieben facht!!!



    Di Weltbevölkerung hat sich in der Zeit etwa verdoppelt. Allem Effizienz gebabbel zum Trotz verbraucht heute also jeder vier mal so viel Strom!!!



    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Relevant wird es erst wenn die Kohle fällt.

    Die aktuelle Gasknappheit wird allerdings zu einem umswitchen führen - von Gas zu Kohle. Gerade in Asien. Und das bedeutet mehr CO2 da kohle 3x so viel CO2 ist wie Gas.

    • @Tim Hartmann:

      Wirklich? In Asien regiert allerdings nirgendwo eine Lobbyregierung, die ausschließlich der Fossillobby verpflichtet ist, im Gegenteil, dort ist man längst nicht so verbohrt wie hier und fördert !!! die EE statt sie nach Kräften zu behindern.

  • Die Erneuerbaren in ihrem Lauf,



    halten weder Ochs noch Esel auf.

    Vordringlich müssen jetzt mal Ochs und Esel aufgehalten werden, dann laufen die Erneuerbaren von alleine.

  • Es gibt nicht einen einzigen Grund, diese Energiequelle nicht zu nutzen. Kein Potentat kann das Sonnenlicht aufhalten. Sonne ist kostenlos und Emissionen entstehen überhaupt nicht. Das gilt ebenso für Wind- und Wasserkraft. Nur eines steht dem entgegen: unsere vorausschauende Regierung ist der Fossillobby verpflichtet, nicht den Bürger*innen. Deshalb würgt sie alles möglichst weitgehend ab, was mit den EE zu tun hat.

    • @Perkele:

      Beim Solarzubau sind wir auf China angewiesen. China unterstützt Russland und den Terrorstaat Iran.



      Für eine sichere Versogung (oder eher Zubau) von Erneuerbaren Energien müssten wir massiv in eine lokale Produktion oder Produktion in verlässlichen Ländern und eine resiliente Rohstoffversorgung investieren.

      • @MK:

        Tja und? Dann investieren wir eben. Wir hatten deutliche Vorteile in diesen Industrien, bis das verbummelt wurde, teil sehr gezielt. Fragt mal Sigmar Gabriel und dann alle, die in csdU und fdP Regierungsbeteiligungen dabei waren. Und was soll der Hinweis darauf, wen China unterstützt? Und bei Nuklearpower brauchen wir keine Abhängigkeiten zu fürchten? Echt jetzt??