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Vermummte Polizisten bei G20Keine Aufklärung in Sachsen

Im sächsischen Innenausschuss haben CDU, SPD und AfD abgelehnt, die Rolle von Zivilpolizisten aus dem Freistaat beim G20-Gipfel aufzuklären.

Michael Bartsch

Aus Dresden

Michael Bartsch

Eine Sondersitzung des Innenausschusses im sächsischen Landtag hat keinen Aufschluss über die tatsächliche Rolle zivil getarnter sächsischer Polizisten bei den Ausschreitungen beim Hamburger G20-Gipfel gebracht. Die Koalitionsfraktionen CDU und SPD stimmten gemeinsam mit der AfD einen Antrag der Linken nieder, der detaillierte Aufklärung über den Einsatz von vier sächsischen Beamten am 6. Juli des Vorjahres verlangt hatte.

Vor wenigen Tagen hatte ein Zivilpolizist als Zeuge in einem Prozess gegen Randalierer ausgesagt, mehrere Beamte seien bei der Demonstration „Welcome to Hell“ vermummt als sogenannte zivile Tatbeobachter im Schwarzen Block mitmarschiert. Allein damit hätten sie schon eine Straftat begangen.

In der Ausschusssitzung ist für die antragstellende Linke der Verdacht nicht ausgeräumt worden, die Polizisten könnten selber als Agents Provocateurs aufgetreten sein. Nach den Polizeigesetzen von Bund und Ländern müssen sich entsandte Polizisten außerdem dem Versammlungsleiter zu erkennen geben, was sie in Hamburg nicht taten.

Seit zehn Monaten bemüht sich die sächsische Linksfraktion vergeblich um Aufklärung der G20-Vorgänge. Innenminister Roland Wöller (CDU) schloss sich am Freitag der Hamburger Staatsanwaltschaft an, die Ermittlungen abgeleinen Antragehnt hatte, weil die Polizisten nicht als Demonstrationsbeteiligte anzusehen seien. Dass Beamte in Sachsen mit „szenetypischer Kleidung“ ausgestattet wurden, um verdeckt zu ermitteln, bezeichnete Linken-Innenpolitiker Enrico Stange als „Ausbildung zum Rechtsbruch“.

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6 Kommentare

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  • "...abgeleinen Antragehnt..."

    Hat die taz kein Rechtschreibprogramm?

  • 7G
    76530 (Profil gelöscht)

    Bahnt sich da eine neue Koalition von AFDCDUSPD für 2021 an?

    • @76530 (Profil gelöscht):

      So wie mit der Linkspartei als Gauland Wagenknecht so toll fand?

  • Ja bei uns in der Stadt observieren auch immer wieder Polizisten in szenetypischer Kleidung im Drogenmilieu. Eine Unverschämtheit. Wenn schon nicht in Uniform dann mindestens im knallroten Overall mit Blaulicht auf dem Kopf.

    • @Baidarka:

      Selten solchen Blödsinn gelesen.

      Bei der betreffenden Demo haben Polizisten in die Demo reingeknüppelt, weil ein kleiner Teil der Teilnehmer vermummt waren.

      Der dumme Vergleich hinkt also sehr.

  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz:

    „Wenn der Staat kriminell ist, weil er die Menschen- und Freiheitsrechte, ja das Recht auf eigenes Leben systematisch verletzt, ist Mitmachen kriminell.“

    Der Einzelne hat dann, so Fritz Bauer, eine „Pflicht zum Ungehorsam“.

    https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Fritz_Bauer.pdf