Verbot von DeepSeek in Südkorea : China bleibt ein Datenleck
Die KI DeepSeek wird in Südkorea verboten. Denn die Zugriffsmöglichkeiten der chinesischen Regierung machen persönliche Daten auf Apps unsicher.
S üdkoreas Datenschutzbehörde will die chinesische KI DeepSeek verbieten, um die Rechte der heimischen User zu wahren. Voraussichtlich handelt es sich nur um eine vorübergehende Suspendierung: Das Start-up arbeitet bereits mit den südkoreanischen Behörden zusammen, um den Chatbot an die dortigen Gesetze anzupassen. Sollten alle Bedenken aus dem Weg geräumt werden, wird die App wieder in Betrieb genommen. Doch damit ist die Causa keineswegs beendet.
Denn sie weist auf ein ganz grundsätzliches Problem hin: Wie liberale Demokratien mit digitalen Plattformen aus der Volksrepublik China umgehen sollen. Kritiker mögen einwenden, das besondere Augenmerk auf chinesische Apps sei scheinheilig. Das Argument, das sie stets anführen: Die Tech-Firmen aus dem Silicon Valley würden unsere Privatsphäre doch genauso missachten. Was für einen Unterschied mache es, ob uns US-amerikanische oder chinesische Plattformen ausspionierten?
Tatsächlich ist dies ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Denn im Ein-Parteien-Staat China kann die Regierung – sobald es die nationale Sicherheit betrifft – auf sämtliche Daten aller Privatunternehmen zugreifen. Es gibt keinen Rechtsstaat, der die Interessen der Firmen schützt. DeepSeek, Bytedance (das Mutter-Unternehmen von Tiktok) oder Huawei können noch so oft beteuern, dass sie niemals Nutzerdaten aus dem Ausland an den chinesischen Staat weiterleiten würden: Solange die Daten in China gespeichert werden, hat die Kommunistische Partei im Ernstfall Zugriffsmöglichkeiten.
Missachtet Facebook europäische Datenschutzgesetze, ist dies ärgerlich und sollte mit der nötigen Härte des Rechtsstaats geahndet werden. Doch gelangen sensible Nutzerdaten nach China, ist dies potenziell ein Problem der nationalen Sicherheit. Eine bedenkenlose Nutzung chinesischer Dienste kann es nur geben, wenn die Anbieter technische Lösungen bereitstellen, die einen Abfluss der Daten auf chinesische Server unmöglich machen. Denn im Umgang mit dem chinesischen Staat ist Vertrauen wenig wert, Kontrolle dafür umso mehr.
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