Vegane Burger-Patties: Es ist nicht alles gut auf Planet V

Es gibt immer mehr fleischlose Burger-Alternativen – aber nicht alle sind automatisch auch gut. Hier stehen die Hersteller in der Verantwortung.

Eine Verpackung wird in die Kamera gehalten, darauf steht "Burger Chimichurri", im Hintergrund ein Kühlregal

Sieht aus wie Fleisch, ist aber keins: Vegane Burgerpatties werden immer beliebter Foto: ap

Es ist inzwischen total normal, in der Fleisch­abteilung von Supermärkten Pflanzen anzutreffen. Und zwar Soja, Erbsen, Lupinen und einiges mehr in Form von veganen Burger-Patties und anderen Fleischersatzprodukten, die immer häufiger auch wirklich nach Fleisch schmecken.

Angetrieben wird das von der Nachfrage vieler tierwohl- und umweltfreundlicher Konsumenten: Der Markt für vegane Fleischersatzprodukte weltweit soll Prognosen zufolge 2025 auf über 21 Milliarden Dollar Umsatz anwachsen. Passend dazu zeigt der Ernährungsreport 2020, dass nur noch ein Viertel der Deutschen täglich Fleisch und Wurst isst. 2015 war dies noch bei einem Drittel der Fall.

Erfreuliche News! Aber natürlich ist nicht alles Sonnenschein auf Planet Vegan. Das zumindest ergibt eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test, die sich im November dreizehn vegane Burger-Alternativen vorgeknöpft hatte und in vielen von ihnen erhöhte Mengen von Mineralölbestandteilen gefunden hat.

Etliche wiesen zudem geringe Anteile an gentechnisch verändertem Soja auf – das kann passieren, da selbst bei Burgern aus Biosoja eine Kontaminierung durch Gensoja von benachbarten Feldern oft unvermeidbar ist. Besonders unter den veganen High-Tech-„Schmeckt wie echtes Fleisch“-Varianten, die einen aufwändigen Produktionsprozess durchlaufen, hakt es hier noch.

Entsprechend gab es die Note „gut“ auch fast ausschließlich für „klassische“ Pflanzenburger aus Vollwertkost-Bratlingen: für den „Rote Linsen Burger“ von Alnatura, den „Green Jackfruit Burger“ von Lotao, den „Bio-Gemüse-Burger“ von Naturgut und „Burger Cashew-Black Bean“ von Soto – was nebenbei zeigt, dass es nicht auf die verarbeiteten Pflanzen ankommt, schließlich ist hier bunt durch den Garten alles mit dabei. Der absolute Verlierer des Burgertests mit der Note „ungenügend“ ist hingegen, wie schon im Vorjahr, „The Wonder Burger“, den es unter anderem bei Aldi Süd zu kaufen gibt.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns auch in der Veggie-Community nicht zurücklehnen dürfen – nur weil etwas vegan ist, ist es nicht automatisch gut. Hier stehen Produzenten von plant-based foods in der Verantwortung! Gleichzeitig sollte bei aller Kritik nicht vergessen werden: Es ist (fast) egal, was drin ist, die Produktion von Veggie-Burgern ist deutlich ressourcenschonender und klimafreundlicher als die von Fleischburgern.

Und Unternehmen wie Beyond Meat – bei Öko-Test übrigens mit einem „ausreichend“ bedacht – arbeiten schon an den gesundheitlich besseren Version ihrer Produkte: So gibt es bald Beyond Burger mit drastisch reduziertem Fettanteil. Weiter so!

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben