Vegan wird Mainstream: Ein Stern, der keine Tiere quält

Mehr Google-Anfragen, mehr Risikokapital, Michelin-Ehren und prominente Unterstützung – Good News aus der Welt des veganen Lifestyles.

Eine Köchin richtet Rettich-Carpaccio auf einem Teller an

Kocht vegan und das sehr erfolgreich: Claire Vallée in der Küche ihres Restaurants ONA Foto: Medhi Fedouach/dpa

Veni, vegan, vici! An dieser Stelle berichte ich regelmäßig von guten Nachrichten und Innovationen rund um die Mainstreamisierung des veganen Lifestyles – auch heute wieder.

So zeigt eine Datenerhebung von Google, dass Suchanfragen rund ums Thema Vegan im gesamten Jahr 2020 um 47 Prozent gestiegen sind. Die meisten Anfragen gab es demnach in Großbritannien, gefolgt von Australien, Israel, Neuseeland und Österreich, also durchaus auch in Ländern, wo die Küche traditionell extrem fleischlastig ist.

Noch nicht dabei ist Frankreich, aber das kann sich ändern. Denn gerade erhielt zum allerersten Mal ein veganes Restaurant in Frankreich einen Michelin-Stern – eine absolute Sensation im Land des Coq au Vin und ­Boeuf Bourguignon! Das ONA (steht für Origine Non Animale) im kleinen Städtchen Arès bei Bordeaux wurde erst 2016 gegründet, mit Hilfe von Crowdfunding und dem Kredit einer Ökobank.

Köchin und Chefin Claire Vallée, eine Autodidaktin und ehemalige Archäologin, serviert hier ein Sieben-Gänge-Menü für 59 Euro, mit Äpfeln, Birnen und Sellerie, aber auch Amber-Bier, Tonkabohnen und Lappentang. „Wir wollen zeigen, dass man anders essen kann“, sagt sie und setzt damit ein Zeichen für Genuss und gegen Tierausbeutung. Das ist Musik in meinen Ohren!

Veganer sind bessere Liebhaber

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Apropos Musik: Sängerin Katy Perry ist zu 95 Prozent bereit, 100 Prozent vegan zu leben. Das erzählte sie vor zwei Wochen ihren 109 Millionen Followern auf Twitter – und dass sie ihren Hund Nugget seit vier Monaten ebenfalls auf rein pflanzliche Weise ernähre. Wer jetzt meint, das sei Tierquälerei, den kann ich beruhigen: Sofern die pflanzliche Nahrung ausgewogen ist, geht es Hunden damit ausgezeichnet.

Bleiben wir auf Twitter: „Veganer sind bessere Liebhaber“, hat Pamela Anderson dort jüngst klargestellt. „Das Cholesterin in Fleisch, Eiern und Milchprodukten verhärtet die Arterien (aber nichts anderes).“ Es verlangsame den Blutfluss nicht nur im Herzen, sondern in allen Organen – vegane Ernährung erhöhe hingegen die Ausdauer. Dem kann ich, aus eigener Erfahrung, nur beipflichten.

Dass vegan sexy ist, begreifen auch immer mehr Investoren: Die Zürcher Risikokapital­gesellschaft Blue Horizon Ventures hat gerade 183 Millionen Euro für einen Fonds für vegane und nachhaltige Start-ups eingesammelt. Und ist damit weit über das angepeilte Ziel von 100 Millionen Euro hinausgeschossen! In Zeiten von Covid-19 dürfte einfach vielen klar geworden sein, dass wir die globale Nahrungsmittelproduktion drastisch umstellen müssen – der Nachhaltigkeit und auch der Gesundheit wegen.

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