UNO-Studie zum Fleischkonsum: Adieu, Bioschnitzel!
Laut einer UNO-Studie ist der Fleischkonsum die Hauptursache für das Artensterben. Die Menschen sollen mehr Pflanzen essen, um die Natur zu retten.
taz/dpa | Das UN-Umweltprogramm Unep fordert die Menschheit dazu auf, ihren Fleischkonsum zu minimieren und mehr pflanzliche Kost zu essen. Nur so könne die weltweite Naturzerstörung aufgehalten werden, heißt es in einem Bericht des Umweltprogramms der UNO und der Londoner Denkfabrik Chatham House.
Der Fleischkonsum ist laut der Studie Hauptgrund für den Verlust an Arten und Ökosystemen. „Die intensive Haltung von Milliarden von Tieren weltweit fügt der Umwelt ernsthaften Schaden zu“, sagt die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall. Damit ist wohl auch der Konsum von Biofleisch gemeint.
Natürliche Ökosysteme wurden dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend in Ackerland und Weidefläche umgewandelt – was zum Verlust von natürlichen Lebensräumen von Tieren führe. „Die Landwirtschaft gefährdet 24.000 der 28.000 Arten, die vom Aussterben bedroht sind“, heißt es in der Studie.
Die immer intensivere Landwirtschaft mit ihren Pestiziden und Monokulturen zerstöre nicht nur die Böden, sondern trage auch erheblich zur Klimakrise bei: Rund 30 Prozent der von Menschen produzierten Treibhausgasemissionen stammten aus der Landwirtschaft. Daher müsse die Landwirtschaft dringend umweltfreundlicher werden. Daneben raten die Autor*innen dazu, mehr Landflächen zu schützen und weniger Lebensmittel wegzuschmeißen.
Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Pandemien
Wenn die Menschen nichts an ihren Essgewohnheiten änderten, werde sich der Biodiversitätsverlust beschleunigen. Und bei weiterer Zerstörung der Ökosysteme sei letztlich die Ernährung der Bevölkerung in Gefahr, warnen die Autor*innen.
Weniger Nutztierhaltung würde darüber hinaus das Risiko von Pandemien reduzieren, heißt es. „Zu einer Zeit, in der so ein großer Teil der Welt weiterhin gegen die Covid-19-Pandemie ankämpft, war es noch nie so offensichtlich, dass das Wohlbefinden von Menschen und Tieren, von wilden und Nutztieren, verflochten ist“, sagt Philip Lymbery, Chef der Organisation Compassion in World Farming.
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