Stromverbrauch explodiert durch Hitze: Erneuerbare auf Rekordhoch, Emissionen auch
Erneut ist der Anteil erneuerbarer Energiequellen am weltweiten Strommix leicht gestiegen. Aber auch der Bedarf steigt, und mit ihm der CO2-Ausstoß.
Foto: Wang Peng/XinHua/dpa
Erneut haben sich die Expert*innen von Ember geirrt: Auch 2024 brachte bei den klimaschädlichen Emissionen aus der weltweiten Stromproduktion noch keinen Wendepunkt. Im vergangenen Jahr stiegen sie auf 14,6 Milliarden Tonnen CO2, etwa 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr, zeigt der Jahresbericht des Thinktanks.
Dabei war der Anteil von erneuerbaren Energien so hoch wie nie zuvor: Mehr als 32 Prozent des weltweit produzierten Stroms kamen aus Wasser, Wind, Solar und Co. Der Anteil fossilen Stroms sank auf 59 Prozent.
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Insgesamt wurden 2024 weltweit rund 30.800 Terawattstunden Strom verbraucht, etwa 1.172 Terawattstunden mehr als im Jahr zuvor. Die Expert*innen von Ember gehen davon aus, dass etwa ein Sechstel der gestiegenen Nachfrage auf die Hitzewellen im vergangenen Jahr zurückging, also auf den vermehrten Einsatz von Klimaanlagen. Doch selbst ohne die höheren Temperaturen, so der Jahresbericht, wären die Emissionen leicht gestiegen.
Schon zweimal hatte Ember prognostiziert, dass das globale Stromsystem wohl seinen Wendepunkt bei den Emissionen erreichen werde. In beiden Fällen trat das nicht ein, der CO2-Ausstoß wuchs weiter an.
Mehr Strom auch für KI, E-Autos und Wärmepumpen
Diesmal fällt die Vorhersage bescheidener aus: „Hitzewellen haben den Anstieg der fossilen Stromerzeugung im Jahr 2024 verursacht“, sagte Phil MacDonald, Geschäftsführer von Ember. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir 2025 einen ähnlichen Anstieg sehen werden.“ Doch auch diese Prognose dürfte optimistisch sein, da 2025 wohl zu einem der heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen gehören wird.
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Neben dem heißeren Wetter führten KI-Datenzentren, E-Mobilität und Wärmepumpen zu der steigenden Stromnachfrage, so der Bericht. In China, den USA, Indien und Russland stieg die fossile Stromproduktion erneut. In der Europäischen Union sank sie dagegen sowohl absolut als auch anteilig auf einen Niedrigstwert von 28,9 Prozent. Deutschland ist dabei hinterher: Etwa 43 Prozent des hierzulande produzierten Stroms kamen noch aus fossilen Quellen.
Rekordwachstum bei Erneuerbaren
Insgesamt decken aber erneuerbare Quellen immer mehr der gestiegenen Nachfrage ab. Im vergangenen Jahr kamen bereits drei Viertel des Mehrbedarfs aus erneuerbaren Quellen, im Vorjahr waren es erst zwei Drittel gewesen. Dabei macht die Solarenergie bei Weitem den Großteil des Wachstums aus. Im Jahr 2024 wurden mehr als 2.000 Terawattstunden Solarstrom produziert, doppelt so viel wie noch im Jahr 2021.
„Solarenergie ist zum Motor der globalen Energiewende geworden“, so MacDonald. „Als die am schnellsten wachsende und größte Quelle neuer Elektrizität ist sie entscheidend, um der immer weiter steigenden globalen Nachfrage nach Strom gerecht zu werden.“ Fast 100 Länder hätten ihre solaren Kraftwerkskapazitäten in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, heißt es, darunter auch Indien. In China deckt allein Solarstrom 81 Prozent der gestiegenen Nachfrage.
Auch die Windkraft wächst, allerdings deutlich langsamer als die Solarenergie. Seit 2015 hat sich die Strommenge, die von Windrädern geliefert wird, verdreifacht und erreichte 2024 einen Rekord von fast 2.500 Terawattstunden. Aus der Wasserkraft kam im vergangenen Jahr wieder mehr Strom, nachdem die Produktion im Vorjahr wegen Dürren gesunken war. Die Atomkraft stagniert seit mehreren Jahren bei etwa 2.700 Terawattstunden.
In ihrem Jahresbericht versammelt Ember die Stromproduktionsdaten von mehr als 200 Ländern und Regionen. Für 2024 liegen die Daten für 88 Länder vor, die für 93 Prozent der weltweiten Stromproduktion verantwortlich sind, darunter die EU-Staaten und andere größere Länder wie die USA, Russland, China und Indien. Auf Basis der vergangenen Jahrzehnte werden die Daten der fehlenden Länder vorläufig hochgerechnet.
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