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Sedgewick „Männer, Väter, Patriarchen“Charles Darwin war ein lieber Papa

Augustine Sedgewick erzählt anhand von acht historischen Einzelschicksalen von Aristoteles bis Sigmund Freud über Vaterschaft als Machtkonzept.

„Männer, die über Männer schreiben, haben die Geschichtsschreibung seit ihren Anfängen vor Tausenden von Jahren bis heute beherrscht […] Doch während immer mehr außergewöhnliche Bücher über Mutterschaft erscheinen, ist das Thema Vaterschaft vergleichsweise vernachlässigt worden.“ Dem will Augustine Sedgewick Abhilfe verschaffen.

Anhand von acht historischen Einzelschicksalen erzählt der US-amerikanische, in Harvard promovierte Historiker seine „Geschichte von Liebe und Macht“ – denn was eint Aristoteles, Augustinus, Heinrich VIII., Thomas Jefferson, Emerson und Thoreau, Charles Darwin, Sigmund Freud und Bob Dylan? Sie alle waren „Männer, Väter, Patriarchen“.

Begonnen hatte Sedgewick seine Recherche nach der Geburt seines eigenen ersten Kindes, inmitten der aufkommenden Me-too-Bewegung. Es gehe ihm darum, eine neue Vorstellung davon zu finden, was es bedeute, Vater zu sein, so der Autor in einem Statement zum Buch. Schließlich sei Vaterschaft eines der am weitesten verbreiteten und beständigsten Machtkonzepte in menschlichen Gesellschaften.

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In von Holger Hanowell elegant übersetzten Worten folgt der Leser so den Biografien großer Männer, die stellvertretend für angrenzende kulturwissenschaftliche Themenfelder stehen: von Natur bis Zuhause, über Gott, König, Nation, Geld, Familie und Krieg. Statt theorieüberladener Familiengeschichte lesen sich die detailverliebten Essays so süffig, dass man zuweilen über die anekdotische Erzählstruktur fast vergisst, warum man eigentlich hier ist.

So lernt man beiläufig, dass es im England des 18. Jahrhunderts ein Volumenmaß namens „hogshead“ (zu Deutsch: Schweinekopf) gab, oder dass Sigmund Freud als Siebenjähriger einmal auf den Schlafzimmerboden seiner Eltern pullerte.

Dass die Geschichte der Vaterschaft hier ausschließlich anhand historischer westlicher Patriarchen verhandelt wird, bleibt dabei eine Leerstelle, die man mit gutem Willen vielleicht mit dem eigenen autobiografischen Interesse des Autors und dem auswahlbedingt willkürlichen Konzept zugunsten der Unterhaltung erklären kann. Ein bisschen mehr Kontext hätte dem Ganzen trotzdem gut getan. Zumindest um über den Verdacht erhaben zu sein, dass hier am Ende vielleicht doch wieder einfach ein großer Mann über große Männer schreibt.

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