Regierungskrise in London: Britischer Verteidigungsminister tritt zurück
Der britische Verteidigungsminister John Healey ist zurückgetreten. Healey begründete dies mit Keir Starmers Plänen für den Verteidigungsetat.
dpa | Der britische Verteidigungsminister John Healey ist im Streit über den Verteidigungsetat zurückgetreten. Das teilte der Labour-Politiker in einem Brief an Premierminister Keir Starmer mit, den er auf X postete.
Für den ohnehin angezählten Starmer ist der unerwartete Schritt des bislang loyalen Ministers ein schwerer Schlag. Mit der Bewerbung um einen Parlamentssitz läuft sich der Labour-Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, warm, um den Partei- und Regierungschef herauszufordern. Er könnte bereits am kommenden Donnerstag bei einer Nachwahl im Bezirk Makerfield den Sprung ins Unterhaus schaffen. Beobachtern zufolge dürften die Chancen Starmers, im Amt zu bleiben, nun weiter schrumpfen.
Healey, der als besonnener Politiker gilt, begründete seinen Rücktritt mit den Plänen Starmers für den Verteidigungsetat. Diese seien „weit unter dem, was für die Verteidigung und das Land in dieser gefährlichen Zeit notwendig ist“, schrieb Healey. Das Ziel, die Verteidigungsausgaben bis 2030 auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, würde damit deutlich verfehlt.
Ohne Etat, der den Herausforderungen gerecht werde, „bin ich gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die die Bereitschaft unserer Streitkräfte verringern würden und das Risiko für Menschen im Einsatz erhöhen würden und das Land weniger sicher machen“, so Healey weiter.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert