piwik no script img

Referendum in Island Wirklich nur Fisch? Wieso Island nicht in die EU will

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Nach dem „Nein“ beim Referendum erzählt unsere Korrespondentin von Fischen, Firmen und Desinformationskampagnen. Und davon, was Island zusammenhält.

In Island gab es am Wochenende viel Jubel – und viel Enttäuschung.Die Isländer haben gegen die Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen EU-Beitritt gestimmt. Das Nein-Lager hat das Referendum am Ende sehr knapp gewonnen. Ein Thema hat die Debatte dabei besonders geprägt: die Fische – genauer gesagt die Fischereiquoten. Denn die Sorge vor einer gemeinsamen europäischen Fischereipolitik war eines der wichtigsten Argumente der Gegner eines EU-Beitritts.

52,8 Prozent der Isländer lehnen die Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche ab, 47,2 Prozent stimmen dafür.

Die Ja-Fraktion warb mit einer stabileren Währung, einer geregelten Zinspolitik, dem Ausbremsen der „korrupten Superreichen“ und der Chance, in geopolitisch unsicheren Zeiten Teil einer starken Gemeinschaft zu sein. Die Gegner hielten dagegen: Island brauche die EU nicht, ein Beitritt sei zu teuer, die Mitgliedschaft gefährde die Kontrolle über den Fischereisektor und führe zu noch mehr Regulierungen.

Die Abstimmung war kein Votum über den eigentlichen Beitritt, über den im Falle erfolgreicher Verhandlungen in einem zweiten Referendum hätte entschieden werden ⁠müssen. Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir erklärte nach ihrer Stimmabgabe in der Hauptstadt Reykjavik am Samstag, das Referendum habe eine wichtige Debatte über Islands Rolle in der Welt angestoßen. Die Regierung werde ihre Arbeit unabhängig vom Ausgang der Abstimmung fortsetzen.

Aber wie war die Stimmung vor Ort? Was sind die anderen Gründe, jenseits der Fischerei, aus denen die Isländer der EU skeptisch gegenüberstehen? Geht es wirklich nur um Fische? Darüber spricht in dieser Woche Auslandsredakteurin Judith Poppe mit der Skandinavien-Korrespondentin der taz, Anne Diekhoff.

Diese Folge der Fernverbindung wurde am 31. August um 15 Uhr MEZ aufgezeichnet.

Fernverbindung – Der Auslands-Podcast der taz erscheint jede Woche auf taz.de und überall, wo es Podcasts gibt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare