Rassistische Pegida-Demos in Dresden: Anführer sind in der Polizeidatei
Mehrere Anführer der Pegida-Demos sind laut einem „Spiegel“-Bericht polizeibekannt. Außerdem gibt es wohl Verbindungen zu den rechtsextremen Hogesa-Demos.
Bild: dpa
HAMBURG afp | Insgesamt drei Organisatoren der Demonstration des rassistischen Pegida-Bündnisses werden einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge in einer Polizeidatei geführt.
Neben Versammlungsleiter Lutz Bachmann sei dort ein weiteres Mitglied der Pegida-Führungsriege unter dem Stichwort „allgemeine Kriminalität (auch Gewaltdelikte)“ registriert, berichtete das Magazin am Wochenende. Ein dritter Mitorganisator sei als Betrüger auffällig geworden.
Bei den Pegida-Aufmärschen habe die Polizei zudem Mitglieder der als rechtsextrem eingestuften Hooligangruppen „Faust des Ostens“ und „Hooligans Elbflorenz“ ausgemacht, berichtet der Spiegel. Rund 300 Demonstranten hätten Bezüge zur Fanszene des Fußballklubs Dynamo Dresden; 250 von ihnen seien „Problemfans“.
In Sicherheitskreisen werde davon ausgegangen, dass viele von ihnen „offen gegenüber rechtsextremem Gedankengut“ seien. Offenbar gebe es auch eine Verbindung zu der Organisation „Hooligans gegen Salafisten“: Ein 42-Jähriger aus Meißen soll Organisator beider Bewegungen sein.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert