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live Midterms in den USAPizza für die blaue Welle

Wird das der „Bluenami“? Zwei Sitze im Senat haben die Demokraten bereits dazugewonnen, für eine Mehrheit brauchen sie vier. Die US-Midterms im Liveticker.

Am 3. November finden in den USA Zwischenwahlen statt (engl.: „Midterms“). Hier entscheidet sich, ob US-Präsident Donald Trump weiterhin auf die Gefolgschaft von beiden Kammern des Kongresses zählen kann. Alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel des Senats werden neu gewählt.

Doch es geht noch um mehr: 36 von 50 Gouverneursposten stehen zur Wahl, und in allen 50 Bundesstaaten werden die Landesparlamente neu gewählt. Aufgrund der verschiedenen US-Zeitzonen haben die ersten Wahllokale nach deutscher Zeit um 1 Uhr nachts geschlossen, die letzten schließen um 7 Uhr am Mittwochmorgen.

Gerade sieht es tatsächlich nach einem „Bluenami“ aus: Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben Hochrechnungen zufolge ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. Aber bis die Mehrheitsverhältnisse wirklich feststehen, kann es bei engen Ergebnissen auch Tage dauern.

04.35 Uhr: What's the matter with Kansas?

Wurde in Kansas mit Adam Hamilton gerade der erste demokratische Senator seit 1932 gewählt? Nach Auszählung von 82 Prozent der Stimmen liegt er mit zehn Prozent vorne. (sem)

04.30 Uhr: Ergriffene Moderatoren

Bei CNN sprechen Jon King und Jake Tapper schon über die Charakteristiken einer Welle, und das Expertenpanel diskutiert, ob Trump mit seiner Rolle als „lame duck“ irgendwie klarkommen kann.

Wer übrigens Fan von Jon Kings „magic wall“ ist, kann sich die inzwischen auch auf dem eigenen Rechner anschauen, das macht schon Spaß. (pkt)

04.28 Uhr: Trumps Wählerbasis schwindet

Nachwahlbefragungen zufolge zeigt Trumps Wählerbasis Auflösungserscheinungen. Demnach verzeichneten die Republikaner bei den Zwischenwahlen deutliche Rückgänge bei männlichen Schwarzen, Latinos, Jüngeren, evangelikalen Christen und Wählern ohne Hochschulabschluss. Die Unterstützung für die Partei unter den 18- bis 29-Jährigen fiel von mehr als 40 Prozent im Jahr 2024 auf 25 Prozent. Bei den Hispanics sank sie von fast der Hälfte auf rund ein Drittel, bei Schwarzen Männern von 21 auf 13 Prozent. Eine andere Altersgruppe ging jedoch zahlreich zur Wahl und könnte den Republikanern helfen, ihre Verluste zu begrenzen: Über 65-Jährige stellten bei den Zwischenwahlen einen größeren Anteil der Wähler als 2024. Sie tendieren leicht zu Trumps Partei. (rtr/ras)

04.22 Uhr: Ekstase bei der episkopalischen Kirchengemeinde

Auf der Upper West Side von New York ist die Stimmung bei der Wahlparty einer episkopalischen Kirchengemeinde extatisch. Weingläser klirren, Fäuste werden in die Luft gereckt. Eine Gästin sagt „die amerikanischen Wähler sind endlich aufgewacht.“ Das Gefühl macht sich breit, dass dies der Anfang von Trumps Ende ist. (sem)

04.09 Uhr: Tsunami! Tsunami! Tsunami!

„Tsunami, Tsunami, Tsunami!“, brüllen die Kids vor den Fernsehern in der Metrobar in Washington DC als Annie Andrews den Senatssitz für South Carolina holt. Die Demokraten haben jetzt 2 Plätze im Senat dazugewonnen. Für eine Mehrheit brauchen sie 4. (fsch)

04.08 Uhr: Pizza für die blaue Welle

In der Metrobar im todsicher demokratisch wählenden Washington DC gibt es im Falle einer blauen Welle für alle eine Pizza um sonst. In einem alten U-Bahnwagon quetschen sich Millennials mit Baseballkappen und warten auf die Ergebnisse, die bei NPR auf einer Leinwand übertragen werden. Als die Demokratin Keisha Lance Bottoms als „projected Winner“ in Georgia verkündet wird, rastet die Menge aus.

Der klare Star des Abends: James Talarico, dessen Chancen im Senatsrennen in Texas immer größer werden. „Er ist ein Christ aber kein christlicher Nationalist“, sagt ein junger Mann mit Cowboyhut einem „I'm a Talafreako“-T-Shirt. Seinen Namen will er lieber nicht sagen, aus beruflichen Gründen. „Ich glaube, dass er das richtige für die Arbeiterklasse tun wird“, fügt er hinzu. (fsch)

04.06 Uhr: In New York schließen die Wahllokale

Hier in New York haben gerade die Wahllokale geschlossen. In Florida war die Wahl schon vor zwei Stunden zu Ende. In kaum einem Staat haben die Republikaner so aggressiv die Wahlbezirke neu gezogen, wie dort. Trotzdem haben Demokraten drei der vier neuen Wahldistrikte für das Repräsentantenhaus gewonnen, im vierten liegen sie vorne. Ähnliches wird für Texas und North Carolina erwartet. Es ist nicht einfach, die Schadenfreude zu unterdrücken. (sem)

04.01 Uhr: Historischer Sieg in Georgia

Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewinnt in Georgia und wird erste afroamerikanische Gouverneurin der USA. In Florida gewinnt der Republikaner Byron Davis, ebenfalls Afroamerikaner. Das sind zwei schwarze Gouverneure im tiefen Süden. (sem)

04.00 Uhr: Guten Morgen, guten Abend!

Ab jetzt verfolgen wir die US-Wahlnacht, vor Ort und am Rechner. In New York ist Sebastian Moll am Start, in Washington DC Hansjürgen Mai und Fabian Schroer, in Berlin hängt Bernd Pickert am Rechner, und Raoul Spada baut alles in den Ticker ein und verfolgt die Agenturen.

Zu diesem Zeitpunkt scheinen die Demokraten ihr erstes Ziel bereits erreicht zu haben: Sie werden das Repräsentantenhaus kontrollieren. Drei Sitze mussten sie den Republikanern nur abnehmen. Bislang sind es schon vier, und laut der fortlaufenden CNN-Rechnung liegen Demokratische Kandidaten in 59 weiteren bislang republikanischen Wahlkreisen vorne.

Um auch die Kontrolle des Senats zu übernehmen, müssen Demokraten den Republikanern mindestens 4 Sitze abnehmen und keinen verlieren. Einen haben sie bereits: North Carolina schickt den Demokraten Roy Cooper nach Washington.

Derzeit liegen die Demokraten überall vorne, wo sie sich Chancen auf Zugewinne ausgerechnet haben. Geht das auch nur ungefähr so aus, ist das heute nach tatsächlich ein „Bluenami“, ein Erdrutschsieg für die Demokraten.

Aber dafür ist es noch zu früh. (pkt)

01.50 Uhr: Scharia hinterm Kapitol

Im Union Pub direkt hinter dem Kapitol in Washington ist es so laut wie bei einem Footballspiel. Der Ton der ungefähr 50 Fernseher, die die aktuellen Umfragen auf CNN übertragen sind voll aufgedreht, trotzdem versteht man kein Wort. Hier treffen sich Politikerinnen, Regierungsangestellte und eine Menge Medienmenschen mit Kameras. Man denkt, das müssten alles Demokraten sein. Doch in der Schlange vorm Herrenklo sagt ein Mann im Poloshirt zu seinem Kumpel: „Wenn Abdul El-Sayed in Michigan gewinnt, führt er sofort die Scharia ein.“ (fsch)

🐾 Wer? Wann? Was? Wie?

Die Zwischenwahlen am 3. November können entscheidend sein für die Zukunft der USA. Aber was passiert da genau? Amerika-Redakteur Bernd Pickert erklärt, worauf es ankommt.

🐾 Wann gibt es welche Ergebnisse?

In den USA geht es nicht nur um die zwei Kammern des Kongresses. Auch zahlreiche Gouverneursposten und Landesparlamente werden neu gewählt. Wann gibt es welche Ergebnisse? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wahlnacht.

🐾 Was macht Trump, wenn er die Wahlen verliert?

Sollten die US-Demokraten die Kongresswahlen gewinnen, können die Republikaner einiges sabotieren. Manche Tricks sind illegal – manche schlicht bizarr. US-Korrespondent Sebastian Moll zum schlechtesten aller Verlierer im Weißen Haus.

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