Literaturnobelpreis 2026: Wird es wieder mal eine Frau?
Um 13 Uhr wird die Träger:in des Literaturnobelpreises per Livestream verkündet. Favorisiert werden die üblichen Verdächtigen. Meist wird es jemand anders.
Foto: Angela Weiss/Pool AP/dpa
dpa/taz | Das Geheimnis um den diesjährigen Literaturnobelpreis wird heute in Stockholm gelüftet. Frühestens um 13.00 Uhr verkündet die Schwedische Akademie, wer mit dem Preis geehrt wird, der als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt gilt. Die Bekanntgabe wird im Livestream übertragen.
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Livestream Literaturnobelpreis
2025 hatte der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai den Literaturnobelpreis „für sein unwiderstehliches und visionäres Œuvre, das inmitten apokalyptischen Terrors die Macht der Kunst bekräftigt“, bekommen. Zu den bekanntesten Werken des Autors gehören „Satanstango“ und „Melancholie des Widerstands“.
In den letzten Jahren hatte die Jury stets abwechselnd einen Mann und eine Frau geehrt. Vor Krasznahorkai hatte die Südkoreanerin Han Kang die Auszeichnung 2024 erhalten. Nach dieser Logik könnte es nun erneut eine Literaturnobelpreisträgerin geben. Es wäre die erste Frau, die in diesem Jahr einen Nobelpreis bekommt. Denn die wissenschaftlichen Nobelpreise für Chemie, Physik und Medizin gingen in den vergangenen Tagen ausschließlich an Männer.
Insgesamt sind Frauen in der Nobelpreisgeschichte extrem unterrepräsentiert – auch beim Literaturpreis: Nur 18 von 122 Preisträgern seit 1901 sind weiblich. Dabei mangelt es nicht an Kandidatinnen. In diesem Jahr kämen etwa die Kanadierin Margaret Atwood, die US-Amerikanerin Siri Hustvedt oder die Chinesin Can Xue infrage, meinte Literaturkritiker Denis Scheck: Alle drei Frauen hätten ein „beeindruckendes Werk“.
Auf den Listen der Wettbüros stand kurz vor der Verkündung neben Can Xue auch die Kanadierin Anne Carson weit oben. Demnach könnten auch Gerald Murnane und Alexis Wright aus Australien, der langjährige Favorit Thomas Pynchon oder die auf der Karibikinsel Antigua aufgewachsene Jamaica Kincaid gute Chancen auf den prestigeträchtigen Preis haben. Doch wie Literaturkritiker Scheck es formuliert: Das Tippen auf einen Nobelpreisträger gleicht der „Kaffeesatzleserei“. Denn die Schwedische Akademie lässt sich bei ihrer Auswahl nicht in die Karten gucken – und hat die Welt schon so manches Mal mit ihrer Entscheidung überrascht.
Nach dem Literaturnobelpreis steht am Freitag der Friedensnobelpreis an. Den Abschluss bildet der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften am kommenden Montag.
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