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Kosten für das Stromnetz Ungelenke Umverteilung

Bernward Janzing

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Bernward Janzing

Katherina Reiche fördert Ökostrom erst und will das Geld den Erzeugern danach wegnehmen, um das Stromnetz zu finanzieren – ein schräges Vorhaben.

D er Vorschlag von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist in dieser Schlichtheit etwas schräg: Ökostromerzeuger stärker an Netzkosten beteiligen. Schräg ist das Ansinnen, weil man dann den Stromerzeugern Geld wieder wegnähme, das man ihnen zuvor aus dem Staatshaushalt als Förderung gegeben hat.

In Zahlen: Die Steuerzahler unterstützen in diesem Jahr den Ökostrom durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit voraussichtlich 18 Milliarden Euro. Bei 300 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom, die 2025 zu erwarten sind, ergibt das pro Kilowattstunde eine Subvention in Höhe von rund 6 Cent.

Wenn Wirtschaftsministern Reiche nun der Ansicht ist, dass die Kosten der Energiewende aus dem Ruder laufen, wäre es bei logischer Betrachtung sinnvoller, an die Förderung heranzugehen – statt Fördergelder erst zu gewähren, um diese dann von hinten durch die kalte Küche wieder einzufordern und für den Netzausbau umzulenken.

Und doch ist es natürlich sinnvoll, das bestehende System zur Finanzierung der Stromnetze kritisch zu hinterfragen – aber eben anders als es Reiche tut. Heute werden die Gebühren für Verbrauchende, sogenannte Netzentgelte, nach Kilowattstunden abgerechnet.

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Das kann auf Dauer nicht so bleiben, denn es sind nicht die von Kunden über das Jahr bezogenen oder eingespeisten Energiemengen, die hohe Kosten im Netz erzeugen. Es sind die kurzfristigen Spitzenleistungen.

Mit dem digitalen Stromzähler „Smart Meter“ wird es hier neue Optionen geben. Denn der moderne Zähler macht es möglich, auch eine Leistungskomponente zu erheben. Dann bezahlt der Kunde auch ein Entgelt für die Höchstleistung, mit der er das Netz zu irgendeinem Zeitpunkt des Jahres belastet.

Da es dem Netz egal ist, ob man Energie bezieht oder aber einspeist, könnte man dann an diesem Punkt auch die Stromerzeuger auf sinnvolle Weise einbeziehen. Doch solange es die intelligenten Stromzähler kaum gibt, sind unausgegorene Vorstöße, um Einspeiser pauschal an den Netzkosten zu beteiligen, nicht hilfreich.

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Bernward Janzing

Bernward Janzing

Fachjournalist mit Schwerpunkt Energie und Umwelt seit 30 Jahren. Naturwissenschaftler - daher ein Freund sachlicher Analysen.
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