Energiewende in Deutschland: Drei Viertel der neuen Wohngebäude heizen mit Wärmepumpe
In Neubauten ist die Wärmepumpe mittlerweile Standard für die Heizung. Bei künftigen Gebäuden wächst der Anteil sogar noch. Problem bleibt der Bestand.
afp | In Deutschland nutzen inzwischen knapp drei Viertel der neuen Wohnhäuser Wärmepumpen zum Heizen. Von den 2025 rund 58.900 fertiggestellten Wohngebäuden heizen 73,6 Prozent hauptsächlich damit, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Im Jahr 2024 waren es 69,4 Prozent der damals rund 76.100 neuen Wohnhäuser. Erdgas war 2025 nur noch in jedem zehnten neuen Wohnhaus die wesentliche Heizquelle.
Der Anteil der vor allem mit Wärmepumpen beheizten Wohnhäuser hat sich laut Bundesamt seit 2015 mehr als verdoppelt. Vor allem in neuen Ein- und Zweifamilienhäuser werden demnach hauptsächlich Wärmepumpen genutzt – hier kamen sie mit 77,9 Prozent beziehungsweise in 78,4 Prozent zum Einsatz. Mit einem Anteil von 52,7 Prozent deutlich seltener beheizen Wärmepumpen neue Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohnungen.
Erneuerbare Energien werden mittlerweile bei 78,2 Prozent der neuen Wohngebäude als hauptsächliche Heizquelle eingesetzt, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Dazu gehören neben Erd- oder Luftwärmepumpen etwa auch Holz wie in Pelletheizungen oder Kaminöfen, die Solarthermie, Biogas oder Biomethan und sonstige Biomassen. Zusätzlich ergänzen die Erneuerbaren teils andere Energiequellen.
Erdgas war den Statistikerinnen und Statistikern zufolge 2025 nur noch in 10,5 Prozent der neuen Wohngebäude zum hauptsächlichen Heizen vorgesehen. Die drittwichtigste Hauptenergiequelle bei neuen Wohngebäuden ist Fernwärme, sie wird in 8,3 der neuen Häuser verwendet. Ölheizungen machten nur noch in 0,3 Prozent aller Neubauten die Hauptheizung aus.
Problem bleibt der Bestand
Und in Zukunft wird der Anteil der nachhaltigen Heizungen noch weiter steigen. 87,0 Prozent der im Jahr 2025 genehmigten Wohngebäude sollen laut Statistischem Bundesamt hauptsächlich mit erneuerbarer Energie beheizt werden. In den allermeisten Fällen handelt es sich um Wärmepumpen: Sie sollen in 83,0 Prozent der genehmigten Neubauten als Hauptheizung zum Einsatz kommen.
Erdgas als häufigster konventioneller Energieträger spielt mit einem Anteil von 2,2 Prozent auch bei der Planung neuer Wohngebäude nur noch eine sehr kleine Rolle. Da die Heizungen aber über Jahrzehnte genutzt werden, bleibt der dadurch entstehende CO2-Ausstoß für die Klimabilanz langfristig ein Problem.
Denn was einmal gebaut wird, wird auch hartnäckig genutzt. Das zeigt ein Blick auf die bereits bestehenden Wohnhäuser. Hier dominieren laut den Statistikern die klimaschädlichen Heizarten. Nach Ergebnissen des Zensus 2022 wurde mehr als die Hälfte (53,9 Prozent) der bestehenden Gebäude mit Wohnraum mit Erdgas beheizt. Bei rund einem weiteren Viertel der Gebäude mit Wohnraum kam Heizöl zum Einsatz. Erneuerbare Energiequellen zum Heizen spielten im Gesamtbestand 2022 mit einem Anteil von 10,2Prozent noch eine untergeordnete Rolle.
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