Klimaprotest in Berlin: Letzte Generation blockiert wieder
Zum Wochenstart besetzen die Klimaaktivist:innen wieder die Straßen der Hauptstadt. Sie fordern einen Ausstieg aus fossilen Energien bis 2030.
dpa/taz | Mitglieder der Klimaschutzgruppe Letzte Generation haben wie angekündigt zum Wochenstart zahlreiche Straßen in Berlin blockiert. Die Polizei nannte am Montag zunächst mehr als zehn Orte im gesamten Stadtgebiet, wenige Minuten später berichtete sie bereits von 21 Blockaden. Es kam stadtweit im Berufsverkehr zu Behinderungen und Staus. Betroffen war auch der Busverkehr.
An mehreren Stellen hätten sich Menschen auf die Straße geklebt, sagte ein Polizeisprecher. An einigen Orten sei dabei besonders hartnäckiges Klebstoff-Gemisch genutzt worden. Dort dauere es länger, die Demonstranten von der Straße zu lösen, hieß es. Den gesamten Tag über seien bis zu 500 Polizistinnen und Polizisten unterwegs, um schnell und konsequent einzuschreiten.
Die Letzte Generation teilte mit, es gebe an mindestens 23 Orten Sitzblockaden. Betroffen seien unter anderem Abfahrten der Autobahnen A100, A103, A114 sowie verschiedene Bundesstraßen stadteinwärts.
Die Letzte Generation hatte für diese Woche neue Aktionen in der Hauptstadt angekündigt. Am Sonntag besprühten Klimaaktivisten das Brandenburger Tor mit oranger Farbe. Die Farbattacke auf das Berliner Wahrzeichen sorgte für teils scharfe Kritik. 14 Mitglieder der Protestgruppe wurden festgenommen, am Sonntagabend befanden sich laut Polizei noch 6 von ihnen in Gewahrsam.
Globales CO2-Budget schrumpft zusammen
Die Letzte Generation fordert, dass Deutschland ab 2030 auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas verzichtet. Die Bundesregierung peilt das Jahr 2045 für eine klimaneutrale Wirtschaft an.
Die Menge an Kohlendioxid, die die Atmosphäre noch aushält, bevor eine Erderhitzung um 1,5 Grad physikalisch nicht mehr zu verhindern ist, schrumpft rapide zusammen. Stößt die Welt weiter im bisherigen Tempo CO2 aus, ist das Budget laut Weltklimarat IPCC in weniger als sieben Jahren aufgebraucht. Neuere Berechnungen kommen sogar auf noch knappere Ergebnisse.
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