piwik no script img

Klimademos am FreitagFridays for Future wirft Reiche Kungelei mit Gaslobby vor

Erstmals ziehen die Klimaaktivisten mit ihrem Protest deutschlandweit vor die Parteibüros von CDU und SPD. Die Wirtschaftsministerin steht im Zentrum ihrer Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung.

Schon vergangenen Samstag demonstrierte ein breites Klimabündnis, um den Ausbau der Erneuerbaren zu verteidigen Foto: Felix Hörhager/dpa

dpa | Vor bundesweit geplanten Protestaktionen für mehr Klimaschutz wirft die Bewegung Fridays for Future Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Kungelei mit der Gasindustrie vor.

„Sie betreibt als Personalunion von Bundesregierung und Gaslobby mit Vollgas eine Umverteilung in die Hände fossiler Großkonzerne“, sagte die Aktivistin Carla Reemtsma der Deutschen Presse-Agentur. Dabei seien der gesellschaftliche Wille und die Lösungen für einen schnellen Ausbau von sauberen Erneuerbaren und einer Abkehr vom „dreckigen Gas“ längst da.

Fridays for Future protestiert an diesem Freitag mit einem bundesweiten Aktionstag gegen die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung. An rund 60 Orten in ganz Deutschland soll es Aktionen geben, beispielsweise vor Rathäusern und den Parteibüros der Regierungsparteien CDU und SPD. Die Bewegung erwartet bundesweit mehrere Tausend Teilnehmer. Man trage den Protest nun in die Wahlkreise, sagte Reemtsma.

Reiche soll 14 Meter lange „Rechnung“ bekommen

In Berlin beginnt eine Demonstration am Nachmittag vor der CDU-Zentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus am Tiergarten. Enden soll sie am frühen Abend an der Bundeszentrale der SPD, dem Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg. Dort soll jeweils Reiches „lange fossile Rechnung, die wir alle bezahlen müssen“, entrollt werden – ein 14 Meter langes Banner mit Entscheidungen Reiches, die aus Sicht der Klimaschützer kritikwürdig sind.

Mehrere Vorhaben von Ministerin Reiche hängen derzeit in der regierungsinternen Abstimmung fest. Auch Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte Reiche vor einem Ausbremsen der Energiewende gewarnt. Dabei geht es unter anderem um geringere Subventionen und weniger Garantien für Erneuerbare Energien, die laut der Branche den Ausbau stark bremsen könnten.

Erst am vergangenen Samstag hatten viele Tausend Menschen bundesweit für eine andere Energiepolitik demonstriert. Aufgerufen hatte ein Bündnis von Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, der WWF und Fridays for Future. Proteste gab es auch in Hamburg, Köln und München. Die Veranstalter sprachen von insgesamt rund 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare