Katy Perry im Weltraum : CO2-Schleuder mit Scheinemanzipation
Der jüngste Promi-Flug ins All wurde als Triumph der Frauenpower inszeniert – eine eklatante Verklärung angesichts des CO2-Ausstoßes.
D er jüngste Flug des Unternehmens Blue Origin ins All wirkte zunächst wie ein Triumph der Frauenpower. Denn die rein weibliche „Crew“ bestand aus Pop-Superstar Katy Perry, TV-Moderatorin Gayle King, der früheren Nasa-Raketenwissenschaftlerin Aisha Bowe, der Bioastronautikerin und Bürgerrechtsaktivistin Amanda Nguyen, der Filmproduzentin Kerianne Flynn und der Ex-Sportsreporterin Lauren Sánchez. Letztere ist übrigens die Verlobte des Blue Origin und Amazon Gründers Jeff Bezos.
Eine beeindruckende Konstellation: zwei Afroamerikanerinnen, eine davon mit karibischen Wurzeln, eine vietnamesisch-amerikanische Frau, eine Latina – allesamt Leistungsträgerinnen, die in ihren Feldern brillieren. Untermalt wurde die Exkursion durch Perry, die Louis Armstrongs „What a Wonderful World“ anstimmte. Die prominent besetzte Reise an die 100 km entfernte Kármán-Linie und zurück wird als ein Zeichen für Diversity in der Raumfahrt gefeiert.
Doch die Verklärung des Ritts auf Bezos’ vibratorähnlichem Raumschiff zur feministischen Errungenschaft zeugt von geistiger Schwerelosigkeit. Sie ist vielmehr eine Verhöhnung echter Weltraumfliegerinnen wie Valentina Tereschkowa (Pionierflug 1963) und Sally Ride (Erstflug 1983), die ein strenges Training über Jahre hinweg absolvieren mussten. Demgegenüber werden bei Bezos’ Blue Origin die Passagier:innen lediglich zwei Tage lang geschult.
Der elfminütige Suborbitalflug von Bezos’ New Shepard verursacht immerhin 93 Tonnen CO2, was circa 100 transatlantischen Hin- und Rückflügen entspricht. Denn auch wenn der wiederverwendbare Wasserstoffantrieb selbst klimaneutral ist, werden bei der Produktion des Treibstoffs für jeden neuen Flug 93 Tonnen CO2 ausgestoßen.
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Musk das sein? Auch wenn Elon hier ausnahmsweise mal keine Rolle spielte, offenbaren solche Tech-Bro-Inszenierungen eine eklatante Scheinheiligkeit: Multimilliardäre werden als Weltretter inszeniert, obwohl ihre Gigaprojekte Mutter Erde auch schaden. Der Fußabdruck, den sie hinterlassen, ist mit Sicherheit kein Fortschritt für den Feminismus.
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