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Hetze in den sozialen MedienBehörden prüfen Hassvideo auf Volksverhetzung

Ein Krefelder CDU-Mitglied soll in einem rassistischen Video Hass und Morddrohungen gegen Muslime verbreitet haben. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

dpa | Nach der Verbreitung eines menschenverachtenden Videos eines Krefelder CDU-Mitglieds prüft die Staatsanwaltschaft nun gemeinsam mit dem Staatsschutz der Polizei, ob ein Anfangsverdacht auf Volksverhetzung vorliegt.

Ein Sprecher der Krefelder Behörde bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf, dass eine Strafanzeige des CDU-Kreisverbands eingegangen sei. Zudem werde geprüft, über welche Kanäle das Video verbreitet worden sei. Die CDU Krefeld hatte zuvor bereits angekündigt, ein Parteiausschlussverfahren auf den Weg zu bringen.

„Jetzt vergasen wir die Muslime“, hatte der 23-jährige Christdemokrat in seinem Video vorgeschlagen, das über soziale Medien verbreitet worden war. Dort kündigt er an: „Wenn ich weit oben bin, schiebe ich die alle ab. Eigentlich würde ich die lieber umbringen lassen. So vergasen oder so.“

An einen Gesprächspartner gerichtet, argumentiert er: „Man sagt immer Fairness. Wir haben früher die Juden vergast. Und jetzt vergasen wir die Muslime. Was hältst du davon?“ Als der Angesprochene antwortet, das könne er nicht kommentieren, legt der 23-Jährige nach: „Ich kann das. Scheißegal. Ich mach, was ich will.“

„Kein Kavaliersdelikt“

Bekannt gemacht hatte das Machwerk der Influencer Ali Demirelli, der sich immer wieder pointiert mit Hass und Hetze im Netz auseinandersetzt. Auch das verpixelte Video des Krefelders, das inzwischen mehrere Hunderttausend Mal aufgerufen wurde, kommentierte er auf Instagram und TikTok äußerst kritisch: „Ich kann das auch, und ich mach auch, was ich will“, kontert er dort. „Ich habe das Video gesehen und dachte mir: Alter, wer kann denn so was Böses sagen?“

Eine Tiktok-Sprecherin erklärte, der verpixelte Beitrag sei „im Original kein TiktTok-Video“. Das Unternehmen habe „bislang auch kein Konto des Krefelder CDU-Mitglieds entdeckt“.

Der Vorgang sorgte auch in der Bundespolitik für Entsetzen. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Sascha Wagner forderte Ermittlungen und Antworten sowohl der ermittelnden Behörden als auch der Krefelder CDU, inwiefern der Mann bereits in der Vergangenheit durch derlei verfassungswidrige Positionen aufgefallen sei. Ebenso wie Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) in der Rheinischen Post unterstrich auch Wagner, es gehe dabei nicht um „ein Kavaliersdelikt“.

Auch die CDU-Landespartei hatte die Äußerungen zuvor bereits als ekelhaft und menschenverachtend verurteilt.

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8 Kommentare

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  • Die CDU selbst hat Strafanzeige gemacht und möchte das Parteiausschlussverfahren in Gang bringen.



    Was soll sie noch tun ? Keine Partei kann für jeden ihrer Mitglieder die Hand ins Feuer legen.

  • Weitere Neuigkeiten: Gabel in Küche gefunden! Die CDU war schon immer eine AFD mit etwas mehr Selbstbeherrschung...

    • @JaKr:

      Na ja - eine so "krumme Gabel" gehört nun wirklich aussortiert.

  • Wie war das noch mit der Abgrenzung zu Faschos? Merken diese Typen denn immer noch nicht, dass diese Mätzchen ausschließlich der AgD zugute kommen?

    • @Perkele:

      Die Strafanzeige kommt vom CDU-Kreisverband und ein Parteiausschlussverfahren gibt es auch. In diesem, sehr drastischen, Fall macht die CDU anscheinend alles richtig.

    • @Perkele:

      Es gibt und gab schon immer in der cdU/csU Faschos. Die Politik der cdU/csU ist menschenverachtend, asozial, undemokratisch, unerträglich. Aber nicht mal ich würde sie nach den Aussagen eines (vermutlich finden sich auch mehrere) Mitglieds beurteilen. Auch bei Grünen und Linken wird beim Parteieintritt nicht jeder kontrolliert. Darum hat die dafür viel gescholtetene Sarah Wagenknecht ja auch auf strikten Kontrollen bei Aufnahme in die Partei bestanden. Nicht, dass ich mit dem BSW was anfangen könnten, aber so ist das bei jeder Partei.



      In der alten cdU waren übrigens sogar richtige echte Nazis. Möchte gar nicht wissen, was die so von sich gegeben haben. Und die waren nicht nur irgendwelche Mitglieder, sondern in hohen Positionen.

      • @Jalella:

        Natürlich gab es in der Union von Anfang an alte und neue Faschos. Globke, Filbinger oder Kanther sind vielleicht die prominentesten. Diese wurden und werden solange geduldet, wie sie ihre Meinung nicht allzu öffentlich kundgetan haben. Selbst Kohl war ein bekennender Anhänger Ernst Jüngers, eines ausgewiesenen Anti-Demokraten.



        Ich fürchte allerdings, dass etliche Unionsmitglieder die Demokratie, insbesondere die liberale, ganz schnell hinter sich lassen werden, sollten sich in einer anderen Staatsform bessere Geschäfte machen lassen. Spahn erkundet ja gerade diesen Weg.

  • Auf das Ergebnis des Prüfungsverfahrens bin ich gespannt.

    Ich hoffe, die taz berichtet darüber.