Ein Gartenmöbel, das verbindet: Es lebe der Monobloc
Seit den 1970er Jahren steht er auf Balkonen und vor Imbissbuden. Der Monobloc ist ein praktischer Klassiker, der mehr Beachtung verdient
I ch klebe fest. Mit den Schenkeln und meinem Hintern. Das Plastik unter mir wird eins mit meiner Haut. Weich und beweglich ist es von der Sonne. Die Streben in meinem Rücken werden ein leichtes Muster hinterlassen, sollte ich es jemals schaffen mich von ihnen zu lösen. Vielleicht haben es einige schon erraten können; mein Körper verweilt in einem dieser Plastikstühle, die die Ästhetik des Außenraums seit den siebziger Jahren prägen. Sein Name: der Monobloc.
Gerade erst wurde eine neue Liebe für das praktische Gartenmöbel im Podcast „Die sogenannte Gegenwart“ der Wochenzeitung Die Zeit ausgerufen und seither sehe und spüre ich ihn überall. Auf der griechischen Insel, auf der ich in einem sitze, während ich diesen Text schreibe. Aber auch auf dem österreichischen Land, wo er den Bewohnern als Beobachtungsunterstützung vor dem Haus gute Dienste erweist.
Oder auf dem Balkon meiner Großeltern, wo M. letzthin auf einem in die Jahre gekommenen Exemplar zusammengekracht ist. Denn so unverwüstlich wie der Monobloc scheint; auch er wird irgendwann müde vom ganzen Draußenstehen und all den Leibern, die sich auf ihm niederlassen. Kein Wunder!
Dass der praktische Klassiker nun doch wieder für sein Design gefeiert wird, mag einer Ästhetisierung des Banalen gleichkommen, denn wirklich schön ist er nun gerade nicht. Aber er verbindet Menschen auf der ganzen Welt, wie etwa Hauke Wendlers gleichnamige Dokumentation zeigt, der die Geschichte und Verbreitung des Monoblocs nachzeichnet. In dieser lerne ich zum Beispiel, dass er sogar als Rollstuhl-Ersatz herhält in afrikanischen und asiatischen Ländern. Stapelbar und vielseitig einsetzbar hat er es also wirklich verdient, mehr Beachtung zu finden, denke ich mir, während ich mich mit einiger Mühe aus meiner Verschmelzung mit ihm löse.
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