Eheschließungen auf Rekordtief: Das Fehlen der feministischen Männer
Wer den Trend zu weniger Hochzeiten stoppen will, muss sich die Männer vorknöpfen. Mehr Respekt und Zugewandtheit heben die Chance auf das Jawort.
D ie Deutschen sagen immer seltener Ja: Das zeigt eine Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zum Welttag der Ehe am 8. Februar. Die Zahl der Eheschließungen ist mit 349.200 auf dem niedrigsten Stand seit 1950, dem Beginn der statistischen Erfassung. Mittlerweile ist weniger als die Hälfte der Erwachsenen verheiratet. Unverheiratet zu sein, ist also die neue Norm.
Bundeskanzler Friedrich Merz könnte nun so etwas sagen wie: Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig? Die Menschen, die nicht heiraten, warum heiraten die nicht einfach doch? Und der Wirtschaftsflügel der Union könnte fordern: kein Recht mehr auf Lifestyle-Ledigsein! Dass viele Arbeitnehmer:innen fürs Heiraten bezahlten Sonderurlaub bekommen, erzählen wir den arbeitsversessenen CDUlern besser nicht.
Aus feministischer Sicht ist die zunehmende Hetero-Ehelosigkeit ein voller Erfolg. Schließlich ist die Ehe eines der Fundamente des Patriarchats und der männlichen Kontrolle über Frauen. Um das zu verschleiern, wird Heiraten bis heute romantisch verklärt, eine Hochzeit als schönster Tag des Lebens betitelt. Eine ganze Industrie macht gute Geschäfte damit.
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Klar kann eine Ehe auch etwas Feines sein, zum Beispiel, wenn man in gewissen Situationen kostenlos krankenversichert ist und nicht das Ersparte für den Mindestbeitrag herhalten muss, von anderen finanziellen Vorteilen mal ganz abgesehen. Und es gibt natürlich auch weitere Gründe, wie etwa Frühstück ans Bett gebracht zu bekommen. Wobei das ja auch ohne Ehe möglich ist.
Nur jeder dritte Single-Mann will eine Beziehung auf Augenhöhe
Studien zeigen zwar, dass sich rund drei von vier Frauen eine Partnerschaft wünschen, allerdings wollen die meisten auch einen feministischen Partner. Das Problem: Davon gibt es nicht viele. Das untermauern gruselige Zahlen: Laut einer Umfrage von YouGov bezeichnet sich nicht einmal jeder zwölfte Mann als Feminist. Eine andere YouGov-Umfrage zeigte, dass nur jeder dritte Single-Mann eine Partnerschaft auf Augenhöhe haben will.
Zugleich verstehen viele Männer nicht, was Frauen wollen, und vertrauen auf den Unsinn von männlichen Dating-Influencern. Dabei ist es gar nicht so schwer zu verstehen, was Frauen sich wünschen: einen Partner, der fair, respektvoll und zuverlässig ist – jemanden, der teilt, zuhört, versteht, unterstützt und gleichberechtigt handelt. Den würde frau vielleicht sogar heiraten.
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