Foto: Alex Brandon/ap

Donald Trump in der Coronakrise:„Good job, Mr. President“

Für die AnhängerInnen des US-Präsidenten steht fest: Donald Trump macht alles richtig. Die Fehler im Umgang mit Covid-19 suchen sie woanders.

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9.4.2020, 16:25 UHR

Doug Jackson hält „Amerika in Bewegung“, wie Tausende andere Trucker auch. Doch dieser an sich schon einsame Job ist in den vergangenen Wochen noch mal einsamer geworden. Jackson fährt seinen 18-Rad-Sattelschlepper nun über Highways, die immer leerer werden. Macht kaum noch Pausen an Raststätten. Schüttelt keine Hände mehr. Putzt mehrfach täglich die Armaturen. Falls er krank wird, will er sich komplett in das Fahrerhäuschen zurückziehen. Um seine Familie nicht anzustecken. Und weil die Krankenhäuser vor Corona-Patienten aus allen Nähten platzen. Fast 400.000 Infizierte zählten die USA am Mittwoch, so viele wie kein anderes Land.

An diesem Abend im April wartet Jackson auf einem Parkplatz in Marlboro im Bundesstaat New York auf eine Ladung Getränke. Die Getränke sind für Memphis, Tennessee bestimmt, 1.900 Kilometer weiter südwestlich. Der 52-jährige Jackson ist Lkw-Fahrer aus Southaven in Mississippi. Die Nachrichten verfolgt er sorgfältig. Bevor er ins Bett geht, wird er noch eine Weile Fox News und das tägliche Briefing mit Donald Trump aus dem Weißen Haus hören. „Das Virus hat den Präsidenten und die Regierung mit heruntergelassen Hosen erwischt“, sagt er, „sie waren nicht vorbereitet. Sie mussten hinterherrennen.“

So wie Jackson das sagt, klingt es nach einer Entschuldigung. „Natürlich hätte der Präsident es besser machen können“, meint Jackson, „aber dazu hätte er richtige Informationen gebraucht. Und die hatte er nicht.“ Dann aber habe er entschlossen gehandelt. Das Versagen der USA bei der Bekämpfung der Pandemie, die Verharmlosungen und Fehlinformationen über das Virus, der Zickzackkurs, der Mangel an Ausrüstung – nichts von alledem nimmt Lkw-Fahrer Jackson seinem Präsidenten übel. Anstelle von Trump macht er alle möglichen anderen verantwortlich.

„Wir hatten noch nie ein solches Virus“, sagt er. Und: „Die Ärzte und die Wissenschaftler haben dem Präsidenten nicht die richtigen Informationen gegeben.“ Und: „China hat geheim gehalten, wie schlimm das Virus ist.“ Überhaupt findet er es verdächtig, dass China schon zum zweiten Mal binnen wenigen Jahren ein Virus „produziert“. Auch auf seine eigenen Landsleute weist Jackson mit dem Finger: „Sie haben gedacht, die Quarantäne wäre ein Urlaub, und sie sind massenhaft an den Strand gerannt, anstatt zu Hause zu bleiben.“

Trump so beliebt wie nie

Mit dieser Sicht auf seinen Präsidenten ist der Lkw-Fahrer in großer Gesellschaft. In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Umfrage der Washington Post und des Senders ABC stieg die Zustimmung für Trump auf den bislang höchsten von diesen beiden Medien gemessenen Wert: 48 Prozent äußerten sich positiv darüber, wie Trump seine Aufgaben als Präsident bewältigt.

Auch im politischen Lager des Präsidenten hört man keine Kritik an Trump. Judy Johnston sitzt in ihrem Wohnzimmer in Princeton in New Jersey vor dem Fernseher, als die taz bei ihr anruft. Die 80-Jährige wartet auf das Briefing des Präsidenten. Vergangenes Jahr ist ihr Partner gestorben. Die zusätzliche Einsamkeit infolge des Lockdown lastet schwer auf ihr.

New Jersey mit seinen 44.400 Infizierten gehört zusammen mit New York und Connecticut zum „Corona-Epizentrum“ in den USA. Das Leben außerhalb der eigenen vier Wände ist jetzt gefährlich. „Bis März konnte ich Freunde treffen und einkaufen gehen“, seufzt sie, „vielleicht muss ich nun auch auf Facetime gehen.“

Die pensionierte Sozialarbeiterin Johnston ist eine Trump-Anhängerin der ersten Stunde. Nun kann sie ihn bei den Corona-Briefings am späten Nachmittag, von denen manche länger als eineinhalb Stunden dauern, in ihrem eigenen Wohnzimmer beobachten. Ihr imponiert, wie Trump auftritt und wie er mit der Situation umgeht: „Er versorgt die Gouverneure aller Bundesstaaten, sogar die demokratischen mit den Dingen, die sie brauchen.“

Feindbild New York: ein einsamer Jogger in Manhattan Foto: Bebeto Matthews/ap

Der Präsident nennt die Zahlen „übertrieben“, mit denen die Verantwortlichen in den Bundesstaaten in Washington um Beatmungsgeräte betteln. Und er wirft dem Krankenhauspersonal in New York, wo Ärzte und Krankenschwestern dieselben für einen einzigen Patienten gedachten Masken eine ganze Woche lang tragen müssen, vor, sie würden Masken „stehlen“.

Auch Johnston hält die Situation für weniger dramatisch als von den Gouverneuren beschrieben. „Viele Leute erholen sich von dem Virus“, sagt sie, „und wir haben viele Ressourcen zur Verfügung gestellt.“ Die Klagen über Materialmangel wischt sie beiseite. „In New York scheint die Lage nicht so gut zu sein“, gesteht sie der eineinhalb Autostunden von Princeton entfernten Großstadt zu: „Aber wir bekommen da widersprüchliche Nachrichten.“

Die WHO ist schuld – und China

Auch nach Johnstons Ansicht gibt es viele Verantwortliche dafür, dass das Problem so eskaliert ist. Der Präsident kommt dabei nicht vor. Hingegen rangiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ganz oben auf ihrer Liste, der auch Trump diese Woche „Versagen“ im Umgang mit der Pandemie vorgeworfen hat. „Die WHO steckt mit China unter einer Decke“, glaubt Johnston, „gemeinsam haben sie das Problem versteckt.“ Dafür habe China der WHO eine Menge Geld gegeben. Trump hingegen habe das Richtige getan, als er von dem Virus erfuhr und die Grenze für Einreisende aus China schloss. „Dafür ist er viel kritisiert worden“, sagt Johnston, „angeblich war das rassistisch.“

Sie macht China nicht nur dafür verantwortlich, den Rest der Welt zu spät und mit falschen Zahlenangaben informiert zu haben, sondern sie will auch wissen, dass das Virus in einem Testlabor in Wuhan entstanden sei. „Möglicherweise war es Absicht“, sagt sie. Auch diese Informationen – über das angeblich aus einem Labor entwichene Virus – hat sie auf Fox News gehört. Dass es dafür keinen Beleg gibt, beeindruckt sie nicht. Ihr ist es auch nicht wichtig, dass Epidemiologen – auch in den USA – schon seit Jahren vor gefährlichen neuen Viren warnen. „Es gibt halt immer verschiedene Geschichten“, relativiert sie, „alles hängt davon ab, wo man seine Nachrichten hört.“ Aber jeder wisse, „ dass man einem kommunistischen Land wie China nicht trauen kann“.

Johnston ist Fox-News-Zuschauerin. Manchmal guckt sie auch den 2013 gegründeten rechten Meinungssender OAN – One America News. Andere Medien hat sie ausprobiert, aber wieder verworfen. Über die beiden großen Zeitungen New York Times und Washington Post sagt sie: „Die dreschen auf den Präsidenten ein.“ Für Johnston ist die Republikanische Partei eine Angelegenheit, in die sie hineingeboren wurde. Schon ihr Vater – ein Notar in einer Vorstadt von Chicago – hat die Republikaner gewählt.

Am nordöstlichen Rand von Oregon, fast 4.400 Kilometer westlich von Princeton, sorgt Sheriff Kenneth Matlack für Recht und Ordnung. In seinem ländlichen County Morrow mit zwei positiv Getesteten scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Ganz Oregon hat nur 1.100 positiv getestete Personen. Aber der Bundesstaat Washington, von wo aus sich die Epidemie über die USA ausgebreitet hat, ist nur eine halbe Autostunde entfernt. Jenseits der Grenze zu Washington liegen auch die Supermärkte, wo die Leute aus Morrow County sich eindecken. In Washington sind 8.500 Personen infiziert.

Corona weit, weit weg

Wie überall in den USA sind auch in Morrow County die Schulen geschlossen, größere Versammlungen verboten und die Menschen aufgefordert, sechs Fuß Abstand voneinander zu halten. Die Mitarbeiter des Sheriffs sind neuerdings allein in ihren Patrouillenwagen unterwegs. Die Freiwilligen, die sonst als zweite Person dabeisitzen, bleiben zu Hause, um Ansteckungen zu vermeiden. Die medizinische Versorgung scheint gesichert zu sein. „Wir haben genug Masken, Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte“, sagt Matlack. Oregon habe sich auf den schlimmsten Fall vorbereitet und zugleich auf den besten gehofft.

Der Sheriff ist ein Unterstützer des Präsidenten. „Trump ist kein perfekter Mann“, sagt er, „aber in dieser ungewöhnlichen Krise hat er einen guten Job gemacht. Dafür gebührt ihm Anerkennung.“ Er lobt den Präsidenten für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Bundesstaaten und für die großzügige Hilfe an die Gouverneure. Wenn Opposition und Medien den Präsidenten trotzdem kritisieren, ist das nach Matlacks Ansicht nichts weiter als ein Reflex nach dem Motto: „Lass keine Krise verstreichen, ohne zu sagen, dass er nicht genug getan hat.“

Auch im Mittleren Westen scheint das Virus eine ferne Bedrohung zu sein. In Kansas, wo der ehemalige Missionar Ron Free lebt, seit er nach 22 Jahren aus Afrika zurückgekommen ist, verkaufen die Fastfoodläden nur Essen zum Mitnehmen, und die Bars und Schulen sind geschlossen. Aber in einem Radius von 50 Kilometern rund um das Haus von Free und seiner Frau gibt es nur dünn besiedeltes Land und keine Infizierten.

Live ins Wohnzimmer: Donald Trump beim täglichen Corona-Briefing vor JournalistInnen im Weißen Haus Foto: Kevin Lamarque/reuters

Mitgefühl mit den Gouverneuren der Bundesstaaten New York, Maryland und Illinois hat Free nicht. Er glaubt nicht, dass tatsächlich Masken und Schutzkleidung fehlen, die doch so einfach herzustellen seien. Und er spricht von dem „Gejammere nach Beatmungsgeräten, die es angeblich nicht gibt“. Er nennt die Gouverneure einen „Haufen Babys, die alles, und zwar sofort haben wollen“, empfiehlt ihnen „Geduld“ und fügt hinzu: „Vielleicht werden halt ein paar Leute sterben.“

Chinesisches Virus? Aber ja!

Vor 25 Jahren war Free eine Zeit lang Missionar in China. Für ihn ist es „ein kommunistisches Land, dem ich nicht traue“. Er findet es richtig, dass Trump bei seinen Briefings im Weißen Haus von einem „chinesischen Virus“ redet. „Das Virus kommt schließlich dorther“, brummt er, „man muss die Dinge beim Namen nennen.“

Free hat einen weiteren Grund, sich nicht aufzuregen. „Wir werden sowieso alle sterben“, sagt der evangelikale Christ. Er selbst ist 75, was „normalerweise“ genug sei. Er glaubt zwar nicht, dass es ihn treffen werde – weil er in guter Verfassung sei, arbeite und Sport mache –, aber wenn er sterbe, sei das auch okay: „Ich glaube an das ewige Leben.“

Manchmal findet Free, dass Trump besser den Mund halten sollte. Aber wenn die Fernsehsender MSNC und CNN, „die ihn hassen“, den Präsidenten kritisieren, lässt ihn das völlig kalt. Er betrachtet Trump als einen „intelligenten Typ, der jede Menge gute Sachen macht“.

Weil Trump die Grenze für „illegale Einwanderer“ geschlossen habe, nicht mehr zulasse, dass China Technologie und Zölle stehle, und die Freihandelsabkommen aufgekündigt habe, wird Free ihn wieder wählen. Er glaubt nicht, dass die Ostküstenbewohner, „die Geldleute, Großstädter und Demokraten“, die jetzt am stärksten von der Epidemie betroffen sind, eine zweite Amtszeit von Trump im November verhindern können. Und die „Millennials, Sozialisten und anderen Bernie-Fans“ gebe es im Mittleren Westen sowieso nur in den Städten.

Corona als Wahlkampfhelfer

Die Coronakrise hat schlagartig den Wahlkampf alten Stils beendet. Trump muss keine Stadien mehr mieten, keine Werbung mehr machen und nicht mehr durch das Land reisen. Er muss nur in den Briefingraum des Weißen Hauses gehen, um in die Wohnzimmer seiner Landsleute zu flimmern. Die Fernsehsender übertragen ihn live, ohne einen Cent dafür zu kassieren. Auch jene, die er Fake Medias und Lügner schimpft.

Trump nennt sich jetzt „Kriegspräsident“. In seinen Briefings liefert er dem Publikum immer neue Spektakel. An einem Tag lässt er den Kapitän des Flugzeugträgers „Theodore Roosevelt“ feuern, weil dieser Druck gemacht hat, die Belegschaft wegen der hohen Corona-Infektionsrate zu evakuieren. An einem anderen Tag lässt er den Vizeminister für die Navy zurücktreten, weil der den Kapitän als „naiv oder dumm“ bezeichnet hat.

Der Lkw-Fahrer Doug Jackson aus Mississippi betrachtet sich nicht als hartgesottenen Republikaner – noch in den 90er Jahren hat er Bill Clinton gewählt. Jackson sagt, er habe in seinem Leben hart gearbeitet und jede Menge Operationen überstanden. „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“, hat seine Oma ihm gesagt. Nun sorgt er sich, dass seine Frau an dem Virus erkrankt. Sie arbeitet für ein Unternehmen, das boomt, weil es Hustenschutztrennwände herstellt, die in Supermärkten und Krankenhäusern gebraucht werden. Und er hofft, dass er weiter auf der Straße bleiben kann, weil er das Geld braucht, um seinen Sattelschlepper zu finanzieren.

Jackson weigert sich, zu glauben, dass das Coronavirus von einem Tier stammt und „irgendwie natürlichen Ursprungs“ ist. Und er ist bereit, Fox News zu folgen, wenn sie behaupten, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stammt. „Es ist sehr, sehr traurig für Italien und für uns, dass so viele sterben“, sagt Jackson. Er will, dass der „Wissenschaftler in dem Labor in China“ gefunden wird. „Irgendjemand“, findet er, „muss zur Verantwortung gezogen werden.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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